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Spatenstich

Riesiger Spaten – herzliches Lachen

Die Dimensionen des Neubaus der Jura-Werkstätten zeigen, wie wichtig Menschen mit Behinderung den Ambergern sind.

Die letzte Frage vor dem symbolischen Akt an die Jura-Mitarbeiter – „wer will mit aufs Bild?“ – die löste einen wahren Ansturm aus. Foto: hcr
Die letzte Frage vor dem symbolischen Akt an die Jura-Mitarbeiter – „wer will mit aufs Bild?“ – die löste einen wahren Ansturm aus. Foto: hcr

Amberg.Nicht allein der Spaten, mit dem die Maßnahme zum Neubau der Jura-Werkstätten in der Raiffeisenstraße 7 symbolisch eingeläutet wurde, war von so immensen Dimensionen, dass neben der politischen Prominenz auch alle in der Einrichtung lebenden und arbeitenden Menschen kräftig mit anpackten. Eine Dimension für sich sind auch Bausummen und humanitäre Ziele, die hinter dem Bauvorhaben der Jura-Werkstätten stehen.

Wie der Vorsitzende des Jura-Werkstätten-Vereins, Eduard Freisinger, in seiner Begrüßung hervorhob, beläuft sich die Bausumme für die neue Werkstatt mit Lager, Berufsbildungsbereich, Küche und Speisesaal auf 15,5 Millionen Euro netto und für die Förderstätte für 24 Personen mit hohem Förderbedarf auf weitere 2,1 Millionen Euro brutto. Die Nutzfläche des, dem Gefälle des Grundstücks angepassten, ein- und zweigeschossigen Baues wird sich auf 9400 Quadratmeter belaufen.

Knapp und bündig, mit einer Prise Humor, ging der Vorsitzende der Jura-Werkstätten auf die lange Vorbereitungs- und Planungszeit ein. Erst nach Grundstückswechsel mit der Bundeswehr-Fachschule und dem Milchwerk Bayernland kann der Bauwunsch realisiert werden. Freisingers Dank galt im Besonderen dem Bezirk Oberpfalz, der fünf Prozent der Gesamtbaukosten trägt, sowie der Staatsministerin Emilia Müller für ihre Unterstützung.

Nach seiner Schätzung und Bauvorgabe werde in knapp zwei Jahren das Großbauprojekt Jura-Werkstätte realisiert sein. „Bauliche Gegebenheiten sind von besonderer Bedeutung und helfen, die erforderlichen Aufgaben zu erfüllen. Entscheidend aber sind die Menschen, die dann im Neubau arbeiten werden, um für jeden Menschen mit Behinderung einen für ihn geeigneten Arbeitsplatz zu finden“ – das stellte Freisinger in den Mittelpunkt.

Das Bauvorhaben

  • Daten

    Die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach ist Träger der Jura-Werkstätten. Der Bauplatz hat eine Größe von knapp 19 000 Quadratmetern und einen Höhenunterschied von rund vier Metern.

  • Details

    Die Grundfläche der Werkstatt beträgt 8250 Quadratmeter, Berufsbildung und Förderstätten werden auf 850 Quadratmetern, Berufsbildung auf 370 Quadratmetern untergebracht. Dazu: Verwaltungsräume, Sozialdienst, die Hausküche und der Speisesaal.

  • Kosten

    Der Eigenanteil liegt für die Jura-Werkstätten bei 20 Prozent, 65 Prozent finanziert der Freistaat, fünf Prozent der Bezirk, zehn Prozent die Agentur für Arbeit. Einweihung des Neubaus soll im Oktober 2017 sein. (hcr)

Architekt Michael Flierl vom Architekturbüro Harth & Flierl fand Gefallen am Riesenspaten, gestiftet von der bauausführenden Amberger Firma Mickan. „Ein cooler Spaten. So was hatten wir auch noch nicht.“ Der Auftrag, Inklusion, Teilhabe der hier arbeitenden Menschen am öffentlichen Leben, mit dem Werkstättenneubau zu ermöglichen, habe das Architekturbüro „sehr ernst genommen. Seit Planungsbeginn haben wir den Grundsatz der Inklusion beachtet und die Frage – für wen bauen wir – immer wieder neu in die Waagschale geworfen“.

Das neue Werkstättengebäude werde dann 355 Menschen einen sicheren Lebensunterhalt bieten, schloss Flierl, um das Mikrofon frei zu machen für das Grußwort von Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny. Der Begriff „Neubau“ drücke nicht die vielen, anstrengenden Vorarbeiten, schlaflosen Nächte aus, die nötig waren um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, erinnerte Cerny. Alle Maßnahmen im Vorfeld mündeten im Neubau für einen der größten Arbeitgeber, der sich im Besonderen seit nunmehr 40 Jahren der sozialen Aufgabe widme.

„Neben der Inklusion bieten die Werkstätten den Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen auch ein geschütztes Umfeld und wichtige Förderung.“ Dem konnte sich Landrat Richard Reisinger nur anschließen und der „segensreichen Einrichtung, mit Strahlkraft in die gesamte Region“ alles Gute und viel Vorfreude auf das Projekt wünschen. Die letzte Frage vor dem symbolischen Akt in die Menge der erschienenen Jura-Mitarbeiter – „wer will mit aufs Bild?“ – die löste einen wahren Ansturm aus, zu einem der schönsten Pressebilder, an die man denken könnte. (hcr)

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