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Fasching

Ein Prinzenpaar, das fröhlich macht

Stefanie I. und Norman I. strahlen als Prinzenpaar der Narrhalla Haselmühl eine Lebensfreude aus, die ansteckt.
Von Jeff Fichtner

Stefanie I. (Köper) und Norman I. (Heise) sind das Prinzenpaar der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck. Foto: Jeff Fichtner
Stefanie I. (Köper) und Norman I. (Heise) sind das Prinzenpaar der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck. Foto: Jeff Fichtner

Kümmersbruck.Wenn sie überhaupt ein „Problem“ haben sollte, dann hat die Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck dieses: Der offizielle Name der traditionsreichen Faschingsgesellschaft in der Großgemeinde ist einfach zu lang, auch etwas kompliziert – vorne der Gemeindeteil, dann die kreisfreie Stadt Amberg von nebenan, dann die Gemeinde insgesamt. Kann man sich nicht so gut merken, ist aber nun mal so. Für das aktuelle Prinzenpaar der Narrhalla, Stefanie I. (Köper) und Norman I. (Heise), freilich kein Grund zur Sorge: „Das heißt für uns Haselmühl, punktum“, sagt der junge Würdenträger und zeigt als Beweis sein Zepter, auf dem eben nur „Haselmühl“ steht.

Auf dem Zepter von Prinz Norman I. steht nicht der komplette Name der Narrhalla, sondern nur die Kurzform. Foto: nff
Auf dem Zepter von Prinz Norman I. steht nicht der komplette Name der Narrhalla, sondern nur die Kurzform. Foto: nff

Der Name der Narrhalla mag lang sein – die Größe des Vereinsheims am Butzenweg hält da locker mit. Im stattlichen Saal kann man sich anfangs durchaus etwas verloren vorkommen. Es ist leicht kühl hier drinnen, so ganz ohne Rummel, fast menschenleer. Ganz schnell aber strahlen dann diese beiden jungen Gesichter pure Freude und Herzenswärme aus, hauchen der Umgebung Leben ein. Das kann man nicht lernen, das ist manchen Menschen einfach gegeben.

Großer und kleiner Norman I.

Vielleicht war dies ja auch bereits ein Grund dafür, dass der ganz junge Norman Heise einst, genauer gesagt, im Jahr 2005, schon als Kinderprinz bei der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck zu hohen Ehren gekommen ist. Er lacht fröhlich, als er sich selbst auf dem Bild anschaut, das draußen vor dem Saal hängt. Das Lachen ist auch im historischen Foto festgehalten. Der große Norman I. lacht den kleinen Norman I. an.

Die große Garde der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck zeigt den neuen Showtanz „ABBA“. Foto: afs/Archiv
Die große Garde der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck zeigt den neuen Showtanz „ABBA“. Foto: afs/Archiv

Noch lieber aber strahlt der junge Kümmersbrucker seine Prinzessin an, auch im „wahren Leben“ die Prinzessin für ihn. Die 20-jährige Stefanie Köper ist mit ihrem Norman ein absolut würdiges Prinzenpaar für die Großgemeinde Kümmersbruck. Für die „Narrhalla mit diesem langen Namen“, die im Konzert der glorreichen Faschingsgesellschaften im unteren Vilstal stets unüberhörbar mitspielt. Stefanie räumt dann aber gleich mit einem Irrtum auf, der in diesen Wochen irgendwie publik geworden ist: „Nein, ich bin keine Ambergerin!“ In Amberg ist sie zwar geboren, ist dann aber durchgehend in Hirschau aufgewachsen. Ein Kind des Landkreises Amberg-Sulzbach also, und darauf legt sie Wert.

Die Prinzessin ist angehende Kauffrau für Büromanagement

In Hirschau hat Stefanie zuerst die Schule besucht, dann wechselte sie an die Dr.-Johanna-Decker-Realschule in Amberg. Jetzt stehen der angehenden Kauffrau für Büromanagement anstrengende Wochen bevor – nicht nur in Sachen Fasching, sondern auch mit Blick auf ihr künftiges Leben. „Die insgesamt drei Jahre Ausbildung in meinem Beruf gehen in diesem Sommer zu Ende“, seufzt die sonst so fröhliche Prinzessin ein wenig. Unter der Woche, wann immer Zeit bleibt, muss sie lernen für den Abschluss. Und die Zeit dafür muss sie sich nehmen, das weiß sie nur zu gut.

Fasching

Ein Prinzenpaar, auch im echten Leben

Lena und Fabian Klieber sind verheiratet, haben anspruchsvolle Jobs – und herrschen im Fasching noch dazu über Schmidmühlen.

Jetzt aber genießt Stefanie erst einmal den Fasching in vollen Zügen. Daran hat ihr Prinz Norman natürlich den größten Anteil: „Es ist richtig schön mit ihr, es ist lustig, eine riesige Gaudi, mit Stefanie so im Rampenlicht zu stehen.“ Und Stefanie sagt: „Wir genießen das, und bei jedem Auftritt sind ja wieder andere Leute da, die uns sehen wollen.“ Die Haselmühler Prinzessin betont bei alledem mehrfach, wie wichtig die Narrhalla insgesamt für sie ist: „Die Gemeinschaft hält und trägt einen so richtig.“

Stefanie I. (Köper) und Norman I. (Heise) sind das Prinzenpaar der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck. Foto: Jeff Fichtner
Stefanie I. (Köper) und Norman I. (Heise) sind das Prinzenpaar der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck. Foto: Jeff Fichtner

So richtig wohl fühlt sich das Haselmühler Prinzenpaar im vollen Ornat, also in der Amtskleidung: „Das Kleid hat mir sofort gefallen“, schwärmt Stefanie immer noch – und lobt in den höchsten Tönen diese herausragende Arbeit von Irmgard Schmid aus Schmidmühlen. Natürlich in den Haselmühler Vereinsfarben.

„Bei jedem Auftritt sind ja wieder andere Leute da, die uns sehen wollen.“

Stefanie Köper, Prinzessin der Narrhalla Haselmühl-Amberg-Kümmersbruck, genießt jeden ihrer Auftritte mit Prinz Norman Heise

Jetzt noch mal zum Mitschreiben – erst Amberg, dann Hirschau, dann Haselmühl bzw. Kümmersbruck – oder? Nicht ganz, korrigiert Stefanie. Es gibt auch für sie familiäre Wurzeln in Haselmühl. Und es ist nicht das erste Mal, dass sie in Haselmühl die Geborgenheit einer Gemeinschaft kennen und schätzen lernt: „Seit ich zwölf war, bin ich hier bei der Feuerwehr dabei.“ Sie fährt schon auch mal bei Einsätzen mit, beteiligt sich an Übungen, „wenn dafür Zeit bleibt“. Sonst liest sie, Eberhofer-Krimis und Harry Potter zum Beispiel, geht auch gern ins Kino.

Dieter Streber ist seit 25 Jahren Präsident. „Natürlich haben wir mitgefeiert“, so Stefanie I. und Norman I. Foto: aeu/Archiv
Dieter Streber ist seit 25 Jahren Präsident. „Natürlich haben wir mitgefeiert“, so Stefanie I. und Norman I. Foto: aeu/Archiv

Norman hat nach der Grundschule in Kümmersbruck die Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule in Amberg besucht und seinen Abschluss gemacht. Drei Jahre dauert danach die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer, die letzte Prüfung ist – am Aschermittwoch! „Mopeds“ waren und sind seine Leidenschaft, er ist viel Moto-Cross gefahren. Seine 600er-Kawasaki fährt er gern auch im Alltag.

Kirwa war der Ausgangspunkt

Norman ist auch „familiär vorbelastet“, berichtet er: „Meine Eltern Gerald und Andrea sind schon länger bei der Narrhalla.“ Auf einer Party haben sich Stefanie und Norman kennengelernt, haben sich erst mal nur gut unterhalten und dann eine Zeit lang wieder etwas aus den Augen verloren. Bis zum 25. November 2015 – dieses Datum werden sie nie vergessen: „Seither sind wir zusammen“, sagen Norman und Stefanie. Seit Juli 2018 wohnen sie jetzt beisammen in Kümmersbruck. Der Prinz erzählt auch, dass die Prinzenwürde in dieser Saison für ihn so etwas wie ein „Comeback“ sei.

Bemerkenswert: Auch für dieses junge Paar haben die Kirwan in der Region eine entscheidende Rolle beim Kennenlernen gespielt – und für die Faschingskarriere. „Bei der Kirwa in Ammersricht letztes Jahr wurden wir gefragt, ob wir das Prinzenpaar machen wollten.“ Sie wollten, und sie bereuen es nicht, auch wenn eines ganz klar ist: Die stressigste Zeit der langen Faschingssaison hat jetzt erst begonnen. Doch: „Man mag sich und hilft einander“, sagt Prinz Norman I. Und dann lachen sie beide die Gedanken an den Stress einfach weg.

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