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Projekt

Ein Leuchtturm im Naturpark

Ursensollen verfügt jetzt mit dem 3D-Planetarium über ein Alleinstellungsmerkmal. Der Blick ins Weltall fasziniert.
Von Gerd Spies

  • Professor Dr. Matthias Mändl und 1. Bürgermeister Franz Mädler (von rechts) führten die Ehrengäste im neuen Ursensollener Planetarium auf einer Reise durch das Weltall. Foto: Gerd Spies
  • Eine interaktive Simulation des Weltalls wird dank hochmoderner Technik möglich. Foto: Gerd Spies

Ursensollen.„Wie kommt man dazu, ein Planetarium zu bauen?“ Die Frage von Prof. Dr. Matthias Mändl, dem Betreiber des Planetariums als Vorsitzender des Fördervereins, beantwortete Ursensollens 1. Bürgermeister Franz Mädler, der Hausherr, selbst: „Aus Liebe zur Heimat!“ Beide, Mändl und Mädler, gelten als die Väter des neuen Planetariums in Ursensollen – und beide hatten am Donnerstag allen Grund zum Feiern.

Es steht etwas versteckt hinter dem Sportplatzgelände der DJK Ursensollen, am Waldrand zum Naturpark Hirschwald. Dort, wo das Wort Lichtverschmutzung noch ein Fremdwort ist. „Wir sehen hier die Milchstraße noch mit bloßen Augen“, schwärmt Mädler. Der Bürgermeister der Gemeinde Ursensollen, dessen Amtszeit sich dem Ende neigt, hat sich mit diesem Gebäude ein Denkmal gesetzt.

Fünf Meter große Kuppel

Mit Dr. Matthias Mändl, Physiker an der OTH Amberg, hatte er einen „Motor“ an seiner Seite, der von Anfang an die Realisierung dieses Projekts vorantrieb. Beide luden zur feierlichen Eröffnung viel politische Prominenz ein, allen voran den Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt. Die Regierung war ja mit einer Förderquote von 70 Prozent und damit mit 1,5 Millionen Euro maßgeblich an der Finanzierung des Projekts beteiligt.

„Es war sehr spannend!“ So beschrieben die zuständigen Architekten Stefan Vogl und Andreas Daller von dem beauftragen Amberger evh-Architekturbüro ihre Aufgabe. Wo noch vor drei Jahren ein Container stand, befindet sich jetzt ein schmuckes Gebäude in Holzrahmenbauweise. Darin sind nicht nur das 3D-Planetarium, sondern auch eine Sternwarte mit drei Teleskopen untergebracht. Ausgestattet ist das Haus zudem mit einer Photovoltaikanlage auf der Süd- und Westseite.

Als Herzstück des Planetariums gilt natürlich die perforierte Aluminium-Kuppel mit einem Durchmesser von fünf Metern. Lediglich drei 3D-Planetarien gibt es Deutschland, eines davon jetzt in Ursensollen. Sowohl die Hardware- als auch die Software-Ausstattung sind auf dem neuesten technischen Stand. Insgesamt fünf Rechner hängen an den beiden LED-Beamern, die die abgehängte und geneigte Kuppel bespielen.

Kooperationen sind geplant

„Wie können interaktiv das Weltall simulieren, alle Dateisätze sind abgelegt“, schwärmte Mändl. Er fungiert mit seinem Förderverein Volkssternwarte Amberg-Ursensollen als Betreiber dieser Einrichtung. „Es ist eine Einrichtung für die Region“, betont Franz Mädler. Als Zielgruppen gelten nicht nur Touristen, sondern auch Schulen, Kindergärten, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Senioren, Vereine und mehr, zählte der Bürgermeister auf. Mit dem Erasmus-Gymnasium Amberg bestehe bereits eine erste Kooperation, weitere mit der VHS und Kindergärten sind bereits in Planung, sagte Mädler. Und mit Kindershows sei das Planetarium auch bestens vorbereitet auf Vorschulkinder.

Es war schon ein besonderes Gefühl für die zahlreichen Ehrengäste bei der feierlichen Eröffnung auf den rund 30 Ledersitzen im Planetarium. Ausgestattet mit 3D-Brillen schwebten sie visuell durch das All, fachmännisch begleitet von Prof. Dr. Mändl. Ursensollen zählt jetzt zu den Top-Adressen unter den Hobby-Astronomen, waren alle überzeugt. Nur in Hamburg und Heidelberg gibt es vergleichbare Planetarien mit dieser hochmodernen Technik.

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