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Literatur

Ein Krimi aus dem Clan-Milieu

In Kümmersbruck stellte die Autorin Simone Buchholz ihren neuen Roman „Mexikoring“ vor. Kürzlich gab es dafür einen Preis.
Von Klaus Högl

Simone Buchholz las aus ihrem Krimi „Mexikoring“. Foto: Klaus Högl
Simone Buchholz las aus ihrem Krimi „Mexikoring“. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Der undotierte Deutsche Krimipreis ging heuer in der nationalen Wertung an Simone Buchholz (46) für ihren Roman „Mexikoring“ – nach 2017 bereits ihr zweiter Preis. Die Autorin gastierte nun auf Einladung des Bibliothek-Teams mit ihrem frisch prämierten Krimi in der Kümmersbrucker Gemeindebücherei.

„Mexikoring“ ist keine fiktive Adresse, das ist sozusagen ein Hochhäuserghetto im Norden Hamburgs. Die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwältin Chastity Riley ist die zentrale Figur des Romans. Zwangsheirat, Ehrenmord oder auch Gewalt gegen Frauen sind Themen, ebenso Menschen in den Fängen eines rücksichtslosen Clans. Ein ganz beherrschendes Element in „Mexikoring“ ist die Romanze zwischen Nouri und Aliza, die aus verfeindeten Clans stammen.

In der Laudatio und Entscheidung zu dem Roman betonte die Jury, dass Simone Buchholz mit ihrem Roman beweise, dass es am Schauplatz Hamburg in der deutschsprachigen Kriminalliteratur sehr viel mehr gebe als Regional- und Tourismuskrimis.

In der Hafenstadt brennen jede Nacht die Autos, meistens bleibt es bei Sachschäden. „Doch in einer Nacht sitzt noch jemand in seinem Auto, als es anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan ein Gangster-Kind, das zu einem Clan in Bremen gehört“, heißt es. Daraus ergibt sich die spannende Frage: Wer hat den Jungen auf dem Gewissen, wollte er durch den Brand dem Clan entkommen? Durchaus gesellschaftskritisch ist der Inhalt zu verstehen.

Simone Buchholz hat sich in ihrem achten Kriminalroman um die in Hamburg ermittelnde Staatsanwältin „Chasty“ Riley in die weit verzweigte, hierarchische Welt der Gangster-Clan eingearbeitet. Sie lässt ihre Protagonistin mit ihrem ganz eigenen Stil ermitteln, lässt sie reden wie ihr der Schnabel gewachsen ist, aber zu gegebener Zeit auch empfindsam sein.

Sabine Buchholz, geboren in Hanau, ist im Spessart aufgewachsen und lebt heute als freie Autorin in Hamburg. Die Schriftstellerin, die schon mehrere Preise erhalten hat, ließ bei der Buchvorstellung wissen, dass sie gerne in die Oberpfalz käme. Sie sei nämlich (ur-)großmütterlicherseits mit der Stadt Amberg verbandelt. (aeu)

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