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Renaturierung

Ammerbach fließt in seinem neuen Bett

Die Wasserqualität soll verbessert werden, damit Mühlkoppe und Bachforelle bald wieder im Ammerbach bei Amberg schwimmen.
Von Mariele Schön

  • OB Michael Cerny, Fachleute vom Baureferat, Wasserwirtschaftsamt, der Vils-Allianz und dem Fischereiverein schickten den Ammerbach in seinen neuen Bachlauf. Im Bagger sitzt Franz Braun. Fotos: Schön
  • Günter Graßler vom Fischereiverein beim Abfischen des alten Bachlaufs
  • Per Baggerschaufel wurde das Wasser in den neuen Bachlauf geschickt.
  • Im neuen Ammerbach muss das Wasser einige Hürden aus Steinen überwinden.

Amberg.Günter Graßler, 2. Vorsitzender des Fischereivereins, und seine Kollegen fischen seit Tagen den Ammerbach ab. Sie fanden viele Dreistachlige Stichlinge. In einem Glasbehälter tummeln sich vor allem Stichlingsdamen. Nur zwei Herren haben die Fischereifachleute gefunden. Mit der Zahl sind sie zufrieden, sind die kleinen Fischlein doch das Futter für den Eisvogel. Und den gibt es rund um den Ammerbach. Die Stichlinge werden in das neue Bachbett des Ammerbachs gesetzt, das sich nur einige Meter entfernt vom alten Bett befindet.

Durchlässigkeit verbessern

Nun durfte der Ammerbach zum ersten Mal in sein neues Bachbett. Mit einigen Baggerschaufeln machte der Chef der Tiefbau- und Kulturbaufirma, Franz Braun, den Zugang frei und versperrte gleichzeitig den alten Ammerbachlauf. Die Ufer des neuen Bachbettes sind noch kahl. Oberbürgermeister Michael Cerny beruhigte, das werde sich in den nächsten Jahren ändern, die Ufer zuwachsen. Wesentlich sei, dass die Verlegung des Ammerbaches eine Verbesserung für die Durchlässigkeit bringe. Ziel sei, den Ammerbach in die Kategorie der guten Gewässer zu bringen.

Thomas Blank, Grünplaner vom Baureferat, bestätigte, dass der Bach jetzt mehr Dynamik entwickle. Tatsächlich haben sich die Planer von der „geraden Linie verabschiedet“, wie Cerny sagte. Der Bach schlängelt sich durch die Ebene, das Wasser muss dabei etliche Hürden aus Steinen überwinden.

Wasserrahmenrichtlinie

  • Grundlage

    Die Verlegung des Ammerbaches geht auf die neuen Wasserrahmenrichtlinien zurück. Die EU-Verordnung zielt auf die Verbesserung der Wasserqualität ab.

  • Freiwilligkeit

    Die erforderlichen Maßnahmen dazu können von den Kommunen noch freiwillig umgesetzt werden. Nach Angaben von Dr. Hans Weiß, dem stellvertretendem Amtsvorstand vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, könnte dies künftig auch Pflicht werden.

  • Finanzen

    Das Wasserwirtschaftsamt unterstützt die Renaturierung finanziell.

  • Realisierung

    Die Gemeinden setzen die baulichen Maßnahmen um. Die Vils-Allianz ist an der fachlichen Umsetzung beteiligt. (aon)

Vorbild für andere Gemeinden

Die Renaturierung des Ammerbaches wird finanziell durch das Wasserwirtschaftsamt gefördert und von der Stadt Amberg baulich umgesetzt. Dr. Hans Weiß, stellvertretender Amtsvorstand vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, lobte die Stadt Amberg „als Vorbild für andere Gemeinden“. Dem Ammerbachwasser bescheinigte Weiß, dass es eine neue Dynamik entwickle und dadurch gute Wasserqualität erreichen werde. Bisher habe es Defizite. „Das Gewässer ist in keinem guten Zustand“, so Weiß. Mit der minderen Wasserqualität kämen die Dreistachligen Stichlinge zurecht. Nicht aber eine Mühlkoppe, erklärte Hans-Hermann Lier, Vorsitzender vom Fischereiverein Amberg. Nur eine Mühlkoppe und zwei rot getupfte Bachforellen seien in den letzten Tagen gefunden und in den neuen Ammerbach umgesetzt worden. Die Renaturierungsmaßnahme Ammerbach sei eine gute Sache, betonte Lier. „Wir Fischer sind sehr zufrieden, dass das angestoßen worden ist.“ Der Fischereiverein hat auch die nächsten Tag noch viel zu tun. Viele winzige Stichlinge tummeln sich noch im verbliebenen Restwasser des Ammerbachs. Sie werden abgefischt. „Wir wollen so viel Stichlinge und Bachflusskrebse wie möglich in den neuen Bachlauf umsetzen“, erklärte Graßler.

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