MyMz
Anzeige

Film

Kuscheltier am Hemd eroberte die Herzen

Vielfältige Themen haben Filmemacher für den Amberger Kurzfilmwettbewerb aufgegriffen. Die besten Werke wurden prämiert.
Von Rolf-Dieter Reichert

Zahlreiche Besucher kamen zum Amberger Kurzfilmwettbewerb ins Ring-Theater.
Zahlreiche Besucher kamen zum Amberger Kurzfilmwettbewerb ins Ring-Theater. Foto: Reichert

Amberg.Im traditionsreichen Ring-Theater flimmerten am Freitagabend wieder Filme über die Leinwand. Anlass war der Amberger Kurzfilmwettbewerb „Akut“, den der Kulturverein unter dem Motto „Amberg macht’s kurz“ initiiert hatte. Mehr als 60 Werke waren eingereicht worden, 18 davon wurden dem Publikum präsentiert, das zusammen mit einer Jury die vier Preisträger kürte.

Vor eineinhalb Jahren endete die Kino-Ära im Ring-Theater – doch die gesamte Technik des Hauses ist noch vorhanden. Komplett erhalten und funktionsbereit stehen die Projektoren und Umwickelmaschinen im Vorführraum, durch die Projektionsluken kann sich der Vorführer davon überzeugen, dass im Saal alles seine Ordnung hat. Außerdem stand natürlich eine Reihe von Geräten für die heute übliche digitale Präsentation bereit. Um diese kümmerte sich Prof. Dipl.-Des. Martin Frey von der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik der OTH in Amberg. Er hat auch die Moderation des Abends übernommen.

Horror-Wesen und Spieler

Alte und neue Technik – Seite an Seite steht sie noch im Ring-Theater in Amberg. Foto: arr
Alte und neue Technik – Seite an Seite steht sie noch im Ring-Theater in Amberg. Foto: arr

Die Kurzfilme zeigten ein breites Themenspektrum vom Skurrilen über menschliche Themen bis zum Horror und zum schwarzen Humor. Es war für jeden Geschmack etwas dabei, auch für Geschmäcker, die hart im Nehmen sind. So zum Beispiel der Film „Kingdom of Trees“, in dem ein einsamer Junge sich alleine durch einen Wald kämpfen muss, der von Horror-Wesen bevölkert ist. „Just Running“ will vermitteln, dass man (frau) „sein eigenes Ding“ macht und nicht auf das Gerede von Unbeteiligten hören solle.

„Rote Bete. Die Trennung“ will beim Zuschauer auch ein bisschen Zweifel über das Gesehene und Gehörte vermitteln. Raumfahrzeuge haben als Treibstoff Rote-Bete-Saft! Und „Singleplayer“ beispielsweise warnt vor Vereinsamung der Personen, die lieber vor der Spielekonsole sitzen, als sich mit den Mitmenschen zu unterhalten.

Drei Preisträger gekürt

Professor Martin Frey (links) mit der Jury und Marc Rößler aus Nürnberg, dessen Film „Bob“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Foto: arr
Professor Martin Frey (links) mit der Jury und Marc Rößler aus Nürnberg, dessen Film „Bob“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Foto: arr

Mit dem 1. Preis prämiert wurde der Film „Trial & Error“, ein sehr gut gemachter Zeichentrickfilm von Antje Heyn aus Berlin. Er hat eine fiktive Person zum Thema, die sich mit einem abgerissenen Hemdknopf beschäftigt, der ersetzt werden muss. Ein passender Knopf wird endlich im Auge des geliebten Knuddeltieres gefunden, aber der Suchende bringt es nicht übers Herz, den Knopf abzuschneiden. Er nimmt das ganze Knuddeltier als Knopfersatz.

Der zweitplatzierte Film, „Bob“ von Marc Rößler aus Nürnberg, beschreibt einen Menschen, der mit dem Tod sein Geschäft machen will. Nun ja, es geht nicht gut, er sprengt sich selbst in die Luft, bevor er seine „Arbeit“ abliefern kann. Der Film „The Call“ von Ammar Sonderberg aus Mannheim greift die unruhige und von kriegerischen Konflikten geprägte Zeit auf. Er will die menschliche Seite zeigen, die allerdings auf der Verliererseite steht. Der Tod ist allgegenwärtig.

Erstmals auch ein Regionalpreis

Der mit dem Regionalpreis prämierte Film „Fahrerwechsel“ von Robert Neuber aus Pressath hat zwischenmenschliche Beziehungen und Wünsche zum Thema: Ein junges Paar bewundert ein Oldtimerfahrzeug, das von einem älteren Ehepaar gefahren wird. Das Paar im Oldtimer hingegen möchte gerne den neuen, schicken Wagen. Also: Fahrerwechsel – alle sind zufrieden.

Viel Beifall erhielten auch die Beiträge von Kindern, Schulklassen, die in einer Auswahl im Vorprogramm zum Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurden.

Hintergrund

  • Die vorgestellten Filme

    Gezeigt wurden „Eiland“ von Kuesti Faun (Düsseldorf); „Bob“ von Marc Rößler (Nürnberg); „Briefe verbinden“ von Marco Henn (Weinheim); „Singleplayer“ von Dominique Osea (Gütersloh); „Trial & Error“ von Antje Heyn (Berlin); „Magdalenas Akte“ von Oliver Theurich (Berlin); „Er liebt Delphine“ von Robert M. Hennefarth (München); „The Call“ von Ammar Sonderberg (Mannheim); „Just Running“ von Ronja Hemm (Würzburg); „Kingdom of Trees“ von Julian Richberg (Berlin); „Fahrerwechsel“ von Robert Neuber (Pressath); „Rote Beete. Die Trennung, Teil 1“ von Rupert Mahner (München); „Der gute Mukolewski“ von Johannes Heitmann (Freiburg); „Rico“ von Pascal Rosengardt (Düsseldorf); „Disco“ von Nils Strüven (Berlin); „50 50“ von Matthias Eiban (Tiefenbach); „Passwort“ von Linus Moser (Henstedt-Ulzburg); „Klopf Klopf“ von Julia Sonntag (Weimar).

  • Die prämierten Filme

    Mit 500 Euro prämiert wurde der Zeichentrickfilm „Trial & Error“ von Antje Heyn aus Berlin. Den zweiten Platz (300 Euro) belegte „Bob“ von Marc Rößler, auf Platz 3 (200 Euro) wählten Publikum und Jury „The Call“ von Ammar Sonderberg. Zusätzlich ausgelobt wurde ein Preis für den besten Film aus der Region. Es war „Fahrerwechsel“ von Robert Neuber aus Pressath. (arr)

Mehr aus Amberg und Umgebung finden Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht