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Landwirtschaft

Füracker setzt auch am Feld auf Hightech

Die beste Technik bringt auch für die Umwelt den größten Nutzen, so der bayerische Finanz- und Heimatminister.
Von Josef Iberer

BBV-Kreisobmann Peter Beer bedankte sich bei Staatsminister Albert Füracker mit einem Buchpräsent. Foto: Iberer
BBV-Kreisobmann Peter Beer bedankte sich bei Staatsminister Albert Füracker mit einem Buchpräsent. Foto: Iberer

Hahnbach. . Eine große Zahl von Landwirten und Interessenten folgte der Einladung zur Mitgliederversammlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Kreisverband Amberg-Sulzbach, nach Hahnbach in den Gasthof Ritter.

Kreisobmann Peter Beer mahnte einen sorgsamen Umgang beim Verbrauch von Flächen an; das gelte auch für Ausgleichsflächen. Die Afrikanische Schweinepest schwebe als Damoklesschwert über Deutschland. Dazu stelle sich nicht die Frage ob, sondern wann sie komme.

Die Umsetzung der EU „NEC“-Richtlinie bedeute eine Herausforderung für die Landwirtschaft und dürfe nicht zu einer Tierreduzierung führen, meinte Beer. 50 Prozent der bayerischen Familienbetriebe lebten von Tieren in Anbindehaltung. Mit deren Verbot stehe die Existenz vieler auf dem Spiel.

Ein weiteres Thema: die Dürrehilfe. Sie bedeute einen großen Imageschaden für die Landwirtschaft. Im Landkreis Amberg-Sulzbach seien rund 100 Anträge gestellt worden. Eine zielgerichtete Hilfe sei nahezu unmöglich. Laut AELF könne ein Betrieb durchschnittlich etwa 4000 Euro erwarten.

Nitrat: Besser aufklären!

Zur Umsetzung des bayerischen Wasserpakts führte Beer aus, dass wegen der Belastungen durch Nitrat die Verursacher besser über die Folgen aufgeklärt werden sollten. 97 Demobetriebe stünden bayernweit aktiv für Gewässer-, Boden- und Klimaschutz. In den Ausführungsverordnungen seien keine definitiven Werte ersichtlich.

Bei den Steuerentlastungen für die Landwirtschaft bestehe seitens des BBV weiter die Forderung nach einer vollen Steuerrückerstattung für reine Biokraftstoffe.

Im Hauptreferat „Was kommt nach der Landtagswahl?“ spannte Finanzminister Albert Füracker einen Bogen von der heimischen Landwirtschaft bis hin zur Europapolitik. Die zunehmend unsicheren Zukunftsfragen machten es auch der Politik schwer, sagte er. Trotz vieler Veränderungen in der Agrarpolitik und der Gesellschaft solle aber auch die nächste Generation den jetzigen Wohlstand haben. Eine wesentliche Bedeutung komme dabei den Veränderungen in der Technik zu. Im Strukturwandel der Gesellschaft müssten diese angenommen werden.

Nicht jedes Detail regulieren

Zur Frage von Steuersenkungen führte der Minister aus, dass eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags überfällig sei. Nach fast drei Jahrzehnten müssten die Aufgaben der Deutschen Einheit erledigt sein.

Die deutsche Landwirtschaft zähle zu den modernsten Branchen, die es gibt, sagte Füracker. Ohne deren Erzeugung von Lebensmitteln ginge nichts. Dabei müsse nicht alles bis ins Kleinste geregelt werden. Wenn kleinere Bauern unterstützt werden sollen, müssten Wirtschaftsformen wie eine Anbindehaltung von Milchvieh akzeptiert werden. Bei neuen Betrieben könne auch eine neue Regelung angewandt werden. Jeder soll so Landwirtschaft betreiben können, wie es den Gesetzen entspricht.

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern würden in Bayern Bio-Bauern am besten gefördert. Es gelte aber auch die konventionelle Landwirtschaft weiter zu unterstützen. Deutschland habe die beste Nahrungsmittelsicherheit, lobte Füracker. Regionales Essen könne freilich nur entstehen, wenn auch regional produziert werde. Ferner plädierte er für eine moderne Landwirtschaft. Diese müsse sich stets weiter entwickeln. Die Politik brauche Mut, sie zu vertreten. Modernste Technik bringe auch auf diesem Feld die geringste Umweltbelastung.

Zur Waldbewirtschaftung sagte der Minister, dass Holzeinschlag nicht um jeden Preis betrieben werden dürfe. Am Umbau des Waldes zu einem Kulturwald komme man nicht vorbei. Die Gesellschaft müsse begreifen, worum es in Zukunft geht.

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