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Soziales Engagement ist beispielhaft

Betty Bösl, langjährige Leiterin der Caritas-Sozialstation Hirschau, feierte 90. Geburtstag. Hohe Auszeichnungen erhielt sie.

Die langjährige ehrenamtliche Leiterin der Caritas-Sozialstation und Ehrenbürgerin der Stadt Hirschau, Betty Bösl, feierte kürzlich ihren 90. Geburtstag.
Die langjährige ehrenamtliche Leiterin der Caritas-Sozialstation und Ehrenbürgerin der Stadt Hirschau, Betty Bösl, feierte kürzlich ihren 90. Geburtstag. Foto: asn

Hirschau.Ihren 90. Geburtstag konnte am vergangenen Samstag die langjährige ehrenamtliche Leiterin der Caritas-Sozialstation Hirschau, Betty Bösl, geb. Reil, feiern. Gut 67 Jahre lang war die Jubilarin mit ihrem am 9. August 2014 verstorbenen Ehemann Willi Bösl verheiratet. Ihm war sie während seiner von 1958 bis 1984 währenden Amtszeit als Hirschauer Bürgermeister ein starker Rückhalt. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Die Sozialstationsära Betty Bösl begann 1977, als der von ihr geleitete Katholische Frauenbund einen Hauskrankenpflegekurs abhielt und der damalige Stadtpfarrer Edwin Völkl die Frauen ermunterte, ihre Kenntnisse den alten und hilfsbedürftigen Gemeindemitgliedern zugutekommen zu lassen. Betty Bösl, die schon seit 1976 familienpflegerische Einsätze koordinierte, bat der Pfarrer um die Organisationsleitung.

Damit war die „Zentrale für ambulante Pflegedienste“, wie die Sozialstation ursprünglich hieß, geboren. Bis zum Jahr 1987 waren die Verwaltung und das Materiallager der Sozialstation im Privathaus der Familie Bösl untergebracht, ehe an der Marienstraße in zwei Bauabschnitten das Stationsgebäude samt 30 Garagen – finanziert durch zahlreiche Spenden – bezogen werden konnte.

Schon 1982 war von ihr das Projekt „Essen auf Rädern“ in das Leistungsangebot der Sozialstation aufgenommen worden. 1990 wurde die Station mit dem ersten Lehrgang „Zur Heranbildung von Hilfskräften für die hauswirtschaftliche Versorgung“ zum Modell für die ganze Bundesrepublik. Anfang 2005 rief sie zur Betreuung Demenzkranker die „Aktion Lichtstrahl“ ins Leben. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag, zum 1. Januar 2006, übergab Betty Bösl die Leitung der Sozialstation, die zu diesem Zeitpunkt 50 Autos, 30 Garagen und ein Gebäude ihr Eigen nannte, schuldenfrei an Diakon Richard Sellmeyer.

Ihr öffentliches Wirken beschränkte sich nicht auf die Leitung der Sozialstation. Dem Katholischen Frauenbund diente sie ab seiner Gründung im Jahr 1963 bis 1977 als stellvertretende Vorsitzende, dann bis 1986 als erste Vorsitzende. Herausragende Leistung in dieser Zeit war die Herausgabe des Kochbuches „Hirschauer Schmankerln“. Mit dem Verkaufserlös dieses Werkes konnte zu einem erheblichen Teil die Renovierung der Vierzehnnothelfer-Kirche finanziert werden.

1973 gab Betty Bösl den Anstoß zur Gründung des Ortsverbandes der CSU-Frauen-Union, dessen stellvertretende Vorsitzende sie bis 1982 war. Sowohl der Frauenbund, als auch die Frauen-Union ernannten Betty Bösl zu ihrer Ehrenvorsitzenden.

Für ihr verdienstvolles Wirken auf sozialem Sektor erhielt Betty Bösl zahlreiche Ehrungen. Der Bundespräsident verlieh ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der Freistaat Bayern zeichnete sie mit der Bayerischen Staatsmedaille für besondere soziale Dienste aus, der Bezirk Oberpfalz mit der Bezirksmedaille. Der Stadtrat der Stadt Hirschau ernannte sie 1993 zur Ehrenbürgerin. (asn)

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