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Kultur

Hautnah dabei bei Verdis „La Traviata“

Die Live-Übertragung der Oper aus der Met in New York im Amberger Cineplex fand viele begeisterte Zuschauer.
Von Karin Hegen

Das Publikum genoss die Übertragung von „La Traviata“. Foto: Hegen

Amberg. „Stellt euch vor, ich bin zum ersten Mal heute in diesem Kino...“, begrüßte eine Dame der reiferen Generation ihre Bekannten. Sie hatten sich mit einem Gläschen Sekt in der Hand, das im Eintrittspreis eingeschlossen war, am Samstagabend im Foyer des Cineplex getroffen. Auf dem Programm stand die Live-Übertragung von Verdis „La Traviata“ aus der Metropolitan Opera. „Extra nach New York zu fliegen wäre auch zu kostspielig und aufwendig gewesen“, hörte man von einem anderen Besucher. Vielen sah man an, dass sie normalerweise eher im Theater zu finden sind: die Herren in Anzug oder Jackett mit lässigem Schal und die eine oder andere Musikliebhaberin im Nerzmantel.

Beinahe ausverkauft waren die beiden Säle des Cineplex. In HD-Qualität befand man sich nach Beginn der Übertragung direkt bei den Künstlern auf der Bühne. Die moderne Inszenierung hatte Violetta und Alfredo in die Neuzeit versetzt. Puristische Requisiten und Kostüme gaben der Handlung genau soviel, damit nichts von der wunderbaren Musik ablenkte.

Besonderheiten

  • Untertitel

    Bei der Übertragung von Verdis Oper „La Traviata“ aus der Metropolitan Opera New York im Cineplex hatte das hiesige Publikum mit deutschen Untertiteln auf der Leinwand den Vorteil, der italienisch gesungenen Oper genau folgen zu können.

  • Details

    Als nackte Füßchen unter dem geblümten Stoff neckisch hervorlugten, fing die Kamera das ein, um es in Großaufnahme zu senden. Es gab verschiedene Details, die sicherlich nur für die Zuschauer in den Kinos waren. Genauso, wie man nur in Nahaufnahme glitzernde Schweißperlen oder sorgfältig manikürte Fingernägel wahrnahm. (akh)

Sonya Yoncheva (Violetta), Michael Fabiano (Alfredo) und Thomas Hampson alias Alfredos Vater sangen und spielten mit ihren hochkarätigen Stimmen in einer Leidenschaft und Perfektion, die unter die Haut ging. „Es ist unglaublich, wie man so lange so singen kann“, bemerkte jemand.

Als die Oper zu Ende war, die Hauptfiguren sich vor dem tosenden Beifall in der Met immer und immer wieder verneigten, kam ein wenig Wehmut auf. Die Besucher in Amberg standen einfach nur von den Sitzen auf, um zu gehen. Dabei hätte es gut getan, aufzuspringen und genauso anhaltend zu klatschen wie die Menschen in New York. Auch wenn es die Künstler nicht gehört hätten – sie hätten es sicherlich gespürt. Vielleicht wird das in anderen Städten so gemacht? Aber zumindest haben in der Pause, als Thomas Hampson bei einem Interview seine Enkelin grüßte, alle herzlich mitgelacht. (akh)

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