MyMz
Anzeige

Engagement

Das Leben nachhaltig gestalten

Im Landkreis Amberg-Sulzbach wird ein Nachhaltigkeitsrat zu verschiedenen Handlungsfeldern Konzepte entwickeln.
Von Gerd Spies

Der Klimaschutz und die Energie sind eines der fünf Handlungsfelder, die der Nachhaltigkeitsrat bearbeitet. Symbolfoto: Carsten Rehder, dpa
Der Klimaschutz und die Energie sind eines der fünf Handlungsfelder, die der Nachhaltigkeitsrat bearbeitet. Symbolfoto: Carsten Rehder, dpa

Amberg.Bei seiner letzten Sitzung des Jahres, die diesmal in Hirschbach im Gasthof „Goldener Hirsch“ stattfand, hob der Amberg-Sulzbacher Kreistag eine zukunftsweisende Organisationsstruktur zur nachhaltigen Kommunalentwicklung aus der Taufe: Manfred Lehner, Leiter der vhs Amberg-Sulzbach, stellte in seiner Funktion als Gesamtkoordinator des sogenannten „Nachhaltigkeitsrats“ die Handlungs- und Organisationsstrukturen der neuen Institution im Landkreis vor.

Die Vereinten Nationen haben in ihrer Agenda 2030 einen ganzen Katalog von Zielen festgelegt, wie die Weltgemeinschaft zukunftsfest gemacht werden könne. Die Bundesregierung sieht bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030 die Kommunen in einer entscheidenden Rolle. Darauf weist Landrat Richard Reisinger in seinem Vorwort zum Leitbild des Nachhaltigkeitsprozesses für den Landkreis Amberg-Sulzbach hin: „Unser Landkreis erfindet sich gerade neu“, wird darin der Landrat zitiert. Bei der Auftaktveranstaltung zu diesem zukunftsweisenden Projekt im Mai 2016 haben mehr als 80 Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung etc. Leitziele, Projektideen und Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet, die es nun umzusetzen gilt.

Die Menschen zum Mitmachen motivieren

Manfred Lehner ist der Gesamtkoordinator des Nachhaltigkeitsrats. Foto: age
Manfred Lehner ist der Gesamtkoordinator des Nachhaltigkeitsrats. Foto: age

Fünf Handlungsfelder stellte Manfred Lehner dem Kreistag vor, in denen eine nachhaltige Entwicklung voranzubringen sei: Sozialer Zusammenhalt, Bildung und Wissenschaft, Klimaschutz und Energie, Wirtschaft und Tourismus, natürliche Ressourcen sind die Bereiche, in denen nun der Nachhaltigkeitsrat konkrete Konzepte entwickelt, die dann im Landkreis Amberg-Sulzbach und den Kommunen umgesetzt werden sollen.

„Das Wichtigste ist, dass die Leute draußen mitmachen!“ Landrat Richard Reisinger brachte auf den Punkt, wovon der Erfolg des gesamten Nachhaltigkeits-Konzepts letztendlich abhängig sein wird, will es nicht lediglich ein theoretisches Konstrukt bleiben. Die globalen Ziele der „Agenda 2030“ könnten nur dann mit Hilfe des jetzt installierten Nachhaltigkeitsrats auf den unteren Ebenen, den Landkreisen und Gemeinden, umgesetzt werden, wenn es gelinge, die Bevölkerung dafür zu gewinnen – darüber herrschte Konsens bei den Kreisräten.

Die Mitglieder des Nachhaltigkeitsrats

  • Koordination

    Die Gesamtkoordination des Nachhaltigkeitsrats liegt bei Manfred Lehner (Leiter der vhs Amberg-Sulzbach). Er wird bei Bedarf Experten verschiedener Institutionen heranziehen.

  • Fraktionssprecher

    Die Sprecher der Kreistagsfraktionen von CSU, SPD, Freien Wählern, FWS/FDP, Grünen und ÖDP sollen im Rat einen Sitz haben.

  • Beauftragte für Themen

    Dazu kommen für das Handlungsfeld Bildung und Wissenschaft Julia Wolfsteiner (vhs), Klimaschutz und Energie Joachim Schmid (Klimaschutzkoordinator), Natürliche Ressourcen Richard Lehmeier (Landschaftspflegeverband), Wirtschaft und Tourismus Harald Herrle (Wirtschaftsförderung des Landkreises), Öffentlichkeitsarbeit Christine Hollederer (Landratsamt), Sozialer Zusammenhalt Waltraud Lobenhofer (AOVE GmbH), Thomas Schieder (Kreisjugendamt), Claudia Mai (Koja), Georg Dietrich (Inklusion). (age)

Personelle Zusammensetzung strittig

Kein Konsens herrschte dagegen zunächst bei der Frage der personellen Zusammensetzung des Gremiums. „Ich vermisse die Bürgermeister der Gemeinden“, monierte Peter Braun (CSU), Bürgermeister aus Schmidmühlen. Auch der Kümmersbrucker Kreisrat Richard Gaßner (SPD) forderte mehrere Vertreter der Gemeinden im Rat. Um aber ein „Aufblähen des Gremiums“, das nicht mehr als 20 Mitglieder umfassen soll, zu verhindern, schlug CSU-Kreisrat Stefan Braun (Bürgermeister Kastl) die Beschränkung auf nur ein bis zwei Gemeindevertreter vor. Schließlich verwies der Landrat darauf, dass die Beschlussvorlage die endgültige Zahl der Mitglieder offenlasse.

Weg vom biblischen Denken „Macht Euch die Erde untertan“, dafür hin zum nachhaltigen Denken „Lebt als Teil dieser Erde“, das gab Manfred Lehner als große Aufgabe der Zukunft aus, wozu jetzt der Nachhaltigkeitsrat im Landkreis einen Beitrag liefern soll. Die Installation dieses Gremiums, die einstimmig vom Kreistag beschlossen wurde, könnte dafür schon ein Anfang wichtiger Anfang sein.

Bei einer Fachtagung stand der Nachhaltigkeitsprozess im Landkreis im Mittelpunkt.

Mehr aus der Region Amberg-Sulzbach/Amberg finden Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht