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Digital Lernerfolge erzielen

Das Amberger Erasmus Gymnasium macht gute Erfahrungen mit dem Fernunterricht. Eine Elternumfrage soll bei Bewertung helfen.

Mit der Lernplattform „mebis“ werden die Gymnasiasten digital unterrichtet.  Foto: Stefan Puchner/dpa
Mit der Lernplattform „mebis“ werden die Gymnasiasten digital unterrichtet. Foto: Stefan Puchner/dpa

Amberg.Das Amberger Erasmus Gymnasium zieh eine erste Bilanz ihrer Erfahrungen mit dem digitalen Unterricht. „Wir sind gut vorbereitet: Die Lehrer haben bereits eine ganze Woche vor der befürchteten Schulschließung ihre mebis-Kenntnisse aufgefrischt und jedem Schüler wurde gezeigt, wie er mit der Plattform arbeiten kann“, schreibt der Schulleiter des Erasmus-Gymnasiums, Karl Bösl.

Bösl sieht in dieser Ausnahmesituation seine Lehrer und Schüler befähigt, den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten. Deshalb blickt er optimistisch auf die nächsten Wochen.

Kapazitätsprobleme gelöst

Nach anfänglichen Schwierigkeiten – die Plattform hatte zunächst Kapazitätsprobleme – läuft nun der digitale Unterricht: Lehrer können die Aufgaben online stellen, Videos verlinken oder selbst erstellen und Hausaufgaben termingebunden einfordern und oftmals auch korrigiert zurücksenden, was im Großteil der Fälle reibungslos funktioniert. Bei Schwierigkeiten mit der Internet-Plattform mebis erhalten Schüler und Eltern die Informationen und Arbeitsanweisungen auch per E-Mail.

Schulleiter Karl Bösl ist optimistisch, nach der schulfreien Zeit an Lernerfolge anknüpfen zu können  Foto: Buero Wilhelm
Schulleiter Karl Bösl ist optimistisch, nach der schulfreien Zeit an Lernerfolge anknüpfen zu können Foto: Buero Wilhelm

„Die Schüler lernen nun, sich selbst die Inhalte beizubringen, und der Lehrer wird zum Lernbegleiter, der dann durch Übungen den Stoff vertieft. Diese Methode ist in Dänemark und in den USA schon weit verbreitet und nennt sich flipped classroom. Sie ähnelt sehr dem Montessori-Prinzip `Hilf mir es selbst zu tun´. Ich finde den didaktischen Ansatz super“, so Bernadette Spörer, die am EG Französisch und Englisch unterrichtet. Auch der intensive Austausch mit den Oberstufenschülern wirke sich positiv aus: „Die Schüler bekommen ein persönliches Feedback von mir, wenn sie mir etwas zuschicken, und sind sichtlich dankbar dafür“, erzählt Nicole Druckseis, Lehrerin für Deutsch, Sozialkunde und Geschichte.

Wenn Schüler jedoch „digital abtauchen“, kann eine Lehrkraft auch mitunter das Gefühl bekommen, „in ein schwarzes Loch“ hinein zu unterrichten, wie es Christina Schleicher, Lehrerin für Griechisch und Latein, zum Teil beobachtet.

Hier sind nun, vor allem in Unter- und Mittelstufe, die Eltern gefordert, eine geordnete Arbeitsstruktur mit festen Lernzeiten aufzubauen. Die erteilten Arbeitsaufträge müssen kontrolliert und gegebenenfalls an die Lehrkraft zurückgeschickt werden. Ob die Schüler die vorgegebenen Aufgaben in angemessener Zeit erledigen können und wie das Arbeiten mit der Plattform klappt, wird gerade mit Hilfe einer Elternumfrage evaluiert.

Chance für modernen Unterricht

Positiv ist anzumerken, dass die Digitalisierung an den Schulen einen Schub erhält, wie es auch Bundesminister Peter Altmeier schon formuliert hat. Selbst die älteren Lehrer setzen sich nun mit den digitalen Möglichkeiten auseinander, was eine große Chance für modernes Unterrichten bietet. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl ist fühlbar: Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler ziehen mehr noch als zuvor gemeinsam an einem Strang, damit das Lernen nicht unterbrochen wird und man nach den schulfreien Wochen im Erasmus Gymnasium auch an sichtbare Lernerfolge anknüpfen kann.

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