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Kunst

Die Gefühle von Menschen festhalten

Menschen zu beobachten reizt den Nachwuchsfotografen Stephan Böhm. Seine Bilder zeigt er nun im Wunderhof in Eckertsfeld.

Großformatige Fotos von Menschen stellt Stephan Böhm aus.
Großformatige Fotos von Menschen stellt Stephan Böhm aus. Foto: Wunderhof

Birgland.Die Fotoausstellung „Starke Persönlichkeiten – von Bodybuildern und Bandleadern“ von Nachwuchsfotograf Stephan Böhm zeigt die Kunstgalerie im Wunderhof in Eckertsfeld (Gemeinde Birgland) bis 4. Juli. Eine ungewöhnliche Ausstellungskonzeption mit nur wenigen großformatigen Arbeiten, die nicht an den Wänden, sondern im Raum gehängt sind, zog die Besucher schon bei der Eröffnung in ihren Bann.

Stephan Böhm studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule Mainz. Fotografien von Menschen, in denen sich der Betrachter wiedererkennt, sind für die Kommunikation, die Übermittlung von Botschaften das wichtigste Mittel. Als Böhm 2012 begann, sich mit der Fotografie zu beschäftigen, reizten ihn besonders Menschen als Motiv, wie er sagt. Sie bei ihrem Tun zu beobachten und in Momenten unverfälschter Emotion im Bild festzuhalten, sei dabei ebenso sein Anspruch wie höchste technische Perfektion. Er beschäftigte sich intensiv mit analoger und digitaler Fotografie, um sicherzustellen, dass auch bei starken Vergrößerungen die Bilder gestochen scharf und farbig korrekt dargestellt werden.

Der Wunderhof

  • Ausstellungen

    Die Ausstellung mit Fotos von Stephan Böhm im Wunderhof ist bis 4. Juli an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Arbeiten von Stephan Böhm sind unter www.shadowofsun.de zu sehen. Im 1. Stock der Kunstgalerie gibt es in der Dauerausstellung von Venia Design mit Evi Steiner-Böhm und Michael Horn neben bezaubernden Naturmotiven Illustrationen für Märchen und Geschichten zu sehen.

  • Lebensgarten und Café

    Führungen durch den Lebensgarten im Wunderhof werden ohne Anmeldung von 13.30 bis 14.30 Uhr angeboten (bei jedem Wetter). Der Eintrittspreis beträgt fünf Euro pro Person, Kinder bis zwölf Jahre sind frei. Das Café des Wunderhof ist bis 15. Oktober an Sonn- und Feiertagen jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Informieren kann man sich dabei auch über die Kreativwerkstatt und die Jugendkunstschule.

Eindrucksvoll schon das erste Motiv, das beim Betreten der Ausstellung sofort ins Auge fällt: Der Bassist einer Rock-Band, der, völlig vertieft in seine Musik, alles um sich herum vergisst. Ihm gegenüber eine Bühne, auf der eine Band sich für ihr Publikum verausgabt. Dann ein Selbstporträt in Schwarzweiß – da ist Böhm ausnahmsweise selbst der Fotografierte. Auf zwei Bodybuilder, hochkonzentriert, am Limit ihrer Kraft und dadurch ungeheuer stark, fällt als nächstes der Blick, ebenso auf zwei weitere, überlebensgroße Musiker. Dann plötzlich eine andere Stimmung: Ein junger Mann blickt den Betrachter zärtlich an. Beim Hinausgehen erleben die Besucher noch einen Perspektivenwechsel: Aus einer Demonstration tauchen zwei Männer auf, getragen von vielen anderen, mit einer Friedensfahne in der Hand auf.

Die Konzeption, mit nur wenigen großformatigen Leinwänden die zur Kunstgalerie umgebaute Scheune im Wunderhof in mehrere Erlebnisräume zu unterteilen, geht auf, urteilten die Besucher. Von jedem Standpunkt der Ausstellung kommen dem Betrachter die Bilder entgegen, formieren sich zu unterschiedlichen Gruppen und ziehen ihn mit ins Geschehen.

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