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Forstwirtschaft

So wird der Wald fit für die Zukunft

Der Klimawandel fordert die Staatsforsten. 20 000 Nadel- und Laubbäume werden gepflanzt, zum Beispiel bei Pittersberg.

15 fleißige Forstwirte aus den Forstbetrieben Flossenbürg und Schnaittenbach unterstützen nachbarschaftlich den Waldumbau; rechts Forstbetriebsleiter Thomas Verron, links hinten Servicestellenleiter Harald Hölzl.  Foto: Martin Lehmeier
15 fleißige Forstwirte aus den Forstbetrieben Flossenbürg und Schnaittenbach unterstützen nachbarschaftlich den Waldumbau; rechts Forstbetriebsleiter Thomas Verron, links hinten Servicestellenleiter Harald Hölzl. Foto: Martin Lehmeier

Ebermannsdorf.Frühjahr ist Hauptpflanzzeit: Aus dem schneereichen Winter heraus präsentieren sich gute Pflanz- und Anwuchsbedingungen. Der Waldboden ist gut durchfeuchtet. Deshalb nutzen die Bayerischen Staatsforsten derzeit alle Möglichkeiten der Neuanpflanzung.

Es bleibt nur ein kurzes Zeitfenster von rund sechs Wochen bis zum Blattaustrieb, so Forstbetriebsleiter Thomas Verron. Mit aller Macht bringen derzeit 35 Waldfacharbeiter der Bayerischen Staatsforsten den Nachwuchs aus Tannen, Douglasien, Eichen und Buchen in den Boden. Dabei bekommen die 20 Forstwirte aus dem Forstbetrieb Burglengenfeld Unterstützung in nahezu gleicher Stärke aus den Nachbarbetrieben Flossenbürg und Schnaittenbach. Nur so könne das riesige Pflanzvolumen rechtzeitig in den Boden kommen, weiß Verron.

Servicestellenleiter Harald Hölzl hat die Pflanzplanung mit seinen Nachbarkollegen so abgesprochen. Da sich die Bayerischen Staatsforsten derzeit im Holzeinschlag stark zurückhalten, haben die Nachbarbetriebe Luft für diese Unterstützung.

In diesem Frühjahr gilt es, die noch feuchte Zeit schnellstens zu nutzen. „Deswegen sind momentan alle Mann an Deck und pflanzen in einer Mammutaktion“, lobte Forstbetriebsleiter Thomas Verron den vollen Einsatz seiner Leute. Er begrüßte an der östlichen Grenze des Landkreises Amberg-Sulzbach bei Pittersberg in einer Eichenpflanzung im Lambertsberg die neu angekommenen Nachbarschaftshelfer. Je nach Pflanzengröße pflanzt jeder Forstprofi etwa 30 bis 60 Pflanzen pro Stunde. In dieser Frühjahrssaison müssen rund 200 000 Pflanzen in den Waldboden kommen.

Trockenheit besser vertragen

Die Baumarten, die nun gepflanzt werden, sollen die widerstandsfähigsten für den eingeläuteten Klimawandel sein. Spürbar sei dieser an den bereits erlebten länger anhaltenden warmen Trockenphasen, betonte Verron. Ein kräftiger Regenguss zum Angießen der frisch gesetzten Pflänzchen tue daher gerade jetzt bitter Not.

Der ehemalige „Brotbaum des Waldbesitzes“, die Fichte, verabschiede sich zunehmend aus dem hier eher sehr niederschlagsarmen Raum. Die dürstende Fichte werde zudem vom Borkenkäfer angepackt.

Das wird gepflanzt

  • Nadelhölzer:

    Douglasien werden mit Ballencontainern als Starthilfe gesetzt. Dieses aus Nordamerika stammende Nadelholz kann in gewissem Umfang aufgrund seiner größeren Klimatoleranz die Fichte ersetzen. Andere Nadelhölzer stellen sich aus Naturverjüngung ein.

  • Laubbäume:

    Gepflanzt werden außerdem Eichen und Buchen.

Die einzige Chance, um diese Verluste auszugleichen, wird in der Vorausschau auf die klimatischen Veränderungen gesehen, so Verron weiter. Hierfür entwickelten Wissenschaftler Baumarteneignungsprofile. Dabei stellen sich Buche, Eiche, Tanne und Douglasie als die für die Region passendsten Baumarten heraus. Für sie würden die Bedingungen im Zug des Klimawandels eher noch besser. Trockenheitsliebende Edellaubhölzer wie die Elsbeere oder der Spitzahorn würden dem nicht weit nachstehen. Auch auf die trockenheitstolerante Kiefer solle nicht verzichtet werden. Grund genug für die Bayerischen Staatsforsten, sich auf diese Artenmischung zu konzentrieren. Prägend seien vor allem die Laubhölzer, die von Natur aus in der Region vorherrschen. Der Ursprung sei durch menschliche Einflüsse wie die Eisenindustrie und das Streurechen verändert worden.

Bäume vor Verbiss schützen

Heute weise ein klarer Weg zurück zur Natur. „Vorausschauend haben wir Forstleute bereits seit über 30 Jahren durch permanente Laubholzpflanzung in die vorwiegend reinen Nadelholzwälder Zukunftsvorsorge betrieben. Dies kann der Waldbesucher aller Orten erleben“, so Verron.

Mit der Pflanzung allein ist es aber oft nicht getan, die Bäume brauchen auch Schutz. Der Wildbestand ist trotz aller Schwierigkeiten und Diskussionen im Wirkungsbereich der Bayerischen Staatsforsten den waldbaulichen Bedingungen angepasst, so Verron. Dennoch picken sich beispielsweise Rehe die schmackhaften Tannen und Buchen heraus. Und die Douglasie werde zur Gehörnbildung im Frühjahr gern vom Rehbock genutzt und schwer geschädigt. Revierleiter Alexander Krause muss deshalb seine Kulturflächen über Jahre im Auge behalten. Beim Waldumbau müsse daher auch der Jagdpächter mitspielen.

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