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Natur

Den Lebensraum der Tiere verbessern

Mehr über Wildäcker, aber auch die Situation des Waldes, erfuhren Amberg-Sulzbacher Jagdvorsteher von kompetenten Referenten.

Wildäcker und Blühstreifen anzulegen, leistet einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Lebensräume der Tiere.
Wildäcker und Blühstreifen anzulegen, leistet einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Lebensräume der Tiere. Symbolfoto: dpa

Amberg. Wildäcker, die Situation des Waldes und Verbiss standen im Mittelpunkt bei der Versammlung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Jagdgenossenschaften im Kreisverband Amberg-Sulzbach. Vorsitzender Ernst Utz aus Hirschbach, sein Vertreter Andreas Weinfurtner aus Rieden und BBV-Fachberater Josef Hummel freuten sich, dass eine stattliche Zahl von Jagdvorstehern aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach in den Gasthof Neumühle gekommen war. 122 Jagdgenossenschaften gibt es im Amberg-Sulzbacher Land, davon sind 80 beim BBV.

Ernst Utz berichtete aus der Sitzung des Jagdbeirates der Oberpfalz, der erstmals seit 15 Jahren wieder zusammengekommen war. Josef Hummel, der auch Schatzmeister ist, gab den jährlichen Geschäftsbericht. Er informierte auch über das Anwachsen der Schwarzwildbestände. 2015 seien sieben Maßnahmen gefördert worden.

Viele Möglichkeiten für Blühflächen

Balduin Schönberger, Wildlebensraumberater für die Oberpfalz, sprach über Wildäcker auf landwirtschaftlichen Stilllegungsflächen und die flexible Anlage einer Bejagungsschneise. Er beklagte zunächst einen starken Rückgang der Rebhühnerbestände und verwies auf Förderungen bei Greening und Kulap (Kulturlandschaftsprogramm. Generell appellierte er um Verbesserungen im Lebensraum der Tiere durch freiwillige Aktivitäten.

Mit Blick auf die Blühflächen sagte Schönberger, man müsse Geduld aufbringen. Niederwild brauche sicher auch mehr Platz. Nachdenken solle man über Heckenpflege, Streuobstwiesen könnten ein Paradies sein. „Das Wild muss auch außerhalb des Waldes satt werden“, so der Referent.

Wildäcker könne man nach der gültigen Agrarreform anlegen als beihilfefähige Ackerstreifen an Waldrändern, als Pufferstreifen im Ackerland, an Feldrändern, auch bei brachliegenden Flächen und im Ackerland, das aus der Erzeugung genommen ist. Er stellte auch Saatmischungen vor, die sich über Jahre schon bewährt hätten.

Interesse fand auch das flexible Anlegen von Bejagungsschneisen. Auch bei früher Ernte sei der Aufwand aus förderrechtlicher Sicht völlig unproblematisch. Der Referent riet, die Streifen nicht zu breit zu machen und diagonal zu den Maisreihen anzulegen.

Buche auf dem Vormarsch

Die Referenten bei der Versammlung der ARGE Jagdgenossenschaften waren (von links) Forstdirektor Richard Schecklmann, Andreas Weinfurtner, Ernst Utz, Balduin Schönberger und Josef Hummel. Foto: ahi
Die Referenten bei der Versammlung der ARGE Jagdgenossenschaften waren (von links) Forstdirektor Richard Schecklmann, Andreas Weinfurtner, Ernst Utz, Balduin Schönberger und Josef Hummel. Foto: ahi

Forstdirektor Richard Schecklmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg erläuterte abermals das forstliche Gutachten. Im Landkreis Amberg-Sulzbach gebe es nach seinen Unterlagen 246 Jagdreviere, Anfragen habe man von 46 Revieren bekommen. Schecklmann gab auch einen Überblick über die Baumarten. Die Fichte nehme ab, sie habe keine klimatisch guten Bedingungen. Die Buche sei hingegen auf dem Vormarsch. Zurück gehe auch der Eichenbestand. Er gab zu bedenken, bei falschen Planungen haben man jahrelang Nachteile.

Der Verbiss hänge mit der Abschussplanung zusammen, sagte er. Je nach Verbissbelastung könne man auch Abweichungen vom Abschuss vertreten. Sorgenvoll blickte Schecklmann nach vorn: Man befürchte einen starken Borkenkäferbefall, nachdem es wieder wenig Schnee und Niederschläge gegeben habe.

In der Diskussion ging es um Treibjagden, den hohen Bestand an Wildsauen sowie das Thema Nachtsichtgerät. Bei der nächsten Zusammenkunft sollen Wildschweine ein Hauptthema sein. Mit der Wildlebensraumberatung in Bayern wolle man Lebensräume verbessern, Wildtiere fördern und eine ökologische Aufwertung erreichen, hieß es. Dies sei ein besonderes Thema für Landwirte, Jäger und Jagdgenossen gleichermaßen. (ahi)

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