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Jubiläum

Freiheit und Frieden bewahren

Vor 50 Jahren wurde die Reservistenkameradschaft Schmidmühlen gegründet. Seit 1974 pflegt sie schon Patenschaften.
Von Paul Böhm

Mit der Ernennung der letzten sieben Mitglieder des Kriegervereins Schmidmühlen zu Ehrenmitgliedern der Reservistenkameradschaft ist der 1879 gegründete Kriegerverein am 14. Juli 2014 aufgelöst worden (im Bild mit den Fahnen der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte und der Vereinsfahne).  Fotos: Böhm/Archiv
Mit der Ernennung der letzten sieben Mitglieder des Kriegervereins Schmidmühlen zu Ehrenmitgliedern der Reservistenkameradschaft ist der 1879 gegründete Kriegerverein am 14. Juli 2014 aufgelöst worden (im Bild mit den Fahnen der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte und der Vereinsfahne). Fotos: Böhm/Archiv

Schmidmühlen.Ein halbes Jahrhundert Reservistenkameradschaft Schmidmühlen ist es wert, gefeiert zu werden. Dem Frieden und der Freiheit verschrieb sich die Kameradschaft bei ihrer Gründung vor 50 Jahren. Dieser Aspekt wird am Sonntag, 19. Mai, im Mittelpunkt beim Fest zum Vereinsjubiläum stehen.

Mit den Vereinen der Heimatgemeinde und benachbarten Reservistenkameradschaften erinnern die Schmidmühlener an die Zeit der Gründung des Vereins vor gut einem halben Jahrhundert. Über eines freuen sich die knapp 100 Reservisten in Schmidmühlen besonders: dass es in all den Jahren in Europa immer Frieden gegeben hat.

Erinnern mit Straßennamen

Am 9. Januar 1968 wurde die Reservistenkameradschaft Schmidmühlen gegründet. Sie sollte für die Wehrpflichtigen und ehemaligen Zeitsoldaten auch nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr ein Treffpunkt sein. Gesellige Veranstaltungen, die Pflege der Kameradschaft und die militärische Fortbildung waren damals die Leitgedanken – und diesen sind die Reservisten bis heute treu geblieben.

Am 30. Juni 1974 erfolgte die Patenschaftübernahme mit der 1. Kompanie des Panzerbataillons 123 aus der Schweppermannkaserne Gärmersdorf (Gemeinde Kümmersbruck). Seit dem 3. August 1986 besteht auch eine aktive Partnerschaft zwischen der Bundeswehr und dem Markt Schmidmühlen. Dazu gehört als bleibende Erinnerung eine Schweppermannstraße im Baugebiet auf dem Brunnlettberg.

Der Ablauf des Jubiläumsfests

  • Gottesdienst:

    Am Sonntag, 19. Mai, feiern die Reservisten ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Aufstellung des Kirchenzuges treffen sich die Vereine ab 8.30 Uhr mit ihren Fahnenabordnungen in der unteren Hauptstraße mit der Spitze beim Sternwirt, dem ehemaligen Vereinslokal. Um 8.40 Uhr ist Kirchenzug, um 9 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Ägidius. Anschließend ist Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

  • Fest:

    Danach zieht man zum Festplatz vor dem Schlossstadel, es folgen Ansprachen und Ehrungen. Die Blaskapelle St. Ägidius spielt zur Unterhaltung der Gäste auf. Alle Teilnehmer und die Bevölkerung sind zu einem kostenlosen Mittagessen eingeladen: Es gibt Pichelsteiner aus der Feldküche. Ab 13 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und der Grill ist angeheizt. Zum Ausklang spielt die Kapelle Bayrisch Böhmisch Blech.

Durch die Umstrukturierung der Bundeswehr wurde 1994 das Panzerbataillon 123 aufgelöst. Die Reservisten aus Schmidmühlen konnten mit dem Markt die Patenschaften mit der 1. Kompanie des Gebirgstransportbataillons 83 neu festigen. Am 18. Juni 2004 gab die Kompanie des Gebirgstransportbataillons 83 im Zusammenhang mit einer Umbenennung die Patenschaft an die 1. Kompanie des Logistikbataillons 472 weiter.

Bereits im Juli 2000 erfolgte der offizielle Zusammenschluss der Reservistenkameradschaft mit dem 1879 gegründeten Kriegerverein Schmidmühlen, um öffentlich gemeinsam aufzutreten. Am 14. Juli 2014 wurden die verbliebenen Mitglieder des Kriegervereins zu Ehrenmitgliedern der Reservistenkameradschaft ernannt. Bei einem Festakt ist damit auch ein Stück Schmidmühlener Vereinsgeschichte verschwunden; der Kriegerverein war der älteste Zusammenschluss im Markt. Die Reservisten haben sich verpflichtet, die Vereinsfahne zu übernehmen und die Salutkanone zu besonderen Anlässen zu schießen.

Um ein Stück Heimatgeschichte kümmert sich die Reservistenkameradschaft, indem sie im Mai 2007 die Patenschaft für die Heimkehrerkapelle auf dem Theilberg übernommen hat. Der Heimatchronist Franz Xaver Eichenseer hatte diese Kapelle aus Dankbarkeit über seine gesunde Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg in den ersten Jahren nach Kriegsende errichtet.

Wintermärsche und Biwaks

Die Fahnenabordnung der Reservistenkameradschaft Schmidmühlen gehört bei Verabschiedungen und Kommandeurswechseln schon seit Jahren zum Erscheinungsbild des militärischen Zeremoniells.  Foto: Paul Böhm
Die Fahnenabordnung der Reservistenkameradschaft Schmidmühlen gehört bei Verabschiedungen und Kommandeurswechseln schon seit Jahren zum Erscheinungsbild des militärischen Zeremoniells. Foto: Paul Böhm

Zu den besonderen Ausbildungsvorhaben des Vereins zählen schon immer die gemeinsamen Veranstaltungen mit der jeweiligen Pateneinheit. Dazu gehören auch heute noch Biwaks und die Wintermärsche im Truppenübungsplatz Hohenfels, zusammen mit benachbarten Kameradschaften, die auf keine Pateneinheit mehr zurückgreifen können. Dass die Reservisten immer noch „gut drauf“ sind, zeigten sie erst im Januar dieses Jahres mit einem Wintermarsch quer durch den Truppenübungsplatz Hohenfels.

In den 1980er und 1990er Jahren waren die Schmidmühlener Reservisten bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Bereich der Militärpatrouille erfolgreich. Einige Male hatte sich eine Schmidmühlener Mannschaft für die Teilnahme an der Landesmeisterschaft qualifiziert.

Die Tradition zu pflegen, bedeutet für die Reservisten nicht nur, an Marktfesten und gemeindlichen Veranstaltungen teilzunehmen, sondern auch den Volkstrauertag in Zusammenarbeit mit der 1. Kompanie des Logistikbataillons 472 würdig mitzugestalten. Besonders stolz sind die Schmidmühlener auch darauf, dass ihr Ehrensalut bei den Kommandowechseln in der Gärmersdorfer Schweppermannkaserne mittlerweile zum Protokoll gehört. (abp)

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