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Amberg
Samstag, 22. September 2018 15° 3

Erziehung

Die Basis legen für eine sichere Bindung

Beim Forum „Frühe Hilfen“ zeigte Dr. Fremmer-Bombik in Amberg-Sulzbach auf, wie wichtig Bindung für die Kinder ist.

Kinder profitieren immens von einer sicheren Bindung zu ihren Vertrauenspersonen. Foto: Ingo Wagner/dpa
Kinder profitieren immens von einer sicheren Bindung zu ihren Vertrauenspersonen. Foto: Ingo Wagner/dpa

Amberg-Sulzbach.Entstehung, Kennzeichen und Verhaltensweisen, die mit einer Bindungsstörung einhergehen: Das war der Schwerpunkt des 15. Forums „Frühe Hilfen“, zu dem die koordinierende Kinderschutzstelle der Stadt Amberg und die Koordinierungsstelle „Frühe Hilfen“ des Landkreises Amberg-Sulzbach einluden.

Es referierte die Diplom-Psychologin Dr. Elisabeth Fremmer-Bombik, eine erfahrene Mitarbeiterin aus der psychologischen Diagnostik der Kinder- und Jugendpsychiatrie Amberg (medbo). Im Fokus des Vortrages stand der „Kreis der Sicherheit“ und die Fragestellung, wie die Eltern auf die Bedürfnisse des Kindes achten und diesen gerecht werden können. Babys und Kleinkinder würden erwarten, dass Mütter, Väter und andere Bezugspersonen größer, stärker, klüger und liebenswürdig sind, ihren kindlichen Bedürfnissen folgen und eine (an)leitende Rolle übernehmen. „Eine dauerhafte Feinfühligkeit im Umgang mit dem Kind ist im Alltag nicht immer einfach umzusetzen, trägt jedoch zu einem großen Teil einer gesunden Entwicklung des Kindes bei“, sagte die Referentin. Die unmittelbare Reaktion auf ein Verhalten, vor allem auch der Blickkontakt zum Kind, sei von elementarer Bedeutung.

Das Kind müsse in dieser sensiblen Entwicklungsphase lernen, das Verhalten der Bezugsperson vorherzusehen, um eine sichere Bindung zu entwickeln. Eine sichere Basis zur Erkundung der Umwelt sei somit geschaffen. Dennoch könnten Lebensumstände der Eltern wie eigene Unzufriedenheit, Schuldgefühle, eine verzerrte Wahrnehmung der Realität, Erschöpfung und anhaltende Konflikte die gewonnene Sicherheit zwischen Kind und Eltern mindern. Fremmer-Bombik betonte, dass häufig zu früh von einer Bindungsstörung gesprochen werde. Formen von unsicherer oder desorganisierter Bindung werden von einer Bindungsstörung unterschieden.

Forum

  • Teilnehmer:

    Etwa 100 Fachkräfte – Erzieherinnen, Kinderkrankenschwestern, Hebammen, Ärzte, Vertreter der Jugendämter, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie weitere lokale Akteuren des Netzwerkes – nahmen teil.

  • Referentin:

    Diplom-Psychologin Dr. Elisabeth Fremmer-Bombik war an diversen Forschungen zur Bindungsentwicklung beteiligt.

Als Orientierung diene der Leitgedanke: Bindungsunsicherheit betrifft immer das Kind und eine Bindungsperson. Eine Bindungsstörung betrifft immer die Persönlichkeit und damit alle Beziehungen. Hilfe könne durch einen Vertrauensaufbau innerhalb und außerhalb der Person erfolgen. Grundsätzlich sei wichtig zu beachten, dass eine Bindungsunsicherheit ein Risikofaktor darstelle, keine pathologische Krankheit.

Ein autoritativer Erziehungsstil trägt laut Fremmer-Bombik zur Entwicklung einer sicheren Bindung bei. Kennzeichnend seien die liebevolle Unterstützung des Kindes unter der Berücksichtigung klarer Grenzen und Regeln, die konsequent und für das Kind nachvollziehbar umgesetzt werden. Durch die klare Abfolge von „Aktion des Kindes“ und „Reaktion der Bezugsperson“ wird laut Fremmer-Bombik für das Kind eine entwicklungsgünstige Umwelt geschaffen, in der es besonders viel Sicherheit erfahre. Dies sei die für die Bindungsentwicklung bedeutsame „sichere Basis“, die dem Kind ein sicheres Erkunden der Umgebung ermöglicht.

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