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Feierstunde

34 Neubürger in der Region willkommen

Im großen Saal des Rathauses in Amberg fand die Einbürgerungsfeier statt. Zuwanderer und Aufnehmerland brauchen einander.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Bei der Feier im großen Rathaussaal, von links: Dr. Reinhard Böttcher, Glicery Silva Garcia, Victor Rodriguez Silva, Victor Rodriguez Garcia und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny. Die Familie Garcia ist aus Venezuela eingewandert und hat nun 2016 ihre Einbürgerungsurkunde erhalten. Foto: arr
  • Nazli Alizada sang auf Aserbaidschanisch. Foto: arr

Amberg.An diesem Freitag, 21. Oktober 2016, war für viele Einwohner der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach das lange Warten und Lernen endlich vorbei: Im großen Saal des historischen Rathauses Amberg fand die Einbürgerungsfeier statt.

Vorm offiziellen Teil spielten Ludmila Portnova (Klavier) und Vadim Vasilikov – in bewährtem Duo und sehr gekonnt – zur Einstimmung. Sodann wurden die Gäste von Landrat Richard Reisinger und Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny als neue Bürger der Bundesrepublik Deutschland begrüßt und willkommen geheißen.

Dazu hatte das „Bündnis Migration & Integration der Stadt Amberg und des Kreises Amberg-Sulzbach“ mit dem Sprecher, Dr. Reinhard Böttcher, sowie den Mitstreiterinnen und Mitstreitern diese große Feier organisiert. Alle Neubürger der vergangenen Monate waren eingeladen worden – und wie es der volle Große Saal im Rathaus zeigte, waren auch alle gekommen.

Nazli sang auf Aserbaidschanisch

Dr. Peter Schmidt, Elena Murawski, Chompoo Moebius, Ana-Emilia Rühr (vorne von links); hinten Landrat Richard Reisinger und OB Michael Cerny
Dr. Peter Schmidt, Elena Murawski, Chompoo Moebius, Ana-Emilia Rühr (vorne von links); hinten Landrat Richard Reisinger und OB Michael Cerny Foto: arr

Eingeladen waren 14 Personen aus dem Landkreis und 20 aus Amberg, jeweils mit Angehörigen. Auch die Bürgermeister der Gemeinden, in denen die Neubürger ihre Heimat haben, waren anwesend, ebenso einige Stadträte.

Als Erster durfte der Hausherr, OB Michael Cerny, die Grußworte sprechen und die Gäste herzlich willkommen heißen. Für Landrat Richard Reisinger blieb nicht mehr viel zu sagen übrig – der OB hatte fast alles gesagt.

Sängerin Nazli Alizada gab im Anschluss in der Landessprache Aserbaidschanisch Volkslieder zum Besten. Zwei Ambergerinnen erhielten aus der Hand des OB ihre Einbürgerungsurkunden überreicht. Dazu mussten die Kandidatinnen den Eid zur Einbürgerung öffentlich vortragen und bestätigen. Frau Möbius und Frau Murawski gelang das problemlos. Anschließend übergab der Landrat für den Landkreis ebenfalls zwei Neubürgern die Urkunden. Auch Dr. Peter Schmidt und Ana-Emilia Rühr gelang die Eidesformel ohne Ablesen, und mit der Übergabe der Urkunden sind sie nun offiziell Bürger der Bundesrepublik Deutschland mit allen Rechten und Pflichten.

Viele Wege führen nach Deutschland

Familie Rühr (Vilseck) bei der Einbürgerungsfeier im Rathaus
Familie Rühr (Vilseck) bei der Einbürgerungsfeier im Rathaus Foto: arr

Im Gespräch mit unserem Medienhaus äußerte sich Ana-Emilia Rühr so: „Ich bin 2003 auf der Suche nach Arbeit das erste Mal aus Rumänien nach Deutschland gekommen. Mir hat es sofort gut gefallen, so bin ich dann 2005 – ich hatte vorher meinen Mann kennengelernt – wieder in die Bundesrepublik eingereist, mit dem festen Wunsch, Deutsche zu werden. Wir haben bald geheiratet, jetzt haben wir drei Kinder. Ich freue mich sehr, dass ich jetzt eine richtige Deutsche bin.“

Dr. Peter Schmidt im Gespräch: „Ich bin in Ungarn geboren und meine Vorfahren sind ,Donau-Schwaben‘ aus Ungarn. Mein Medizinstudium brachte mich im Jahr 2005 in die Bundesrepublik – und meine berufliche Laufbahn dann nach Sulzbach-Rosenberg, und heute arbeite ich als Assistenzarzt der Inneren im St. Marien in Amberg. Es war für mich die richtige Wahl, und dass ich nun auch die deutsche Staatsbürgerschaft habe, ist für mich ein bedeutender Punkt in meinem Leben.“

Aus der Feier im Rathaus

  • Podium

    Jeder anwesende Neubürger wurde im Wechsel vom Oberbürgermeister und vom Landrat nach vorn aufs Podium gebeten. Man hatte eine Glasplatte vorbereitet, auf der sich jeder mit Unterschrift „verewigen“ durfte.

  • Ziel

    Diese Namensplatte wird dann später noch am „Willkommens-Baum“ – er wurde bereits auf dem früheren Gelände der Landesgartenschau in Amberg gepflanzt – angebracht. Ein Willkommensgeschenk gehörte dazu.

  • Umschifft

    Leichte „Schwierigkeiten“ beim Landrat und beim Oberbürgermeister konnten einzig und allein bei der Aussprache einiger Vor- und Nachnamen bemerkt werden – was beide aber sehr souverän gelöst haben. (arr)

Die Frage nach den Beweggründen dafür, in Deutschland einwandern zu wollen, ist eher leicht zu beantworten. In den meisten Fällen war es bei den Frauen die Liebe – Ausnahmen bestätigen dies. So arbeitete eine Ingenieurin in Mexiko bei Siemens, kam durch Förderprogramme nach Amberg und lernte erst hier ihren Mann kennen, während bei den Herren es in erster Linie die Aussichten auf Ausbildung, Studium und Arbeit die Beweggründe waren, ihre Heimat zu verlassen.

Landrat und OB sehen in der Einbürgerung einen positiven Trend, der nicht nur der Wirtschaft in der Bundesrepublik helfe. Unser Land brauche Fachkräfte, hieß es, und Deutschland werde, trotz gegenteiliger Meinungen, weiter ein Einwanderungsland bleiben. Abschottung helfe keinem weiter. Jeder Zuwanderer sei ein Gewinn für unser Volk und für unser Land.

Zum Ende wurde der Film „Amberg stellt sich vor“ gezeigt. Mit Musik und der Nationalhymne endete dann offizielle Teil der Einbürgerungsfeier 2016. Zum Ausklang stand ein Buffet bereit.

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