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Brauchtum

Premieren bei der Ebermannsdorfer Kirwa

Erstmals an Pfingsten und vier Tage lang feierte Ebermannsdorf das Fest – mit Stimmungsbands und traditionellen Tänzen.
von Christine Wendl

Die anderen Paare beglückwünschten das strahlende Oberkirwapaar Anna Preischl und Julian Pospiech. Foto: Wendl
Die anderen Paare beglückwünschten das strahlende Oberkirwapaar Anna Preischl und Julian Pospiech. Foto: Wendl

Ebermannsdorf.„O’zapft is‘!“, hieß es zum 14. Mal in Ebermannsdorf, als 3. Bürgermeister Erich Meidinger mit gezielten Schlägen das erste Fass Naabecker im Zelt anzapfte und an die zwölf Kirwapaare ausschenkte. Zuvor hieß der 1. Vorstand der Kirwagemeinschaft, Simon Wendl, die Gäste herzlich willkommen und bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren für die Unterstützung.

Erstmals fand die Kirwa heuer am Pfingstwochenende statt und startete bereits am Freitagabend. Der laue Juniabend sorgte für voll besetzte Bänke vor – und zu späterer Stunde auch im Zelt, wo die Band Sappralot für beste Stimmung sorgte. Nach einer kurzen Nacht hieß es für die Aktiven am Samstagmorgen, die von Hubertus von Eyb gestiftete Fichte aus dem Wald zu holen und am Kirwaplatz mit viel Geschick und gutem Handwerkszeug zu einem schmucken Kirwabaum zu machen.

Tanzboden selbst gebaut

Als der Schriftzug, das Wappen und die Banderole fertig geschnitzt, die Spitze geschmückt und die Kränze mit den Kirwa-Herzen korrekt ausgerichtet waren, schwebte das Wahrzeichen scheinbar mühelos mit technischer Unterstützung in das Zentrum des ebenfalls neu von den Kirwaburschen angefertigten Tanzbodens.

Gewinner

  • Oberkirwapaar:

    Beim Walzer hatten Anna Preischl und Julian Pospiech am Ende der Musik den wandelnden Bumenstrauß in den Händen – und wurden so zum Oberkirwapaar.

  • Losglück:

    Mit der Nummer 100 gewann Linda aus Kümmersbruck den 33 Meter langen Kirwabaum. Sie wird noch ein bisschen warten müssen, freute sich aber sehr über den außergewöhnlichen Gewinn.

Im weiteren Verlauf des Samstags fand der traditionelle Seniorennachmittag statt. Die Gemeinde verteilte an alle über 65-Jährigen Verzehrgutscheine und Bürgermeister Josef Gilch mischte sich mit seinen beiden Vertretern unter die Gäste. Hans Bauer übernahm als Seniorenbeauftragter die Moderation des Nachmittags, der musikalisch von der Blaskapelle St. Konrad, geleitet von Moritz Rothmeier, umrahmt wurde. Entzückend war der Auftritt des Kindergartenkinder, die ihrem Namen „Sonnenschein“ mit fröhlichen Tänzchen und Gesängen alle Ehre machten. Barbara Vieracker gab einige ihrer berühmten selbst getexteten Lieder zum Besten und wurde mit großem Applaus dafür belohnt.

Brauchtum

Die Kirwa bringt Generationen zusammen

In den 1970er Jahren drohte der Fronberger Kirwa das Aus. Ein neuer Verein war die Rettung. Es war die Idee von Hermann Götz.

Kuchen, gebacken und verkauft von den Kirwapaaren , wechselten mit einem Lächeln von der Kühlung auf die Teller der Besucher. Mit dem langsamen Versinken der Sonne füllte sich Vorplatz und Zelt zusehends für den vorletzten Kirwa-Abend. Die Band „Stockerholzer Buam“ hatte nicht nur die Bühne und ihre Instrumente, sondern auch das – trotz Pfingstferien – gut gefüllte Festzelt hervorragend im Griff und sorgte für Stimmung auf Bänken, Tischen und besonders am stabilen Kirwatisch bei den Kirwaleuten selbst.

Beim Baum-Austanzen auf dem neuen Tanzboden zeigen die zwölf Paare, was sie in den vergangenen Wochen alles gelernt haben und ernten dafür Bewunderung und viel Applaus. Foto: Wendl
Beim Baum-Austanzen auf dem neuen Tanzboden zeigen die zwölf Paare, was sie in den vergangenen Wochen alles gelernt haben und ernten dafür Bewunderung und viel Applaus. Foto: Wendl

Am Pfingstsonntag nahmen die zwölf Kirwapaare fesch herausgeputzt vollzählig am Gottesdienst teil, bevor sie sich im Garten der diesjährigen Kirwamama, Barbara Edenharder, mental und kulinarisch stärkten und schließlich mit musikalischer Unterstützung der Boazn Briada singend auf dem schmückten Kirwa-Bulldog zum Festplatz zogen. Hier zeigten sie gut gelaunt und professionell, was sie in den vergangenen Wochen alles an Tänzen gelernt hatten, immer wieder unterbrochen von herzhaften Juchizern und dem Applaus der vielen Zuschauer. In heiseren Schnoderhüpferln informierten sie ihre Gäste über lustige Begebenheiten rund um das Fest.

Autoschlüssel im Kirwabaumloch

Darunter war die Geschichte, dass einer von ihnen aus der Blumenvase anstatt aus dem Weizenglas seinen Durst stillte. Ein anderer hatte wiederum seinen Autoschlüssel unter dem Kirwabaum im Loch versenkte. Dass scheinbar auch der angekündigte Supermarkt keine Lust mehr auf die Neue Mitte habe, wurde ebenfalls verkündet.

Die fünf Musiker der Band Grögötz Weißbir verstanden es, die Stimmung der Gäste nahezu zum Überkochen zu bringen und während der ganzen langen Nacht am Brodeln zu halten. Der Pfingst- und damit auch Kirwamontag gehörte schließlich den Kirwaleuten und ihrem rußgeschwärzten Bären, den sie fröhlich durchs Dorf trieben und dabei überall auf freundliche Menschen trafen. (awe)

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