MyMz
Anzeige

Flüchtlinge

Herbergssuche für Asylbewerber startet

Der Landrat ruft auf, leerstehende Wohnungen zur Verfügung zu stellen und so den Landkreis Amberg-Sulzbach zu unterstützen.

Flüchtlinge hoffen auf Unterkünfte. Foto: Röttenbacher/Archiv
Flüchtlinge hoffen auf Unterkünfte. Foto: Röttenbacher/Archiv

Amberg.Das Landratsamt sucht dringend Wohnungen für Asylbewerber. „Aufgrund der aktuellen Lage in der Welt müssen wir mit einem Anstieg an Asylbewerbern im Landkreis Amberg-Sulzbach rechnen“, ist Landrat Richard Reisinger überzeugt. „Das bedeutet, dass zeitgleich der Bedarf an Wohnraum steigt.“ Der Landkreischef ruft die Bevölkerung auf, leerstehende Wohnungen für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen und so den Landkreis zu unterstützen.

„An sich wären Gemeinschaftsunterkünfte mit Platz für mehr als 50 Flüchtlinge die Regel“, ergänzt der fürs Thema Asyl zuständige Abteilungsleiter am Landratsamt Amberg-Sulzbach, Dr. Norbert Vogl. Zuständig wäre dann die Regierung der Oberpfalz. Die Realität sieht anders aus. „Normal ist die dezentrale Unterbringung“, so Dr. Vogl, „und dafür brauchen wir Platz“. Laut Sozialamtsleiter Georg Jobst war es bislang immer möglich, Asylbewerber in geeigneten Wohnungen unterzubringen. „Mit zunehmendem Flüchtlingsstrom kommen wir jedoch langsam, aber sicher, an unsere Grenzen“, so Jobst. „Deshalb suchen wir händeringend neue Wohnungen und appellieren hier vor allem an die Gemeinden, die bei der Aufnahme von Flüchtlingen durchaus noch Nachholbedarf haben, uns dabei zu unterstützen.“

Hintergrund

  • Dezentral

    Im gesamten Landkreis Amberg-Sulzbach sind gegenwärtig 659 Asylbewerber in dezentralen Einrichtungen untergebracht.

  • Unterkünfte

    Hinzu kommen 87 in den Gemeinschaftsunterkünften in Vilseck und Freihung sowie 191 Flüchtlinge in der Notunterkunft in Sulzbach-Rosenberg, zudem 94 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Im Zuge einer ausbalancierten Verteilung hält das Landratsamt jetzt vor allem in Birgland und Edelsfeld, Freudenberg und Hahnbach, Hirschbach und Hohenburg, Illschwang, Kastl, Kümmersbruck, Neukirchen und Poppenricht, Schmidmühlen und Schnaittenbach, Ursensollen und Weigendorf Ausschau nach neuem Wohnraum.

Laut „Königsteiner Schlüssel“ endet die gerechte Verteilung von Asylbewerbern an der Landkreisgrenze; das heißt, der Landkreis Amberg-Sulzbach ist gesetzlich verpflichtet, 9,6 Prozent der Flüchtlinge in der Oberpfalz aufzunehmen. Doch: „Tatsächlich ist der Landkreis mit einem internen Schlüssel aber bemüht, Asylbewerber auch innerhalb des Landkreises gleichmäßig unterzubringen. Wenngleich das nicht gesetzlich vorgeschrieben ist“, wie Dr. Norbert Vogl klarstellt.

Landrat Richard Reisinger dankt schon jetzt allen zukünftigen Vermietern. „Ich weiß, dass die Amberg-Sulzbacher dem Thema Asyl gegenüber offen sind. Jeden Tag sprechen mich auf Terminen Menschen an, die ihre Hilfe anbieten wollen. Das macht Mut. Aber neben der humanitären Unterstützung brauchen wir jetzt auch noch potenzielle Vermieter, die ihren Wohnraum für Asylbewerber zur Verfügung stellen.“ Diese können sich direkt an das Sozialamt, Georg Jobst, sozialamt@amberg-sulzbach.de oder Telefon (0 96 21) 39-534 wenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht