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Initiative

Frauen sind mobiler und selbstständiger

Einen Fahrradkurs für Frauen aus Flüchtlingsfamilien hat die Caritas in Amberg gestartet – wichtig auch für die Integration.

Ein schöner Erfolg war der Fahrradkurs für Frauen aus Flüchtlingsfamilien, den die Caritas organisiert hat.
Ein schöner Erfolg war der Fahrradkurs für Frauen aus Flüchtlingsfamilien, den die Caritas organisiert hat. Foto: Irina Huber

Amberg.Der erste vom Caritasverband Amberg-Sulzbach organisierte Fahrradkurs für Frauen aus Flüchtlingsfamilien ist zu Ende. Die Ziele des Programms wurden erreicht, die Fahrräder verschenkt, die Termine für einen weiteren Kurs geplant.

Für den Fahrradkurs wurden Frauen angesprochen, die noch nicht Fahrrad fahren konnten, weil dies aus kulturellem Kontext nicht gefördert wurde oder sogar verboten war, heißt es in einer Mitteilung der Caritas. Ein zweimal wöchentlich stattfindendes Angebot für Teilnehmerinnen aus dem Irak, der Ukraine und Afghanistan, wurde durch Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamtlichen der Caritas ermöglicht.

ADFC übernahm Ausbildung

Sigrid Spies und ihre Kolleginnen vom ADFC Amberg-Sulzbach beschäftigten sich nicht nur mit der Fahrpraxis, sondern erklärten den Teilnehmerinnen auch die Verkehrsregeln und erledigten kleinere Reparaturen an den Fahrrädern. Irina Huber vom Caritasverband koordinierte die Termine, informierte die Frauen über den Kursablauf und kümmerte sich um die Bereitstellung der richtigen Fahrräder.

Dank der Spenden von Amberger Bürgerinnen und Bürgern und besonders dank der Unterstützung der Pfarrgemeinde St. Martin bekamen alle Frauen, die am Kurs teilnahmen, einen Helm und zum Kursende ein gebrauchtes, aber voll funktionsfähiges und guterhaltenes Fahrrad geschenkt.

Ende einer Ungerechtigkeit

Fleißig haben die Frauen unter Anleitung geübt. Foto: Irina Huber
Fleißig haben die Frauen unter Anleitung geübt. Foto: Irina Huber

Die Frauen, die den Kurs absolvierten, brauchen noch Übung, um sicherer auf ihrem Drahtesel zu werden. Einiges aber erreichten sie schon jetzt: Mobilität und mehr Selbstständigkeit. Sie sind auf jeden Fall selbstbewusster geworden, so Irina Huber. Und damit sei auch mit einer Ungerechtigkeit Schluss: Die Frauen seien in der Lage, etwas zu machen, was bis vor kurzem nur den Männern in ihren Familien vorbehalten war: nämlich Fahrrad fahren. Wahrscheinlich sei dies auch die Antwort auf die Frage: Was verbindet eigentlich einen Fahrradkurs und die Integration von Flüchtlingen in Deutschland?

Die Verantwortlichen erinnerten in diesem Zusammenhang auch an die amerikanische Frauenrechtlerin Susan B. Anthony, die von 1820 bis 1906 lebte. Sie sagte: „Das Fahrradfahren hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als alles andere. Es gibt Frauen ein Gefühl der Freiheit und der Selbstbestimmtheit.“

Über das Thema Flucht und Asyl in der Region lesen Sie hier mehr in unserem MZ-Spezial.

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