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Entwicklung

Flächenverbrauch wird ein Kernthema

Die Bürgermeister der AOVE wollen eine Reduzierung erreichen – ein Ergebnis des Projekts „Resilienz im ländlichen Raum“.
Von Karl-Heinz Probst

Dr. Sabine Hafner (stehend) und Dr. Manfred Miosga (beide KlimaKom eG) moderierten die AOVE-Klausurtagung im Oberallgäu. Foto: Dr. Nina Hehn
Dr. Sabine Hafner (stehend) und Dr. Manfred Miosga (beide KlimaKom eG) moderierten die AOVE-Klausurtagung im Oberallgäu. Foto: Dr. Nina Hehn

Amberg-Sulzbach.Schwerpunkt der diesjährigen AOVE-Klausurtagung war der Austausch der beiden Regionen AOVE (Arbeitsgemeinschaft Obere Vils Ehenbach) und Oberallgäu, die im Rahmen des vom Landwirtschaftsministerium und den Ämtern für Ländliche Entwicklung geförderten Projekts „Resilienz im ländlichen Raum“ für die Praxisphase ausgewählt worden waren. Bürgermeister, Vertreterinnen des Regionalmanagements und weitere Akteure brachten ihre Gedanken und Erfahrungen hinsichtlich der Gestaltung einer resilienten Regionalentwicklung ein.

Für die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils Ehenbach (AOVE) reisten die AOVE-Bürgermeister und Mitarbeiter der AOVE-Geschäftsstelle ins Oberallgäu, um sich mit den Kollegen dort über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Viele Gemeinsamkeiten

Dabei wurde schnell deutlich, dass es sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten gab. Beide Regionen weisen bereits wichtige Strukturen der Resilienz auf, die es zu erhalten und weiterhin zu stärken gilt – seien es die vielen Akteure und Netzwerke in der Sozialarbeit, die Aktivitäten im Bereich der Energiewende oder die (noch) eher kleinstrukturierte Landwirtschaft. Eine Besonderheit im Oberallgäu sehen die Akteure in den zahlreichen Menschen mit Ideen und Pioniergeist. „Diese sogenannten „Mächler“ könnten ein wichtiger Motor für eine nachhaltige Entwicklung in der Region sein, wenn man sie nur ausreichend unterstützte“, sagte Dr. Sabine Weizenegger, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Oberallgäu.

Regionale Resilienz

  • Bedeutung:

    Hintergrund des Begriffs der regionalen Resilienz ist die Robustheit gegenüber globalen Trends wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder demografischer Wandel.

  • Ablauf:

    Mit diesem Ziel wurden die beiden Regionen zwei Jahre lang vonseiten der Universität Bayreuth und der Kommunalberatungsgenossenschaft KlimaKom eG begleitet.

  • Ziel:

    Am Ende der Praxisphase sollten die Ergebnisse in den beiden Untersuchungsregionen zusammengeführt werden.

  • Fortsetzung:

    Die Förderung für die aktuelle Phase des Resilienz-Projekts läuft Anfang 2019 aus. Daher wird an einem Fahrplan für eine Verstetigung der Resilienzansätze gearbeitet.

In der AOVE sind es vor allem die Kommunen, die im Rahmen des Resilienzprojekts aktiv sind. Durch über 20 Jahre Zusammenarbeit ist Vertrauen in die Vorteile der interkommunalen Kooperation gewachsen, so dass man sich auch an schwierige Themen gemeinsam herantraut.

Die AOVE hat die optimale Größe

Als besonders praktikabel wurde die Größe der AOVE mit ihren neun Mitgliedsgemeinden hervorgehoben: groß genug, um höhere Investitionsvolumina zu stemmen, klein genug, um den interkommunalen Abstimmungsaufwand dabei überschaubar zu halten, so das Fazit.

Einige Themen finden in beiden Regionen nur schwer Eingang in die kommunalpolitische Agenda, insbesondere das Thema Flächenverbrauch. Die Tatsache, dass die Landschaft das wirtschaftliche Kapital der Region ist, steht in krassem Gegensatz zu den Entwicklungen einer immensen Flächeninanspruchnahme für Gewerbe, Siedlung und Verkehr. Für Beatrix Drago, Sachgebietsleiterin der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, steht daher fest: „Kommunen müssen sich schon aus Eigeninteresse mit der Innenentwicklung auseinandersetzen.“ In der AOVE ist immerhin der erste Schritt gemacht: Die Bürgermeister der Region haben ihren politischen Willen bekundet, sich aktiv für einen vernünftigen Umgang mit der Fläche einzusetzen und den Grundsatz „Innen vor Außen“ als politische Richtschnur zu nutzen. „Resilienz kann nicht von heute auf morgen erzeugt werden, aber wir können heute die Weichen stellen!“, betonte Prof. Dr. Manfred Miosga.

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