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Wettbewerb

Obstbäume sind ein Schatz für die Orte

Obstbäume standen im Mittelpunkt des Dorfwettbewerbs im Landkreis. Ebermannsdorf und Hohenburg erreichen erste Plätze.

Die Köhlerwiese in Ebermannsdorf mit dem alten Obstbaumbestand: Ebermannsdorf erreichte im Bereich „Kommunale Obstaktivitäten“ den 1. Platz, punktgleich mit Etzelwang. Fotos: Michaela Basler
Die Köhlerwiese in Ebermannsdorf mit dem alten Obstbaumbestand: Ebermannsdorf erreichte im Bereich „Kommunale Obstaktivitäten“ den 1. Platz, punktgleich mit Etzelwang. Fotos: Michaela Basler

Ebermannsdorf.Auch in diesem Jahr waren die Ortschaften im Landkreis Amberg-Sulzbach dazu aufgerufen, sich am Dorfwettbewerb zu beteiligen. „Mit dem diesjährigen Thema „Unsere Dorfschätze – Obstbäume“ liegt der Fokus eindeutig auf dem vielfältigen Wert, den Obstbäume für uns haben – dies wollten wir durch den Wettbewerb gemeinsam mit unserem Sachgebiet Gartenbau am Landratsamt deutlich herausstellen“, so Landrat Richard Reisinger.

Nicht nur Streuobstwiesen im Blick

Diese Zielsetzung ist durchaus gelungen, wie es in einer Mitteilung heißt. So war die fachkundige Jury im Landkreis unterwegs, um die beim Wettbewerb angemeldeten Ortschaften zu besuchen – und nun stehen die Sieger fest: Die gemeldeten zwölf Ortschaften aus dem Landkreis wurden in zwei Gruppen unterteilt. Im Bereich „Kommunale Obstaktivitäten“ konnten sowohl Ebermannsdorf als auch Etzelwang punktgleich den 1. Platz erzielen. Im zweiten, gleichwertigen Bereich „Bürgerliche Obstaktivitäten“ gibt es hingegen gleich drei 1. Sieger: Großschönbrunn (Markt Freihung), Hohenburg und Lintach (Gemeinde Freudenberg).

Die Organisatorin des Dorfwettbewerbes, Michaela Basler vom Sachgebiet Gartenbau am Landratsamt, betont, dass es bei diesem Wettbewerb um den Obstbaum in seiner Gesamtheit ging. „Deshalb wurden ausdrücklich nicht nur Streuobstwiesen berücksichtigt, obwohl sie natürlich einen immensen Wert darstellen – sei es zur Fruchtgewinnung, für die Artenvielfalt oder unsere schöne Landschaft.“ Vielmehr seien auch Obstbäume auf kommunalen Flächen, private Obstgärten oder auch die Weitervermittlung von obstbaulichem Wissen Gegenstand der Bewertung gewesen.

Viele interessante Initiativen

Aus diesem Grund seien insgesamt vier Bewertungskriterien gebildet worden, die jeweils gleichwertig behandelt wurden: Obstbäume rund um das Dorf, Obstbäume im öffentlichen Bereich, Obstbäume im privaten Bereich und Förderung des Obstanbaus. „Wir haben sehr viele interessante Initiativen von Menschen kennengelernt, die den Wert des eigenen Obstes erkannt haben und diese Wertschätzung auch an andere weitergeben möchten – doch am Ende standen unsere Sieger fest“, erläutert Basler.

Obstbäume für die Häuslebauer

Dem Thema „Obst“ hat sich die Gemeinde Ebermannsdorf schon vor etlichen Jahren verschrieben, um der Entwicklung zur Reduzierung der Obstbaumbestände etwas entgegenzusetzen. Dazu erhalten beispielsweise Bürger, die neu gebaut haben, einen Obstbaum für ihren Garten. Daneben werden gemeindliche Ausgleichsflächen mit Obstwiesen bepflanzt und in naher Zukunft sollen an dafür geeigneten Stellen Obstbaumalleen entstehen. Herausragend seien nach der Einschätzung der Jury auch der Einsatz für einen markanten, einzeln stehenden Birnbaum, der in den Kinderspielplatz des Neubaugebietes integriert wurde, und der Erhalt der Obstwiese am Köhlerplatz.

Alte Obstwiese im Ortskern erhalten

Die neue Ortsmitte mit dem alten Obstbaumbestand in Etzelwang Foto: Michaela Basler
Die neue Ortsmitte mit dem alten Obstbaumbestand in Etzelwang Foto: Michaela Basler

In der Gemeinde Etzelwang waren Obstbäume bei der Bevölkerung schon immer sehr beliebt, was sich auch rund um das Dorf und in den Gärten widerspiegelt. Bis 2016 lief in der Ortschaft die Dorferneuerung und dabei konnte die mitten im Ortskern vorhandene alte Obstwiese in vorbildlicher Weise erhalten werden. Die zahlreichen kommunalen Obstbäume werden von fachlich fundierten Baumpaten gepflegt. Als kommunale Ausgleichsfläche wurde am Ortsrand eine großzügige, gut durchdachte Streuobstwiese angelegt, die ebenfalls von einem Baumpaten betreut und gepflegt wird.

Streuobstgürtel in Großschönbrunn

Auch in Großschönbrunn gibt es reichlich alten Obstbaumbestand. Foto: Michaela Basler
Auch in Großschönbrunn gibt es reichlich alten Obstbaumbestand. Foto: Michaela Basler

Auch in Großschönbrunn können Obstbäume bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. So wurden in den 1990er Jahren etwa 1000 Obstbäume in der Ortschaft gezählt, von denen noch ein Großteil erhalten ist und weiterhin gepflegt wird. So ziehen sich Obstbäume durch die gesamte Ortschaft und schließen sie mit einem Streuobstgürtel regelrecht ein. Mit einem fundierten Jahresprogramm versucht der Obst- und Gartenbauverein, das Naturverständnis sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen zu fördern und sich für die Fortführung der Obstanbautradition einzusetzen.

Zukunftsgarten von Kindern angelegt

Der Zukunftsgarten mit neuem Obstbaumbestand und dem Insektenhotel bei der Lauterach in Hohenburg. Foto: Michaela Basler
Der Zukunftsgarten mit neuem Obstbaumbestand und dem Insektenhotel bei der Lauterach in Hohenburg. Foto: Michaela Basler

Eine großartige und beispielhafte Aktion ist die Anlage eines „Zukunftsgartens“ im Umfeld der Lauterach in Hohenburg. Hier konnten Kinder aller Altersstufen in einer Gemeinschaftsaktion verschiedene Obstbäume pflanzen und ein Insektenhotel aufstellen. Seitdem bietet die Wiese Raum für Naturbeobachtungen und dient auch beispielsweise dazu, vonseiten des Obst- und Gartenbauvereins regelmäßig Schnittkurse für die Bevölkerung anzubieten. Im Rahmen des Life-Projektes Große Hufeisennase, das für die bedrohte Fledermausart Lebensraum schaffen möchte, wurden zudem rund 100 Obstbäume teilweise alter Sorten gepflanzt.

Bestand und Geschichten dokumentiert

Eine Obstwiese mit altem Baumbestand in Lintach Foto: Michaela Basler
Eine Obstwiese mit altem Baumbestand in Lintach Foto: Michaela Basler

Der Obst- und Gartenbauverein Lintach wiederum nahm den Wettbewerb zum Anlass, sich einmal Gedanken über den Stellenwert der Obstbäume im Ort zu machen und startete eine erfolgreiche Recherche unter den Dorfbewohnern. Herausgekommen ist eine detaillierte Aufnahme des Obstbaumbestandes und der dazugehörigen Geschichten. Durch ein breites Informationsangebot vonseiten des Vereins soll der Obstanbau in den eigenen Gärten auch weiterhin stark gefördert werden. Dass diese Bemühungen erfolgreich sind, zeigt sich im großen Obstbaumbestand, der sich über die gesamte Ortschaft erstreckt.

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Preisverleihung

  • Termin

    Die Preisverleihung im Dorfwettbewerb „Unsere Dorfschätze – Obstbäume“ ist im Rahmen eines Festabends am Freitag, 13. Oktober 2017, geplant. Der Ort steht noch nicht fest.

  • Themen

    Dabei werden auch weitere interessante obstbauliche Einzelinitiativen vorgestellt und die Teilnehmer im Bezirksentscheid „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ geehrt.

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