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Heimat

Beide Konfessionen beteten hier einst

St. Veit in Weißenberg und der Gasthof „Zum Blechernen Reiter“ in Sigras werden bei „Kirche & Wirtshaus“ vorgestellt.

Die Kirche St. Vitus in Weißenberg nahe Edelsfeld wird bei „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ vorgestellt.
Die Kirche St. Vitus in Weißenberg nahe Edelsfeld wird bei „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ vorgestellt. Foto: Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg

Edelsfeld.Die Kirche St. Veit in Weißenberg und das Gasthaus zum „Blechernen Reiter“ in Sigras bilden am Sonntag, 9. Oktober, die letzte von vier Stationen bei der Reihe „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“ in diesem Jahr. Treff ist um 16 Uhr vor der Kirche.

Verlässt man den Ort Edelsfeld in östlicher Richtung nach Schönlind, so fällt die Straße mit einem kräftigen Gefälle gut einen Kilometer hinunter nach Weißenberg ab. Dort ist Aufmerksamkeit gefordert, denn die Abzweigung zur Kirche in der Dorfmitte ist leicht zu übersehen. Steil führt die Straße hinauf zur Kirche St. Veit, die malerisch am Nordhang über dem Ort thront. Mit den weißen Mauern und den gelb gefassten Kanten und Beistrichen, dem großen roten Dach und dem dahinter liegenden Friedhof passt sich das Kirchlein harmonisch in die Umgebung ein. St. Veit war bis 1916 auch eine der vielen Simultankirchen auf dem ehemaligen Gebiet des Herzogtums Sulzbach, die beiden Konfessionen zur Feier des Gottesdienstes diente.

Interessante Bemalungen

Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde zweimal nach Westen hin erweitert und vergrößert. Die barocke Innenausstattung – Altar und Kanzel – stammt aus dem Jahr 1650. Altar, Kanzel und die Decke sind bemalt mit dem Kirchenpatron, biblischen Figuren, aber auch unbekannteren Szenen aus dem Neuen Testament. Dabei haben die Maler manch ungewöhnliches Detail in das Bild gemalt.

Vor gut 20 Jahren konnte für die Kirche eine kleine gebrauchte Orgel gekauft werden, die die Gemeinde bei den Liedern und der Liturgie im Gottesdienst begleitet. Da die Kirche nicht beheizbar ist, finden nur im Sommerhalbjahr Gottesdienste in vierwöchigem Rhythmus statt.

Erinnerung an berittene Landsknechte

Nach der Kirchenführung geht es nach Sigras zum „Blechernen Reiter“. Auch wenn man es dem heutigen Gastronomiebetrieb nicht ansieht: Es gab an dieser Stelle seit alters eine Wirtschaft, die bereits in einer alten Grenzbeschreibung erwähnt wird. Den Namen „Zum Blechernen Reiter“ hat sie daher, weil früher die berittenen Landsknechte, die im Volksmund „blecherne Reiter“ genannt wurden, gerne dort einkehrten.

Urkundlich erwähnt als Besitzer ist bereits im 16. Jahrhundert die Familie Wolff, im 17. Jahrhundert die Familie Thonauser. Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts taucht der Name „Ottman“ als Wirt von Sigras auf, der heute noch geführt wird. Im Lauf der Jahrhunderte wurde immer wieder renoviert, an- und umgebaut, bis sich dann Familie Ottmann 1972 entschloss, das alte Gebäude abzureißen und neu zu bauen. Durch die Heirat der Tochter kam in der jetzigen Besitzergeneration der Name Ströhl zu Ottmann dazu.

Das Projekt „Kirche & Wirtshaus mit Pfiff“ der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg wird gemeinschaftlich getragen von Katholischer Erwachsenenbildung (KEB) und Evangelischem Bildungswerk (EBW) Amberg-Sulzbach, den Städten Amberg und Auerbach, dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE).

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