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Verkehr

Freie Fahrt auf vier Fahrspuren

Mit einem großen Lob an die bauausführenden Unternehmen wurde der ausgebaute Abschnitt der B 85 offiziell freigegeben.
Von Paul Böhm

Das obligatorische Durchschneiden des Bandes am Straßenrand war die offizielle Freigabe für den Straßenverkehr, auch wenn schon seit Anfang Juli die vierspurig ausgebaute B 85 in diesem Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost und Pittersberg genutzt werden kann. Foto: abp
Das obligatorische Durchschneiden des Bandes am Straßenrand war die offizielle Freigabe für den Straßenverkehr, auch wenn schon seit Anfang Juli die vierspurig ausgebaute B 85 in diesem Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle Amberg-Ost und Pittersberg genutzt werden kann. Foto: abp

Ebermannsdorf.Es gab Lob und Anerkennung von allen Seiten. „Mit schnellerer Bauzeit, kostengünstiger und vor allem unfallfrei ist der Ausbau der B 85 im Streckenabschnitt AS Amberg-Ost (A6) – Pittersberg abgeschlossen worden“. Diese gute Nachricht hatte Bauoberrat Stefan Noll als verantwortlicher Leiter für den Ausbau der B 85 Amberg- Ost (A6) – Pittersberg bei der obligatorischen Freigabe des 2,56 km langen Streckenabschnitts im Portfolio. Die Freigabe für den Straßenverkehr ist vor den allgemeinen Sommerferien Ende Juni erfolgt, auch wenn man sich durch viele Terminüberschneidungen erst jetzt zur offiziellen Freigabe zusammengefunden hatte.

Fast eine Punktlandung

Wie Bauoberrat Stefan Noll informierte, hat die Bauzeit rund ein Jahr betragen. Baubeginn war im Juni 2017 gewesen. „Fast auf den Tag genau sind wir fertig geworden". Die Freigabe für den Straßenverkehr ist bereits in den letzten Junitagen gewesen. „Da wollten wir die Umleitungen nicht länger als unbedingt erforderlich aufrecht erhalten und Verkehrsbehinderungen ersparen“, meinte Stefan Noll.

Gut abgeschnitten hat man auch mit den Baukosten. Veranschlagt waren 9,58 Millionen Euro. „Wir werden voraussichtlich mit knapp 8,5 Millionen Euro das für die Region Amberg-Schwandorf so wichtige Straßenausbauprojekt abschließen können“. Es erfüllt das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit besonderem Stolz, dass es gelungen ist, die genehmigten Baukosten um gute zehn Prozentpunkte zu unterschreiten.

Mit vielen Details informierte Bauoberrat Stefan Noll über die Arbeiten an dem knapp 2,6 Kilometer langen Ausbauteilstück der B85. Foto: abp
Mit vielen Details informierte Bauoberrat Stefan Noll über die Arbeiten an dem knapp 2,6 Kilometer langen Ausbauteilstück der B85. Foto: abp

Begeistert zeigte sich der Ebermannsdorfer Bürgermeister über den schnellen Ausbau dieses B85-Stücks. Das sehe ich vor allem aus dem Blickwinkel der Feuerwehren, dass die Entschärfung dieses Nadelöhrs hoffentlich auch mit weniger Einsätzen für Rettungskräfte einhergehen wird. „Vor allem die Leichtigkeit der Verkehrsführung und die deutliche Entschärfung der Verkehrsproblematik sehe ich als sehr vorteilhaft an“. Nicht zuletzt sehe ich damit auch gute verkehrstechnische Unterstützung unseres Gewerbegebietes in Schafhof an.

Sowohl Landrat Richard Reisinger und die Bundestagsabgeordneten Alois Karl und Karl Holmeier, aber auch die Regierungsvertreter sahen die Freigabe dieses Bauabschnitts als wichtigen Baustein für die verkehrstechnische Erschließung Nordbayerns und des Großraums Nürnberg an. Wie Alois Karl sagte, habe er deswegen einen Hut aufgesetzt, weil er den heute in Anerkennung der erbrachten Leistungen aller am Ausbau Beteiligten ziehen möchte.

Verkehrsbelastung und Lückenschluss

  • Motorisierter Verkehr:

    Die aktuelle Verkehrsbelastung auf der B85 liegt südlich der A6 mit mehr als 13000 Kfz/24h einschließlich rund 2200 LKW´s pro Tag weit über dem bayerischen Durchschnitt von etwa 9600 Kfz. Bis 2030 werden Verkehrsbelastungen in diesem Abschnitt von 15000 Kfz mit rund 2300 Lkw´s pro Tag prognostiziert.

  • Radfahrer:

    Nach erfolgtem Ausbau können auch die Radfahrer den auf der Ostseite der Bundesstraße B 85 neu angelegten, parallel verlaufenden, öffentliche Feld- und Waldweg nutzen, so dass sich auch die Sicherheit für den Radverkehr signifikant verbessert und eine Lücke im Radwegenetz entlang der B 85 geschlossen wird.

Der rund 2,6 Kilometer lange vier-streifige Ausbau der B 85 zwischen den Kreisstraßen AS23 und AS 24 im Gebiet der Gemeinde Ebermannsdorf ist im „Bundesverkehrswegeplan 2030 im vordringlichen Bedarf eingestuft gewesen. Nachdem die notwendigen vorbereitenden Maßnahmen, wie etwa die Verlegung von Telekommunikationslinien sowie der archäologischen Dokumentationen der „Splitterschutzboxen“ aus dem zweiten Weltkrieg des nahegelegenen Flugplatzes Schafhof abgeschlossen waren, begannen am 19. Juni 2017 die eigentlichen Arbeiten zum Ausbau der Bundesstraße.

Ein Anbau von zwei neuen Richtungsfahrbahnen erfolgte neben der bestehenden Fahrbahn ohne relevante Eingriffe in den Verkehr. Bereits vor der witterungsbedingten Winterpause wurde der Verkehr Ende 2017 auf die neu gebaute Richtungsfahrbahn umgelegt. In der ersten Bauphase wurde begonnen, beidseitige Parallelwege herzustellen. „Dies ermöglicht jetzt, dass keine unmittelbar auf die B85 ein- und ausfahrende forstwirtschaftliche Fahrzeuge mehr den Verkehr behindern können.

In der Bauphase II wurde mit der Fertigstellung der neuen Richtungsfahrbahnen Amberg-Schwandorf der gesamte Verkehr auf die neu angebaute Trasse umgelegt, so dass mit Beginn der Bausaison 2018 ebenfalls unter Aufrechterhaltung des Verkehrs die bestehende Fahrbahn komplett erneuert und verstärkt werden konnte.

Verkehrsfreigabe Ende Juni

„Bereits am 19. März war es dank des zügigen Baufortschrittes möglich, auch die erneuerte Richtungsfahrbahn „Schwandorf-Amberg“ in Verkehr zu nehmen. Die danach noch notwendigen Restbauarbeiten mit dem Lückenschluss in den Betongleitwänden beanspruchten nur geringe Zeit, so dass schon Ende Juni alle vier Fahrbahnen auf gesamten Länge dem Verkehr zur Verfügung gestellt werden konnten.

„Die Inverkehrnahme aller Teile der Straßenbaumaßnahmen gelang damit deutlich früher als ursprünglich geplant“. Lob zollte Stefan Noll der beauftragten Baufirma Seebauer Tiefbau GmbH aus Schwarzhofen und deren Subunternehmern für ihr sehr zügiges Bautempo. So sehr die Landwirte unter der diesjährigen Trockenperiode leiden, so sehr hat diese trockene Witterung geholfen, durchgängig bauen zu können. Sonst notwendige witterungsbedingte Behinderungen und Unterbrechungen traten kaum auf, so dass hierfür sonst unvermeidbare Zeitpuffer nicht in Anspruch genommen werden mussten. Auch im Herbst und Winter des vergangenen Jahres konnte länger als üblich gearbeitet werden, fasst Bauoberrat Stefan Noll zusammen.

Die technische Entwurfs- und Ausführungsplanung des Bauamtes war zudem darauf getrimmt, von vornherein Störfaktoren im Bauablauf auszuschließen und gegenseitig hemmende Abhänigkeiten zu minimieren.Auf Grund der überdurchschnittlich hohen Verkehrsbeanspruchung der bisher 2-streifigen und im Gegenverkehr befahrenen B85 konnten Überholbereiche zwischen die Einmündungen der Kreisstraßen AS 23 und AS 24 oft nicht zum Überholen des Schwerverkehrs oft nicht genützt werden. Der sich daraus ergebende Überholdruck und die sich oft einstellende riskante Fahrweise führten immer wieder zu gefährlichen Begegnungsfällen und letztendlich zu einer Vielzahl an Unfällen.Wie geht der Ausbau der B85 weiter: Ein zweibahnig, vierstreifiger Ausbau der B 85 zwischen dem Pittersberg und der A93 ist ebenfalls im „Bundesverkehrswegeplan 2030“ enthalten. Die Ertüchtigung des Knotenpunkts A6/B 85 bei Schafhof werden Planungen zur Verbesserung der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs durchgeführt. Weiterhin sind die Planungen für einen dreistreifigen Ausbau der B 85 zwischen Amberg und der A6 angelaufen, die neben der Schaffung wechselseitiger Überholmöglichkeiten, analog der B85 zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg auch Verbesserungen der Verkehrssicherheit am Haidweiher und der benachbarten Schweppermannkaserne zum Inhalt hat. Erst kürzlich hatte es dort einen Verkehrstoten gegeben.

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