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Kunst

Eine Welt voller Magie und Träume

Anja Kraus zeigt in Theuern ihre fantastischen Bilder rund ums Schloss. Die Vernissage war reich an magischen Momenten.
Von Michaela Fichtner

Künstlerin Anja Kraus hat für die Vernissage Motive ihrer fantastischen Bilder rund ums Schloss zum Leben erweckt.
Künstlerin Anja Kraus hat für die Vernissage Motive ihrer fantastischen Bilder rund ums Schloss zum Leben erweckt. Foto: Michaela Fichtner

Kümmersbruck.Wer in seinem Innersten ein bisschen von dem bewahrt hat, was Kindern noch innewohnt – den offenen Blick für die kleinen, die oft unscheinbaren Dinge, ein unverfälschtes Empfinden und die Fähigkeit zu träumen –, der kann im Kultur-Schloss Theuern in eine Welt voller Fantasie und Emotionen eintauchen. Reich an solchen magischen Momenten war dieser Samstagabend. Und den Weg dazu bereitet hat Anja Kraus mit ihren großformatigen Bildern und weiteren künstlerischen Ausdrucksformen, mit denen sich diese Vernissage selbst in ein Kunstwerk verwandelte.

Neue Blickwinkel eröffnen und gar verzaubern – dies liegt schon im Wesen der Kunst. Und wer denkt bei verzauberten Orten nicht auch gleich an Schlösser? In der Ausstellung „Château de la Magie“ vereint sich dies in besonderer Weise. Der barocke Hammerherrensitz an der Vils präsentierte sich den zahlreichen Besuchern bereits auf den ersten Blick magisch: Festlich illuminiert waren der Eingang und die Fassade des Hauptgebäudes. Der Ort des Geschehens stimmte so ein auf ein besonderes Erlebnis.

Künstlerin bescheiden im „Off“

Besonders war zunächst allein schon die Zeit der Vernissage: Üblicherweise werden ja die Ausstellungen im Kultur-Schloss mit einer sonntäglichen Matinee eröffnet. Diesmal aber hatte der Museumsleiter Michael Ritz den Abend gewählt, so dass die „Geister der Nacht“ die Menschen in diese Welt voll Zauber und Fantasie begleiten konnten, wie er es ausdrückte.

„Der Boden glitzert für die, die vom Nimmerland träumen und Sternenstaub fangen.“

Anja Kraus

In erster Linie war es Anja Kraus, die die Menschen an die Hand nahm und in diese Welt geleitete. Im übertragenen Sinn, denn die Künstlerin selbst hielt sich ganz bescheiden im Hintergrund und ließ eher ihr vielfältiges kreatives Schaffen für sich sprechen. Nicht nur in ihren Werken, sondern auch in ihren Worten, Gesten und in ihren Augen spürt und sieht man deutlich, dass sich diese sympathische junge Frau, die erst wenige Tage zuvor ihren 28. Geburtstag gefeiert hat, diese „kindliche“ Offenheit und Neugier, die Fähigkeit zum Staunen und Träumen, bewahrt hat.

Zwischen Zeit und Raum schweben

Zahlreiche Menschen waren zur Eröffnung ins Kultur-Schloss gekommen. Foto: M. Fichtner
Zahlreiche Menschen waren zur Eröffnung ins Kultur-Schloss gekommen. Foto: M. Fichtner

Kinder spüren und erleben Magie, Märchen und Träume – und dieses innere Kind, das in jedem noch lebt, das will sie wieder erwecken, erzählt Anja Kraus. Ein Jahr hat sie an den Bildern gearbeitet, alle sind eigens für die Ausstellung „Château de la Magie“ entstanden. Schloss und Magie: Darum sollte sich die künstlerische Arbeit drehen, so die Intention von Michael Ritz.

„Ich konnte eine eigene Welt schaffen, das war sehr inspirierend“, schwärmt Anja Kraus von diesem Freiraum. Letztlich auch eine Fortführung und Weiterentwicklung ihrer bisherigen kreativen Arbeit, blickt man auf die Bilder ihres früheren Schaffens, die im Ausstellungsraum an die Decke projiziert wurden.

Klicken Sie sich hier durch eine große Bilderstrecke von der Kunst, die jetzt im Schloss Theuern gezeigt wird!

Magie und mehr im Schloss Theuern

Mit Gedanken und Gefühlen, die Anja Kraus zu ihren Gemälden in Worte gefasst hatte, eröffnete Michael Ritz die Vernissage. Von den Wanderern zwischen Zeit und Raum rezitierte er. Von den Entdeckungen und Erinnerungen beim Weg durch ein Schloss, bei dem „die Nostalgie in Deine Seele fließt“. Von der Zeit und der Zeitlosigkeit. Von Träumen und von Wünschen – in einem glitzernden Kristall. Und dem, was Erwachsene oft gar nicht mehr sehen: „Der Boden glitzert für die, die vom Nimmerland träumen und Sternenstaub fangen, die ihre Träume malen und in Wolkenbildern lesen“, ließ Michael Ritz die Worte von Anja Kraus durch den Saal schweben.

Mit der Mutter der Künstlerin Anja Kraus tauschten sich die Filmemacher Bernd Kammerer und Daniel Nickl (von links) aus. Foto: M. Fichtner
Mit der Mutter der Künstlerin Anja Kraus tauschten sich die Filmemacher Bernd Kammerer und Daniel Nickl (von links) aus. Foto: M. Fichtner

Zauber und Magie haben nicht nur eine helle, warme Seite. Auch Dunkles steckt darin – diese Facette des „Château de la Magie“ machten Bernd Kammerer und Daniel Nickl von „Skyframe“ mit ihrem Film lebendig. Von den Bildern von Anja Kraus tief beeindruckt, war ihnen klar, dass sie „etwas Besonderes liefern mussten“, erzählte Bernd Kammerer. Viele Monate haben sie für dieses fünfminütige Video getüftelt, spezielle Effekte kreiert und magische Figuren geschaffen.

Das Video „Château de la Magie“ von „Skyframe“

Der Film wurde auf Großleinwand und mit vollem Surround-Sound präsentiert – die Zuschauer wurden so direkt hineingezogen in diese fantastische Geschichte, in der dunkle Gestalten im Schloss zum Leben erweckt werden und ihr unheilvolles Werk beginnen. Michael Ritz bekannte denn auch, er werde nun wohl öfter mit einem doch vorsichtigeren Blick durch diese historischen Mauern gehen. Zumal der Film auch im Ausstellungsraum weiter zu sehen ist.

Klicken Sie hier, um mehr über die Filmemacher und die Entstehung des fantastischen Films zu erfahren.

Die Besucher der Vernissage hingegen wurden von einer ganz zauberhaften Gestalt hinübergeleitet in den Ausstellungsraum im zweiten Stock des Schlosses und durch weitere dort empfangen: Bodypainting ist eine andere künstlerische Ausdrucksform für Anja Kraus. Für sie auch ein Weg, die Barockzeit in die Vernissage mit einzubringen, wie sie erzählt. Prächtige Barockperücken trugen Samantha Wilcoxen, Verena Rossa und Sonja Ludwig, und weite Röcke, wie sie einst getragen wurden. Doch mehr noch: Sie wurden selbst zur Kunst, so, wie es der Gedanke von Anja Kraus war: „Ich will die Kunst lebendig machen.“

Sylvia Olek macht Illusion perfekt

Das „Château de la Magie“, das Schloss Theuern – mit den Augen von Anja Kraus gesehen (Ausschnitt). Foto: M. Fichtner
Das „Château de la Magie“, das Schloss Theuern – mit den Augen von Anja Kraus gesehen (Ausschnitt). Foto: M. Fichtner

In den Bilder auf den Körpern griff sie daher auch wieder Motive aus ihren Gemälden auf, wie Uhren oder die Klaviertastatur. Und immer wieder auch Seiten aus alten Büchern: Anja Kraus verarbeitete sie in ihren Bildern, aber sie zierten ebenso die Röcke, die übrigens selbst aus Papier waren. Als Vierte im Bunde machte Sylvia Olek in der Installation „Mondlicht“ die Illusion dann perfekt. Gar mancher musste da auf der großen Treppe zweimal hinsehen, ob es sich tatsächlich um einen Menschen handelte.

Schließlich gab dann das erstrahlende Licht den Blick frei auf die Werke von Anja Kraus, die Titel tragen wie etwa „Hinter der Maske“, „Zwischen den Zeilen“, „Die Unendlichkeit von Nimueh und Nayara“ oder „Die Träumende“, ein Werk, in dem sich die junge Künstlerin selbst im Salon des Schlosses verewigt hat.

Von Emotionen und Kompositionen

Zu farbigen, auch luftigen Kompositionen verwandelte Emotionen, zu Bildern, die man zunächst einmal fühlt und spürt und in denen das Auge dann wieder und wieder Neues entdeckt. Seien es Orte oder Gegenstände im Schloss, die in den Werken „versteckt“ sind oder dafür den Rahmen bilden. Aber auch Details voller Magie wie eine Meerjungfrau, Sterne, Blüten, eine Elfe oder der berühmte Hutmacher aus Tim Burtons fantastischer Umsetzung von Lewis Carrolls Roman „Alice im Wunderland“, der (natürlich) wieder vor der prächtigen Fassade des Theuerner Schlosses selbst sitzt.

„Ich konnte eine eigene Welt schaffen, das war sehr inspirierend.“

Künstlerin Anja Kraus

Sehen, staunen – still, zumindest ohne viele Worte, wanderten zahlreiche Besucher an den Werken entlang. Für Lampen hatte Anja Kraus dazu Schirme aus einem Wirrwarr von Worten geschaffen, wie ihn gar mancher in seinem Kopf schon erlebt haben dürfte. „Ich möchte die Menschen animieren, ihre Gedanken in Worte zu fassen“, meinte die junge Künstlerin.

Mehr und mehr füllte sich mit dem Fortgang dieses magischen Abends das weiße Blatt, das sie für die Gäste bereitgelegt hatte. „Träume“ oder „pure Emotion“ stand da beispielsweise – Empfindungen, die viele in die Nacht hinein begleitet haben könnten.

Ausstellungen im Schloss

  • Leuchtsignale

    Bis 4. September sind im Kultur-Schloss Theuern die Licht-Kunst-Objekte von Stefan Stock zu sehen. Der Kastler Künstler verbindet in seinen „Leuchtsignalen“ Stücke, die er auf Schrottplätzen oder Recyclinghöfen findet, mit elektrischem Licht und schafft so Skulpturen, die ganz neue Blickwinkel eröffnen.

  • Château de la Magie

    Die fantastischen Bilder vom Schloss von Anja Kraus sind bis 5. Juni zu sehen. Es sind vor allem großformatige Werke, darunter das vierteilige „Château de la Magie“. Geschaffen hat die Amberger Künstlerin aber auch kleinere Bilder, in denen sie vor den Hintergrund realer Szenen aus dem Haus Personen gesetzt hat.

  • Bilder von Peter Kuschel

    Ab Sonntag, 19. Juni, präsentiert sich der renommierte Bildhauer Peter Kuschel aus Etzelwang erstmals als Maler. Er macht in seinen großformatigen Werken die „Tiefen und Untiefen des menschlichen Lebens“ sichtbar (bis 11. Dezember).

  • Sheepworld

    Ab Sonntag, 18. September, ist „Sheepworld – Eine Oberpfälzer Unternehmensgeschichte“ zu sehen. Die Besucher können eintauchen in die Welt der Schafe und die Entwicklung des Ursensollener Unternehmens erleben (bis 11. Dezember).

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