MyMz
Anzeige

Wahlen

Einstimmiges Votum für Klaus Mrasek

Amberg-Sulzbachs ÖDP-Kreisvorsitzender ist Direktkandidat für die Landtagswahl, Dr. Christian Schmid für die Bezirkstagswahl.
Von Rolf Dieter Reichert

ÖDP-Kreisvorsitzender Klaus Mrasek (rechts) wurde als Direktkandidat für die Landtagswahl nominiert, Dr. Christian Schmid (links) ist der Direktkandidat der ÖDP für die Wahl zum Bezirkstag. Foto: Reichert
ÖDP-Kreisvorsitzender Klaus Mrasek (rechts) wurde als Direktkandidat für die Landtagswahl nominiert, Dr. Christian Schmid (links) ist der Direktkandidat der ÖDP für die Wahl zum Bezirkstag. Foto: Reichert

Freudenberg.Die ÖDP Amberg-Sulzbach hat die Weichen für die Wahlen zum Landtag und zum Bezirkstag gestellt. Bei der Stimmkreisversammlung im Gasthaus Rehaber in Lintach wurde der ÖDP-Kreisvorsitzende Klaus Mrasek einstimmig als Direktkandidat für den Landtag nominiert, Dr. Christian Schmid ist Direktkandidat der ÖDP für den Bezirkstag. Als Listenkandidaten wurden Franz Badura (Landtag) und Michael Birner (Bezirkstag) ebenfalls einstimmig empfohlen.

Grenzenloses Wachstum ist unmöglich

Unter der Leitung des ÖDP-Kreisvorsitzenden trafen sich 15 Mitglieder zur Stimmkreisversammlung. Kurz stellte er dabei die ÖDP als Partei der Wachstumskritik unter dem Schlagwort „weniger ist mehr“ vor und zitierte dazu Mahatma Gandhi: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

Grenzenloses Wachstum sei auf einem begrenzten Planeten unmöglich, machte Mrasek deutlich. „Wir sind jetzt schon an unsere Grenzen gestoßen.“ Ressourcenverbrauch, Klimagase und weitere Belastungen der Umwelt hätten den „Welterschöpfungstag“ – gemeint ist damit, wie lange die Weltbevölkerung im Jahr von den nachwachsenden natürlichen Ressourcen leben kann, ohne die Reserven angreifen zu müssen – weit nach vorn geschoben: „Dieser Tag liegt mittlerweile schon im August“, so Mrasek.

Wegwerfmentalität bremsen

Daher müsse die Wegwerfgesellschaft beendet oder zumindest gebremst werden. Er forderte zum Beispiel, die gesetzliche Mängelhaftung für alle technischen Geräte sei auf fünf Jahre auszuweiten – mit reparaturfreundlichen Konstruktionen. Auch der Flächenverbrauch sei zu stoppen.

Mrasek forderte weiter, Geldspenden von Konzernen, Verbänden und Lobbyisten an Parteien und Mandatsträger müssten verboten werden, ebenso das Sponsoring von Parteien und parteinahen Stiftungen. Volksbegehren und Volksentscheide seien auf Bundes- und Europaebene zu ermöglichen. Außerdem sprach er sich unter anderem für die Einführung einer Karenzzeit für den Wechsel von Politikern und Spitzenbeamten in die private Wirtschaft aus sowie für ein Transparenzregister für Verbände und Lobbyisten. Auch ein faires Steuerrecht nach Leistungsfähigkeit und Vermögensverteilung sei erforderlich.

Die Kandidaten

  • Landtag

    Direktkandidat ist Klaus Mrasek, 53 Jahre, der in Amberg wohnt und Erster Polizeihauptkommissar ist. Politisch tätig ist er im Stadtrat der Stadt Amberg. Listenkandidat ist Franz Badura, 49 Jahre, aus Amberg. Er ist von Beruf Diplom-Musikpädagoge und ebenfalls im Amberger Stadtrat.

  • Bezirkstag

    Direktkandidat zum Bezirkstag ist Dr. Christian Schmid (49 Jahre) aus Edelsfeld. Schmid ist Zahnarzt und sitzt im Kreistag Amberg-Sulzbach. Listenkandidat ist Michael Birner (71 Jahre), Oberstudiendirektor i. R. aus Freudenberg. Auch Birner ist Kreisrat in der ÖDP-Kreistagsfraktion. (arr)

Gleiche Bildungschancen wichtig

Zum Bereich „Familie“ machte Mrasek deutlich, Erziehungs- und Pflegeleistung müsse finanziell anerkannt werden, das bayerische Betreuungsgeld müsse ein Familiengehalt werden. Jedem Kind sollten gleiche Bildungschancen zustehen, unabhängig von der sozialen Stellung des Elternhauses oder gar der wirtschaftlichen Verwertbarkeit. „Nicht die Familie muss wirtschaftskonform werden, sondern die Wirtschaft familienkonform“, so der ÖDP-Kreisvorsitzende. Zudem forderte er, dass das Ladenschlussgesetz nicht aufgeweicht werde, der Sonntagsschutz müsse erhalten bleiben.

Bei der Versammlung wurde Dr. Christian Schmid für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Die Veranstaltung beschloss ein Vortrag zum Bayerischen Landes-Entwicklungs-Programm (LEP) durch Christoph Zollbrecht. Er verwies darauf, dass zahlreiche ÖDP-Stadt- und -Kreisräte aus den kreisfreien Städten und Landkreisen bei der örtlichen Anhörung zum LEP Änderungsanträge eingebracht hätten. Die Staatsregierung werde darin aufgefordert, die geplante Lockerung des Anbindegebots – Gewerbegebiete sollen fernab von Siedlungen an Autobahnen zugelassen werden – zurückzunehmen.

Flächenverbrauch begrenzen

Andere Aspekte müssten eingefügt werden: Beispielsweise sei der tägliche Flächenverbrauch, der derzeit in Bayern bei etwa 13 Hektar liege, gesetzlich auf fünf Hektar zu begrenzen, um die Landschaft zu erhalten. Die ÖDP strengt zum LEP ein Volksbegehren an, um erforderliche Änderungen zu erwirken, so Zollbrecht. Denn die Bayerische Staatsregierung zeige bislang hier wenig Kooperationsbereitschaft.

Mehr aus der Region Amberg-Sulzbach/Amberg finden Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht