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Gesundheit

Brustkrebs möglichst früh entdecken

Über Vorteile, aber auch Nachteile des Mammografie-Screenings klärte die Expertin Dr. Gudrun Kramer vom Klinikum Amberg auf.

Über das Mammografie-Screening klärte eine Expertin des Klinikums Amberg beim Gesundheitsforum auf. Foto: Gräß/Klinikum
Über das Mammografie-Screening klärte eine Expertin des Klinikums Amberg beim Gesundheitsforum auf. Foto: Gräß/Klinikum

Amberg.Das von Krankenkassen finanzierte Mammografie-Screening soll helfen, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und so die Heilungschancen zu verbessern. Doch wie genau funktioniert das Röntgenverfahren? Für wen ist es gedacht? Welche Vorteile bringt es und wie steht es mit den Nachteilen? Antworten auf diese Fragen fanden Interessierte jetzt beim „Ratgeber Gesundheit“. Referentin war Dr. Gudrun Kramer, die Leitende Oberärztin des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum St. Marien Amberg. Für die anschließende Fragerunde stand auch Prof. Dr. Volkher Engelbrecht, der Chefarzt des Instituts, Rede und Antwort.

Mit 75 000 Neuerkrankungen pro Jahr zählt Brustkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen, erklärte die Radiologin. Da die Krebsart verstärkt in zunehmendem Alter auftritt, haben deutsche Krankenkassen ein Vorsorgeprogramm ins Leben gerufen, an dem Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre teilnehmen können, heißt es in einer Mitteilung. Das sogenannte Mammografie-Screening ist eine Reihenuntersuchung, bei der die Brust geröntgt und auf Auffälligkeiten hin untersucht wird.

Belastung bei der Therapie geringer

„Solche Auffälligkeiten können beispielsweise Verkalkungen sein, aus denen sich zu einem späteren Zeitpunkt, Tumore entwickeln können“, erklärte die Leitende Oberärztin. Anhand von Studien zeigte sie, dass dank des Screenings Brustkrebs bei Frauen häufiger und früher entdeckt werde. „Durch die Früherkennung ist auch die Belastung während der anschließenden Therapie geringer und Eingriffe wie eine Brustentfernung oder eine belastende Chemotherapie lassen sich meist vermeiden“, so Dr. Kramer weiter.

Nachteile des Screenings seien der fehlende Arztkontakt nach Erstellung der Mammografie sowie „falsch positive Befunde“. Darunter verstehe man zunächst auffällige Befunde, die sich letztlich als gutartig herausstellen. Für betroffene Frauen seien sie aber psychisch belastend, da es einige Zeit dauert, bis das endgültige Ergebnis feststeht, erklärte Dr. Kramer.

Individuelles Risiko ausleuchten

Dr. Gudrun Kramer, Leitende Oberärztin des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie, mit der Medizinisch-technischen Radiologieassistentin Katrin Pröls (von links) besprechen die Aufnahmen.
Dr. Gudrun Kramer, Leitende Oberärztin des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie, mit der Medizinisch-technischen Radiologieassistentin Katrin Pröls (von links) besprechen die Aufnahmen. Foto: Gräß/Klinikum

Auch bei der Auswahl der Zielgruppe sieht die Medizinerin Verbesserungsbedarf: „Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken lässt sich nicht allein am Alter festmachen – und ist auch bei Frauen über 70 Jahren noch gegeben.“ Denn neben dem biologischen Alter sei für die Mediziner vor allem das individuelle Krebsrisiko eines Patienten wichtig. Und um das zu ermitteln, brauche man weitere Informationen: Gibt es in der Familie bereits jemanden, der an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt ist?, Welche Dichte hat das Brustgewebe?, Gibt es genetische Vorbelastungen?, Findet eine Hormontherapie statt?, Und was weiß man über den generellen Lebensstil?

Erst danach macht es laut Dr. Kramer Sinn, die Untersuchungsform und den Abstand zwischen den Früherkennungsuntersuchungen zu bestimmen. „Frauen, deren Krebsrisiko wir aufgrund dieser Informationen als mittel einstufen, sind genau richtig beim Mammografie-Screening. Für Frauen mit einem hohen individuellen Krebsrisiko ist die sogenannte kurative Mammografie der bessere Weg“, so die Empfehlung der Radiologin. Denn da würden im Gegensatz zum Screening die Befunde direkt mit einem Arzt besprochen.

Innovatives Verfahren eingeführt

Außerdem könne es bei Frauen mit einer hohen Gewebsdichte der Brust passieren, dass die Mammografie allein keinen eindeutigen Befund zulasse. „In diesem Fall haben wir am Klinikum die Möglichkeit, den Ultraschall und weitere hochmoderne Bildgebungsverfahren wie die Tomosynthese oder die Magnetresonanztomographie ergänzend hinzuzuziehen“, sagte Dr. Kramer. Das sei vor allem bei speziellen Fragestellungen sinnvoll.

Gesundheitsforum

  • Fortsetzung

    Die Vortragsreihe „Gesundheitsforum“ des Klinikums St. Marien und der Volkshochschule Amberg wird am Dienstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr im Großen Rathaussaal fortgesetzt.

  • Referenten

    Den Anfang machen 2017 Dr. Georg Brugger, Leitender Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, und sein Kollege, Kinderarzt Alexander Worm.

  • Thema

    Unter dem Motto „OP durchs Schlüsselloch – Leistenbruchoperation bei Kindern und Erwachsenen“ erfahren Interessierte alles über das minimalinvasive Verfahren.

Die Tomosynthese sei ein neues, innovatives Verfahren am Klinikum St. Marien Amberg. Sie sei eine Weiterentwicklung der Mammografie und liefere dreidimensionale Bilder der Brust, die eine überlagerungsfreie Darstellung ermöglichen. Tumore und Verkalkungen ließen sich dadurch besser vom übrigen Gewebe abgrenzen.

Da sich durch die Mammografie Brustkrebs zwar früh entdecken, aber nicht verhindern lässt, riet die Expertin abschließend dazu, selbst vorzubeugen: „Eine gesunde Lebensweise, wenig Stress, ausreichend Schlaf und Bewegung helfen dabei, das individuelle Brustkrebsrisiko zu senken.“

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