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Brauchtum

Drischldrescher suchen Aktive

Traditionen zu pflegen hat sich der junge Verein vorgenommen. Er freut sich über den Zuspruch, Zuwachs ist aber erwünscht.
Von Josef Popp

Die Drischldrescher bereichern die Vereinsfamilie in Schmidmühlen; links Günter Rudolf, Vereinsvorsitzender und Musikant.  Foto: Josef Popp
Die Drischldrescher bereichern die Vereinsfamilie in Schmidmühlen; links Günter Rudolf, Vereinsvorsitzender und Musikant. Foto: Josef Popp

Schmidmühlen.In der Satzung heißt es ganz trocken „Der Verein führt den Namen: „Drischldrescher Schmidmühlen“ und hat seinen Sitz in Schmidmühlen“. Knapp ein Jahr ist es her, dass sich 16 traditionsbewusste Bürgerinnen und Bürger im Trachtenheim trafen und einen neuen Verein aus der Taufe hoben.

Nachdem nun die ersten Monate vergangen sind, blickte Vorsitzender Günter Rudolf auf diese Anfangszeit zurück. Den Anlass hierfür bot der erste große, offizielle Auftritt beim Schmidmühlener Marktfest am ersten Augustwochenende.

Enge Zusammenarbeit

Die Pflege des Drischldreschens hat in Schmidmühlen eine lange Tradition. Immer dann, wenn sich der Trachtenverein bei einem Fest oder Festzug dem Motto „Erntegesellschaft“ widmete, war eine Gruppe Drischldrescher mit dabei. Quasi als Bruderverein des Heimat- und Volkstrachtenvereins widmet sich der neue Verein diesem Brauchtum und entlastet so die Trachtler bei der Traditionspflege. Umfassend ist mittlerweile diese Arbeit für die Trachtler geworden, zudem nimmt auch der Unterhalt des Trachtenheims viel Zeit in Anspruch.

In den 1970er Jahren waren bereits die Trachtler als Drischldrescher bei Festumzügen mit dabei.  Foto: Archiv Heimat- und Volkstrachtenverein
In den 1970er Jahren waren bereits die Trachtler als Drischldrescher bei Festumzügen mit dabei. Foto: Archiv Heimat- und Volkstrachtenverein

„Wir arbeiten eng zusammen, bilden bei der Brauchtumspflege quasi eine lebendige Symbiose und ergänzen und entlasten uns gegenseitig“, umreißt Günter Rudolf die Zusammenarbeit. Den Vereinszweck haben die Mitglieder in ihrer Satzung niedergeschrieben. So heißt es dort: „Die Zwecke des Vereins sind die Bewahrung und Erhaltung traditioneller Bräuche, Förderung und Erhaltung unserer Kultur und landwirtschaftlichen Brauchtums. Dieser Vereinszweck wird insbesondere verwirklicht durch Pflege und Erhaltung der traditionellen und bodenständigen landwirtschaftlichen Tätigkeiten, Weitergabe an die Jugend sowie Bewahrung und Erhaltung von alten landwirtschaftlichen Werkzeugen und Maschinen.“ Natürlich arbeitet der Verein gemeinnützig. Im März wurde er zu einem „eingetragenen Verein“ und bekam die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt zuerkannt.

Erhalt von Brauchtum und Tradition machen in der modernen und schnelllebigen Zeit Sinn, sind die Mitglieder überzeugt. Beim Trachtenfest im Juni bestätigte dies auch der stellvertretende Landrat Hans Kummert in seinen Grußworten: „Wer nicht weiß, wie hart früher die Arbeit war und wie arm damals die Menschen lebten, kann es nicht schätzen, wie gut es uns heute doch geht.“

Kathreintanz

  • Termin:

    Eine alte Tradition wird der Verein in diesem Jahr neu beleben: den Kathreintanz. Den will man heuer am 23. November im Schlossstadel groß aufziehen. Für die passende Musik werden die Regensburger Wirtshausmusikanten sorgen. Der Eintritt beträgt sieben Euro, Beginn ist um 20 Uhr.

  • Vorfreude:

    Der Stadel mit seiner rustikal-modernen Gestaltung bietet sicher ein tolles Ambiente, freut sich Günter Rudolf schon.

  • Auftritt:

    Wer die Drischldrescher nochmals bei einer Vorführung sehen will, hat bei der Winbuchner Kirwa am Kirwasonntag die Gelegenheit dazu.

Gerade die Bauernarbeit war eine harte Arbeit: Das Getreide wurde im Frühjahr mit der Hand gesät und im Sommer mühsam geerntet; schließlich musste es in den Wintermonaten gedroschen werden. Da waren Muskelkraft gefordert und Koordination. Drei oder vier Personen waren pro Tag stundenlang mit dieser Arbeit beschäftigt – über viele Wochen hinweg. Das Getreidedreschen erfolgte bis zur Jahrhundertwende hauptsächlich mit der Drischel auf der Tenne. Eine Verbesserung brachten dann die ersten Dreschmaschinen.

Derzeit sind es sechs Aktive

Die Vereinsgründung wurde in der Lauterachtalgemeinde sehr positiv aufgenommen. Die Zahl der Mitglieder hat sich in den vergangenen Monaten schon deutlich vergrößert. Zählte man bei der Gründung 16 Mitglieder, so stehen aktuell 25 Personen in der Liste. Damit ist Vorsitzender Günter Rudolf zufrieden – fast zufrieden. Denn: „Wir könnten noch ein paar aktive Drischldrescher brauchen“, resümiert er. Die werden sich sicher in den nächsten Monaten noch finden, zeigt er sich zuversichtlich. Derzeit zählt der Verein mit Markus Mehringer, Daniel Wolfsteiner, Dominik Knauer, Axel Heisig, Josef Fleischmann und Günter Rudolf, der als Musikant dabei ist, sechs Aktive.

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