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Fasching

Beim Bärenwirt ging es traditionell hoch her

Das „Wurst-suppnfoahrn“ wurde auch dieses Jahr zelebriert. Die Wirtin brachte dazu viele Leckereien auf den Tisch.
Von Hubert Söllner

Der Zapf Wastl bearbeitete seine kleine Trommel, für die Teufelsgeige war ein Besucher aus dem Saal rekrutiert worden. Foto: Hubert Söllner
Der Zapf Wastl bearbeitete seine kleine Trommel, für die Teufelsgeige war ein Besucher aus dem Saal rekrutiert worden. Foto: Hubert Söllner

Rieden.Was wäre der Fasching in Rieden ohne das „Wurstsuppnfoahrn“ beim Bärenwirt, eine Faschingsveranstaltung der besonderen Art. Und so war am Samstag der Saal auch heuer wieder proppenvoll. Vorab aber gab es zur Einstimmung für die Besucher eine schmackhafte, „ganz ordinäre

Wurstsuppn“.

Dann aber kam Leben in die Bude: Sechs urige Musikanten zogen ein. Voran der Reindl Toni und der Zapf Richard mit ihren Ziehharmonikas, der Zapf Wastl bearbeitete seine kleine Trommel, Richthammer Erhard sein Tamburin, der Lochner Walter setzte mit seiner Quetschn noch eins drauf und für die Teufelsgeige wurde ein Besucher aus dem Saal rekrutiert. Zünftig spielten sie auf: Zwiefache, Bairische, Polka, Walzer und Landler. „Guten Abend, liebe Leut‘, wir kommen aus der Fern, mir ham g’hört, dass g’schlacht is worn beim Bärn“ psalmodierte Erhard Richthammer mit der Kraxn auf dem Buckl. Und er versprach: „Da geht’s heit auf und da is ganz toll, da hau ma uns die Wampen voll“. Fuhr fort: „Es gibt Fleisch und Wurst und Sauerkraut, roh, gekocht, zur Not auch vorgekaut“.

Alles war halt so wie früher, wenn zur Hauschlachtung beim Bauern ab und zu die „Wurschtsuppnfahrer“ begleitet von einem Quetschnspieler kamen und mit lustigen Reimen um eine Wurstsuppe bettelten. Wenn dann einmal der Wursterer nicht aufgepasst hatte und einige Würste platzten, war die Wurstsuppe erst „so richtig guat.“ Bevor es aber beim Bärenwirt an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste noch einiges gefallen lassen.

So erfuhren Gäste aus Franken: „Die schmecken meilenweit as Fressen und Saufen auch schon in der Dunkelheit“. Zu Thorsten Hottner meinte er: „Ein Mannsbild, eine wahre Pracht. Einen Tisch voll Hungriger hat er wieder mitgebracht, ich kann euch sagen, Gott sei Dank, es ist gesorgt für Speis und Trank“. Von der Annemarie am Vilshofener Tisch, dienstälteste Bedienung beim Bärenwirt, wusste er und sei froh, „dass sie alle Montage geht zur Gymnastik für Busen, Beine und Po“. Und er lobte sie, denn „heute tut sie mal nicht die Beine recken, heut‘ bleibt sie sitzen und lässt sichs schmecken“.

Über die Gäste, auch aus Ebermannsdorf, Schmidmühlen und bis aus Weiden waren sie gekommen, wusste der Erhard noch einiges, bis er alle aufforderte „Haut‘ eich nur voll und lasst’s es eich schmecka, dann kinnt’s eich wieda d‘ Goschn ablecka.“ Das ließ sich keiner zweimal sagen, denn die Bärenwirts-Susanne und ihre Mutter fuhren auf, was sie in ihrer Kuchl aus der Sau gezaubert hatten: Saure Lunge, gebackene Zunge, durchwachsenes Brüstl, schmackhafte Fleischpflanzerl, knusprige Ripperl, saure und gebratene Würstl, Kesselfleisch „und a G’selchts“.

„G’schmeckt hat’s – guat war’s“ waren sich alle nach Durchprobieren und auch Nachfassen einig. Ein Schnapserl zur Verdauung danach und später dann noch „das Kalte von der Sau“: Presssack-, Schmalz- und Streichwurstbrot. Eine reichhaltige Tombola rundete den Abend ab. Die Musikanten aber spielten weiter zünftig auf und sorgten für Stimmung. (azd)

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