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Fasching

Die Wilderer tanzten auf dem Ball

Das närrische Volk feierte ausgelassen in Schmidmühlen. Glanzvoll waren die Auftritte der Garden und des Männerballetts.
von Paul Böhm

Der Wildererball war ein Höhepunkt im Schmidmühlener Fasching.  Foto: Paul Böhm
Der Wildererball war ein Höhepunkt im Schmidmühlener Fasching. Foto: Paul Böhm

Schmidmühlen.„Schmidmühlen OHO“! Noch einmal richtig Vollgas gab das närrische Volk am Faschingswochenende in Schmidmühlen im Altenbuchnersaal. Es war Wildererzeit angesagt und da haben es die Mädels der Prinzen- und der Jugendgarde mit ihren Auftritten noch einmal so richtig krachen lassen. „Rock am Hof“ lautete heuer das große Motto der Prinzengarde für die Faschingssaison. Mit den vier Brezensalzern setzte das Faschingskomitee einen weiteren Stern am Faschingshimmel des Südens nach dem Motto „so wie’s früher war“.

Zu „Rock am Hof“ hatten die Mädels der Prinzengarde eingeladen. Foto: Böhm
Zu „Rock am Hof“ hatten die Mädels der Prinzengarde eingeladen. Foto: Böhm

Ein Garant für den „Faschingskracher“ der Saison war der Auftritt des Faschingskomitees – an der Spitze Präsident Manuel Wein mit dem Hofstaat, den Garden und dem Männerballett. Zusammen mit der Musik der „Brezensalzer“ sorgten sie für ausgelassene Stimmung und die richtige Dosierung von Tanz- und Unterhaltungsmusik, Schunkelrunden und vielen Schlagern zum Mitsingen. Für die Ballbesucher war es auch eine Rückkehr in die gute alte Zeit.

Der Tanzboden wurde strapaziert

Mit einem Ehrenwalzer eröffneten Prinzession Lena I. und Prinzgemahl Fabian I. den Wildererbanll in Schmidmühlen. Foto: Böhm
Mit einem Ehrenwalzer eröffneten Prinzession Lena I. und Prinzgemahl Fabian I. den Wildererbanll in Schmidmühlen. Foto: Böhm

Es herrschte tolle Stimmung und die vier Brezensalzer legten gehörig nach, um die Stimmung auf der Tanzfläche und im altehrwürdigen Espachsaal hochzuhalten. Den Startschuss für eine lange Wilderernacht gaben Prinzessin Lena I. und Prinzgemahl Fabian I. mit ihrem Prinzenwalzer. Ein zackiger Gardetanz der elf Gardemädels ließ schon fast den altehrwürdigen Espach-Parkettboden zittern.

Nicht nur tänzerisch war die Garde eine Klasse für sich, zum Showtanz gehörten anspruchsvolle Hebefiguren. Foto: Böhm
Nicht nur tänzerisch war die Garde eine Klasse für sich, zum Showtanz gehörten anspruchsvolle Hebefiguren. Foto: Böhm

Von 16 bis 60 – das Alter des Publikums war breitgefächert. Für die lange Faschingsnacht haben sich die Besucher originelle Kostüme einfallen lassen. Von Wilderern hat man in jener Nacht in Schmidmühlen schon einige gesehen, auch wenn das notwendige Büchsenlicht nicht so besonders gut gewesen ist. Sie kamen zwar etwas später, sozusagen, wenn der Herr Oberförster schon auf dem Kanapee eingenickt ist, aber dafür waren sie etwas länger unterwegs – was wohl dem Wildererblut zuzuschreiben ist.

Die Schmidmühlener und ihre Gäste genossen dies auch als schöne Erinnerung an jene 1960er und 1970 Jahre, als noch jedes Wochenende von ausverkauften Faschingsbällen berichtet werden konnte.

Nicht auf dem Kriegspfad sondern beim Wildererball war das Männerballett des Faschingskomitees. Foto: Böhm
Nicht auf dem Kriegspfad sondern beim Wildererball war das Männerballett des Faschingskomitees. Foto: Böhm

„Rock am Hof“ war heuer das Motto, mit dem die Prinzengarde nicht nur beim Showtanz gewaltig punkten konnte. Wer allerdings die ganz heiße Nummer des Showtanzes und den Auftritt des Männerballetts erleben wollte, der musste freilich schon bis gegen Mitternacht ausharren. Als Indianerstamm waren die Elferratsmitglieder heuer auf die Showbühne gekommen, um sich ihre Faschingslorbeeren abzuholen.

Glimmer und Glanz beherrschten neben den vielen originellen Masken und Verkleidungen die Szene mit dem traditionell ganz in Rot-Weiß gehaltenen Gardekostümen. Gewohnt gekonnt und ausgefeilt, exakt einstudiert und mit einem Schuss Akrobatik versehen war der Gardetanz mit all seinen Raffinessen.

Gardekommandeuse Marion Bauer verabschiedet sich. Foto: Paul Böhm
Gardekommandeuse Marion Bauer verabschiedet sich. Foto: Paul Böhm

Zackig und mitreißend war der Showtanz als das „Wow-Erlebnis des Abends“. Es waren tolle Tanzformationen, die den „Rock am Hof“ zum einem besonderen Erlebnis werden ließen. Sowohl für den Garde- als auch für den Showtanz zeichnete auch heuer wieder Gardekommandeuse Marion Bauer verantwortlich.

Danke, Marion Bauer

  • Abschied von Kommandeuse:

    Nach 13 Jahren Gardetanz in Schmidmühlen, davon viele Jahre als Choreografin des Garde- und des Showtanzes, zieht sich die Gardekommandeuse Marion Bauer aus dem Gardetanz zurück. Erhalten bleibt sie dem Faschingskomitee Schmidmühlen aber weiterhin als Trainerin für ihre Prinzengarde.

  • Dank für jahrelangen Einsatz:

    Die Schmidmühlener Gardemädchen bedankten sich mit einer Fotocollage aus den vergangenen dreizehn Jahren bei ihrer „Chefin“ Marion Bauer – und dazu gehörte natürlich auch ein donnernder Applaus des Faschingspublikums im Altenbuchnersaal in Schmidmühlen als Anerkennung ihrer Leistungen.

Übrigens: Die Idee des Wildererballs wurde einstmals in Emhof aufgegriffen und nach Schmidmühlen gebracht. So ist dieses besondere Faschingsballerlebnis als krönendes Erlebnis der fünften Jahreszeit entstanden. Wie lange die Ballnacht gedauert hat, bleibt in Schmidmühlen das Wilderergeheimnis, denn letztendlich erzählen sie ja auch nicht, wann sie von der Pirsch aus dem Revier des Oberförsters heimgekommen sind.

Einige Termine stehen noch an

Die Jugendgarde des Faschingskomitee Schmidmühlen war als Cheerleadergruppe auf der Faschingsshowbühne gekommen und erntete davon frenetischen Applaus. Foto: Böhm
Die Jugendgarde des Faschingskomitee Schmidmühlen war als Cheerleadergruppe auf der Faschingsshowbühne gekommen und erntete davon frenetischen Applaus. Foto: Böhm

In Schmidmühlen geht es weiter mit den letzten tollen Tagen der fünften Jahreszeit: Heute, am Rosenmontag, werden die Schmidmühlener ins Dorfgemeinschaftshaus zum Rosenmontagsball eingeladen. Auftreten werden die Garden aus Schmidmühlen und Rieden. Am Faschingsdienstag startet um 14 Uhr der Faschingszug durch die Straßen von Schmidmühlen. Außerdem gibt es eine große Faschingsparty am Marktplatz.

Am Aschermittwoch ist der schon als Weltkulturerbe gehandelte Fischzug zu sehen. Um „Oans“ treffen sich die Männer beim Ochsenwirt für ihren Gang durch die Schmidmühlener Wirtshauswelt und spät am Abend, so gegen „Zehne“, wird dann noch der zaundürre Geldbeutel am Hammerplatz in Schmidmühlen begraben. Dann ist endgültig Schluss mit dem Schmidmühlener Faschingsgeschehen. Bis zum nächsten Jahr!

Alles rund um den Fasching in Amberg lesen Sie hier.

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