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Klinikum

Balsam für Seele des Klinikum-Chefs

Der Amberger Stadtrat steht hinter Manfred Wendl. Dieser legt eine sehr positive Bilanz vor, die Zukunft wird schwieriger.
Von Gerd Spies

Die Bilanz des Klinikums St. Marien Amberg kann sich sehen lassen, wie die vorgelegten Zahlen belegten.
Die Bilanz des Klinikums St. Marien Amberg kann sich sehen lassen, wie die vorgelegten Zahlen belegten. Foto: Spies

Amberg.Das Schulterklopfen von allen Seiten bei der Stadtratssitzung quer durch die Fraktionen war sicher Balsam für die geschundene Seele von Manfred Wendl, Vorstand des Amberger Klinikums, nach seinem Vortrag zum Geschäftsbericht 2015. „Wir stehen hinter Ihnen“, fasste die SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth die Meinung ihrer Parteimitglieder zusammen, und die Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger sicherte Wendl im Namen der CSU „unsere ganze Unterstützung zu“, verbunden mit dem ausdrücklichen Dank an das Klinikum-Personal.

Oberbürgermeister Michael Cerny hatte den Geschäftsbericht des Klinikums 2015 und die Prognosen bis 2020 auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung setzen lassen, um die Amberger Volksvertreter aus erster Hand zu informieren, nachdem Auszüge aus dem Bericht in den vergangenen Wochen für viel Wirbel gesorgt hatten.

Der Vorgänger von Manfred Wendl im Amt des Klinikum-Vorstands, Wilhelm Daller, hatte ja jüngst für viel Zündstoff gesorgt, als er in einem „Offenen Brief“ an die Medien ein drohendes Defizit in Millionenhöhe angeprangert hatte.

Schwierige Rahmenbedingungen

Klinikums-Vorstand Manfred Wendl legte die Bilanz für das Jahr 2015 vor. Foto: Archiv aon
Klinikums-Vorstand Manfred Wendl legte die Bilanz für das Jahr 2015 vor. Foto: Archiv aon

„Die politischen Rahmenbedingungen durch das neue Krankenhausstrukturgesetz tragen zu keiner nachhaltigen Verbesserung der finanziellen Situation bei, sondern verschlechtern diese sogar“, erklärte Manfred Wendl dem Stadtrat und zeigte dies gleich an konkreten Beispielen auf. So erhält das Amberger Klinikum aus dem Topf des neuen Pflegestellenförderprogramms zwar 2,4 Stellen, bleibe aber auf einem Teil der Kosten sitzen.

Auch die Investitionsförderung durch den Bund sei völlig unzureichend, das Klinikum müsse auch hier in Zukunft mit einem hohen Eigenanteil rechnen. Ebenso werden laut Wendl die neuen Tarifabschlüsse durch die Tarifausgleichsrate nur zu einem Drittel gedeckt, habe das Klinikum damit zwei Drittel zu leisten.

„Hinter diesen nüchternen Zahlen stehen hoch qualifizierte Mitarbeiter.“

Manfred Wendl

Die bisherige Bilanz des Klinikums kann sich aber sehen lassen, wie Wendl mit Zahlen und Fakten zu den Patienten, der Verweildauer und dem Personal deutlich machte. Das Wichtigste aber: „Hinter diesen nüchternen Zahlen stehen hoch qualifizierte Mitarbeiter“, wie Wendl unter Zustimmung des gesamten Stadtrats betonte. Dies würden viele Auszeichnungen in der Vergangenheit belegen wie etwa die der beiden Chefärzte Prof. Dr. Volker Groß und Prof. Dr. Anton Scharl, der Frauenklinik sowie weitere Zertifizierungen.

Zahlen und Fakten

  • Fallzahlen

    Im Jahr 2015 hat das Klinikum St. Marien Amberg bei der Gesamtzahl der Fälle erstmals die 25 000er Marke überschritten, wobei die Verweildauer weiterhin kontinuierlich sinkt; sie liegt jetzt bei durchschnittlich 6,2 Tagen.

  • Reichweite

    Dass 30 Prozent aller Patienten von außerhalb der Stadt Amberg bzw. des Landkreises Amberg-Sulzbach kommen, belegt laut Klinikumsvorstand Manfred Wendl den guten Ruf der Klinik weit über die Grenzen der Region hinaus.

  • Beschäftigte

    Auch die Zahl der Beschäftigten stieg stetig, im Zeitraum von 2010 bis 2015 um 125 Stellen auf jetzt insgesamt 1700 Personen. 24 Ärzte mehr als noch vor fünf Jahren verrichten inzwischen ihren Dienst im Klinikum St. Marien. (age)

Hohe Investitionen geleistet

Neue Baumaßnahmen verbesserten zudem kontinuierlich den Standard des Hauses. So sind inzwischen der Bauabschnitt 4 und die neue Zentralsterilisation in Betrieb genommen. Und zumindest im Rohbau wird bis Ende des Jahres die erweiterte zentrale Notaufnahme mit voraussichtlichen Kosten von fast zehn Millionen Euro bei einem Eigenanteil von mehr als vier Millionen Euro stehen.

Dass diese enormen Investitionen natürlich in den nächsten Jahren besonders das investive Ergebnis der Klinik, das 2015 noch mit lediglich 125 000 Euro im Minus war, drücken werden, ist dabei allen Beteiligten klar. In dieser für die Klinik nicht einfachen Phase weiß aber Klinikums-Chef Manfred Wendl spätestens seit dieser Sitzung den gesamten Amberger Stadtrat hinter sich.

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