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Burschen helfen beim Einkauf

Der Raigeringer Burschenverein ist nicht nur beim Feiern spitze. Er hilft in diesen schweren Zeiten auch älteren Menschen.
Von Gerd Spies

Marco Franz vom Burschenverein 07 Raigering betätigte sich für eine von der Corona-Krise gefährdete Seniorin als Einkaufshelfer. Foto: Gerd Spies
Marco Franz vom Burschenverein 07 Raigering betätigte sich für eine von der Corona-Krise gefährdete Seniorin als Einkaufshelfer. Foto: Gerd Spies

Amberg.Sogar der Club, der 1. FC Nürnberg, der selbst vom Corona-Virus betroffen ist, bietet Älteren und Bedürftigen in der fränkischen Metropole Einkaufshilfen an. Jetzt bekommen auch im Amberger Ortsteil Raigering ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen einen Einkaufsservice angeboten – vom Raigeringer Burschenverein.

Es geht viel um Solidarität in diesen Tagen, für Menschen, die Hilfe brauchen in dieser Corona-Krise. Der Burschenverein 07 Raigering, der sich normalerweise um die „Pflege der Tradition“ kümmert, zu der die legendäre Raigeringer Kirwa als alljährliches Haupt-Event zählt, setzt ein Zeichen. Die Burschen sind in Raigering unterwegs und nehmen sich Menschen an, die zur Risiko-Gruppe gehören und durch ihren eingeschränkten Aktionsradius vor gravierenden Problemen stehen.

Helga Schwantner (73), alleinstehend, wohnt seit über 50 Jahren in Raigering. Seit drei Jahren ist sie nach einer schweren Krankheit auf Hilfe angewiesen. Um sich nicht der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen, hat sie die (0170) 3 00 17 13 gewählt, eine Einkaufsliste und ihre Adresse angegeben. Marco Franz, Vorstandsmitglied im Raigeringer Burschenverein, erledigt für sie den Einkauf, erhält im Briefumschlag den Geldbetrag.

Kostenloser Service

14 Vereinsmitglieder des Burschenvereins 07 haben sich spontan bereiterklärt, sich als Einkaufshelfer zur Verfügung zu stellen. Täglich von 9 bis 17 Uhr können nun ältere Menschen kostenlos diesen Service in Raigering in Anspruch nehmen.

Es war ein überwältigendes Echo, das die Aktion „Einkaufshilfe“ des Burschenvereins in den sozialen Medien hervorgerufen hat. „Wir haben mit dem Bild über facebook weit über 10 000 Menschen erreicht“, berichtet Oliver Zweck, der Vorsitzende des Vereins. Sogar die Amberger Bürgermeisterin Brigitte Netta habe die Seite geteilt.

Dem Amberger Radio-Sender „BeatAM“ musste Vorstandsmitglied Albrecht Simon sogar ein Interview geben.

Ins Rollen gebracht hatte die ganze Aktion der ehemalige Vorstand Stefan Nübler, der inzwischen berufsbedingt in Stuttgart lebt. Die Firma Frischmann, Druck & Medien, sponserte die Flyer, die in ganz Raigering in den Briefkästen landeten. Seit vergangenen Freitag stehen nun die Raigeringer Burschen bereit, ihren älteren und hilfsbedürftigen Mitmenschen im Ort zu helfen.

Zahlreiche Organisationen auch im Raum Amberg organisieren inzwischen solche Hilfsaktionen. Neben den Raigeringer Burschen bieten auch die Burschenvereine von Ammerthal, Aschach, Hahnbach diesen Service an. Auch die Ministranten von Ammersricht und der Pfarrei St. Georg engagieren sich mit diesem Angebot. Sogar vom Amberger Eishockeyverein ERSC Amberg organisieren Fans dieses Hilfsangebot für Menschen, die wegen der Corona-Krise Probleme mit dem Einkaufen haben. Vincent Stemp, der Fan-Beauftragte der „Horda Authentik“, einer Fan-Gruppierung des Amberger Eishockeyvereins, hat rund 40 Helfer um sich geschart, die hilfsbedürftigen Menschen den Einkauf abnehmen.

Solidarität nimmt zu

Die Solidarität in Zeiten von Corona nimmt zu. Deutschlandweit zeigen sich viele Menschen solidarisch und hilfsbereit gegenüber Menschen, die Unterstützung brauchen.

Klickt man sich in diesen Tagen durch die sozialen Medien, reihen sich viele Hilfsangebote aneinander. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte vor Kurzem in ihrer Fernsehansprache die zahlreichen Nachbarschaftshilfen. Das macht den älteren Menschen, die als Risikogruppe gelten, Hoffnung, die Corona-Krise unbeschadet zu überstehen.

Flyer „BV 07

  • Kontakt:

    Täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr kann man telefonisch bei Jonas Pongratz unter (0170) 3 00 17 13 die Einkaufsliste abgeben und die Adresse hinterlassen. Das Geld sollte in einem Briefumschlag parat gehalten werden.

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