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Verdienste

Denkmalschutz tut gut – auch für Kastl

Minister Spaenle und Generalkonservator Pfeil vergeben 31 Denkmalschutzmedaillen – zwei in den Landkreis Amberg-Sulzbach.

  • Minister Dr. Ludwig Spaenle zeichnete Tanja und Peter Lutter für die Instandsetzung eines gefährdeten Ackerbürgerhauses in Kastl aus. Foto: Roland Hoffmann
  • Dr. Norbert Knorren Nichols wurde von Spaenle für die Instandsetzung des früheren Hammerschlosses in Hirschbach ausgezeichnet. Foto: Roland Hoffmann

Kastl.Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle hat mit Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil in München die Denkmalschutzmedaille 2017 an 31 Persönlichkeiten und Institutionen. Sie wurden geehrt im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – für ihre Verdienste bei Denkmalschutz und Denkmalpflege. Mehr als 150 Vorschläge waren heuer eingegangen. Unter den Trägern der Denkmalschutzmedaille 2017 sind aus der Region: Dr. Norbert Knorren Nichols für die Instandsetzung des früheren Hammerschlosses in Hirschbach im Landkreis Amberg-Sulzbach sowie Tanja und Peter Lutter für die Instandsetzung eines Ackerbürgerhauses im Markt Kastl.

Auch eigene Tradition fortgeführt

Als sich Tanja und Peter Lutter dem geschützten Ackerbürgerhaus in Kastl annahmen, stand es seit längerem leer. Mit der Instandsetzung hat, wie es in der Lobrede heißt, Familie Lutter nicht nur ein Denkmal gerettet, sondern eine Tradition fortgeführt: Seit 1885 lebten mehrere Generationen der Familie in dem 1669 erbauten Anwesen. Tanja und Peter Lutter setzten das Haus, im 18. Jahrhundert stark umgebaut, mustergültig instand. Mauern und Gewölbe denkmalgerecht ertüchtigt, Fachwerkwände wiederhergestellt.

Die Fassade erhielt ihr altes Aussehen, neuzeitliche Veränderungen wurden zurückgebaut, nachträglich vergrößerte Fenster wurden wieder verkleinert. Die Eingangstür ließen die Bauherren nach historischem Vorbild neu anfertigen. Beheizt wird das Haus der Familie Lutter über eine Wandtemperierung, die auch für eine Mauerentfeuchtung im Sockelbereich sorgt.

Das Beispiel zeige, heißt es in der Laudatio, dass eine zeitgemäße Nutzung nicht im Widerspruch zum Erhalt eines Baudenkmals steht.

Hammerschloss seit 1387 erwähnt

Die erste urkundliche Erwähnung des Hammerschlosses in Hirschbach stammt von 1387. Zahlreiche Bauphasen haben das Schloss bis zur jüngsten Instandsetzung durch Dr. Norbert Knorren Nichols geprägt. Vermutlich entstanden das Erdgeschoss sowie das erste Obergeschoss 1450, die darüberliegenden Stockwerke 1555. In ihrer Gestalt und Bauart unterscheiden sich diese beiden „Gebäudeteile“: Während der untere Teil massiv gemauert ist, beeindrucken die oberen Stockwerke durch eine Fachwerkkonstruktion. Im 17. Jahrhundert wurde das ehemalige Hammerschloss im Stil des Barock überformt. Das Fachwerk verschwand hinter Mauerwerk, den großen Saal zierte fortan eine Stuckdecke. Im 20. Jahrhundert befanden sich zuletzt eine Gaststätte und Fremdenzimmer im Gebäude, was dann auch zahlreiche Ein- und Umbauten zur Folge hatte.

Warum Denkmalschutzmedaille?

  • Minister Spaenle im Vorfeld:

    „Mit ihrem Einsatz helfen die Preisträger ganz wesentlich, die sicht- und begreifbare Geschichte Bayerns zu erhalten. Denkmäler sind lebendige Zeugen der Geschichte; sie geben unserer Heimat ihr Gesicht, stiften Identität. Die Träger der Denkmalschutzmedaille haben sich mit Kreativität und Ausdauer um die Denkmäler im Freistaat verdient gemacht.“

  • Generalkonservator Pfeil sagte:

    „Ich bin jedes Jahr aufs Neue beeindruckt, wie vielfältig das Engagement der Trägerinnen und Träger der Denkmalschutzmedaille ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Die Denkmalpflege lebt vom Engagement vieler Begeisterter, denn sie ist ein Gemeinschaftswerk – bei der Denkmalschutzmedaille wird das besonders deutlich.“

Von 2004 an nahm sich Dr. Norbert Knorren Nichols des zum damaligen Zeitpunkt einsturzgefährdeten Denkmals an. Zunächst musste eine Fundamentunterfangung durchgeführt werden, um einer weiteren Verformung des Gebäudes entgegenzuwirken. Es folgten viele weitere Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten. Dazu gehören die Sicherung der Fassade und die Gestaltung nach den Befunden aus dem 16. Jahrhundert. Ein im Lauf der Zeit auf der Südseite abgegangener Mittelerker konnte nach Vorbild eines historischen Stiches wiederhergestellt werden. Die durch Wasser schwer geschädigte Stuckdecke im 2. Obergeschoss ist repariert worden. Als besonderer Glücksfall erwies sich die Abnahme moderner Verkleidungen, hinter denen sich ein großer Teil der bauzeitlichen Ausstattung erhalten hatte.

Sie reichen beste Vorschläge ein

Vorschläge für die Auszeichnung mit der Denkmalschutzmedaille machen in jedem Jahr aufs Neue die Regierungen, die Bezirke, die Landkreise, die Kirchen, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

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