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Projekt

Kinder sind fit im Umgang mit Konflikten

Fünf neue Sozialarbeiter sollen Mobbing und Gewalt an Schulen eindämmen. In Kümmersbruck läuft das Programm bereits.
Von Klaus Högl

Die Kinder der Grundschule Kümmersbruck lernen, wie sie friedlich miteinander umgehen, und sind Vorreiter für die Oberpfalz. Fotos: Klaus Högl
Die Kinder der Grundschule Kümmersbruck lernen, wie sie friedlich miteinander umgehen, und sind Vorreiter für die Oberpfalz. Fotos: Klaus Högl

Kümmersbruck.Was genau wird an Schulen in der Oberpfalz unternommen, um gegen Gewalt und Mobbing vorzubeugen? Dieser Grundsatzfrage ging Regierungspräsident Axel Bartelt mit seinem Besuch an der Grundschule Kümmersbruck persönlich nach. In der Grundschule Kümmersbruck deshalb, weil die eine von sieben Oberpfälzer Schulen ist (Grundschule Barbing, Mittelschule Windischeschenbach, Realschule Neumark, Albrecht-Altdorfer Gymnasium Regensburg, FOS/BOS Regensburg, Berufliches Schulzentrum Schwandorf), an der im Rahmen des Programms „Schule öffnet sich“ der Bayerischen Staatsregierung eine neue Stelle für Schulsozialpädagogik eingerichtet wurde.

Dort gibt es Klassen- und gruppenbezogene Präventionsarbeit zur Vorbeugung gegen Gewalt und Mobbing und die „Förderung der Wertebildung. Das ist die Aufgabe der seit anfangs 2019 an der Grundschule Kümmersbruck eingesetzten 30-jährigen Schulsozialpädagogin Susanna Metz. „Schule öffnet sich“: Dafür werden künftig landesweit in Bayern in einem auf fünf Jahre angelegten Programm insgesamt 500 neue Stellen schwerpunktmäßig an einzelnen Standortschulen geschaffen.

Neue Stellen für die Oberpfalz

„Im Schuljahr 2019/20 sollen an fünf weiteren Schulen in der Oberpfalz Stellen für die Schulsozialarbeit in der Oberpfalz eingerichtet werden“, sagte der leitende Regierungsschuldirektor Johann Hilburger. Die Kümmersbrucker Grundschule gehöre zu jenen „glücklichen Grundschulen, an denen eine die Stelle einer Schulsozialpädagogin geschaffen wurde“. Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger vertrat als fachliche Leiterin den Schulamtsbezirk Amberg mit seinen 42 Schulen, davon 14 Mittelschulen und rund 700 Lehrkräften. Sie hob den großen Verantwortungsbereich der Schulsozialpädagogin Susanna Metz heraus, die auch zuständig ist für die beiden Grundschulen in Ebermannsdorf und Kastl.

Axel Bartelt bei der Begrüßung, vorne links Roland Strehl, daneben Johann Hilburger, Beatrix Hilburger, Rektorin der Grundschule Kümmersbruck Eva Hampel
Axel Bartelt bei der Begrüßung, vorne links Roland Strehl, daneben Johann Hilburger, Beatrix Hilburger, Rektorin der Grundschule Kümmersbruck Eva Hampel

306 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Grundschule Kümmersbruck, ließ Rektorin Elvira Hampel bei der Begrüßung nach dem von den Grundschülern vorgetragenen „Schullied der Grundschule“ wissen. Das Problem Schulmobbing sei an der Grundschule Kümmersbruck im Moment noch keines – und so soll es auch bleiben. „Soweit darf es gar nicht erst kommen, deshalb ist die Präventionsarbeit so wichtig“, hob der Regierungspräsident Axel Bartelt heraus.

Denn da setzt dann die Arbeit der Schulsozialpädagogin an: klassen und gruppenbezogene Präventionsarbeit im Themenfeld Mobbing heißt die Prämisse gegen Gewalt sowie zur Vorbeugung im Kontext der Wertebildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Mobbing an der Schule

  • Ursprung:

    Mobbing unter Schülern ist kein neues Phänomen und ist weit verbreitet. Es gibt keine empirischen Belege dafür, dass Mobbing zugenommen hat. Schätzungsweise 15 Prozent der Schüler der weiterführenden Schulen können als Opfer bezeichnet werden. Etwa vier Prozent müssen ein- oder mehrmals pro Woche Attacken über sich ergehen lassen.

  • Grundschule:

    Von der Grundschule hin zur weiterführenden Schule finden sich weniger als vier Prozent stabile Opfer. An den Grundschulen ist es wahrscheinlicher, nicht über sehr lange Zeit Opfer zu bleiben. Selbst bei vorsichtiger Schätzung entsprechen diese Zahlen rund einer halben Millionen Mobbingopfer an weiterführenden Schulen über eine lange Leidenszeit.

Kümmersbrucks erster Bürgermeister Roland Strehl begrüßte seine hochrangigen Gäste ebenso wie die Installation einer Schulsozialpädagogin. Deren Hauptaufgabe umfasst im wesentlichen die Unterstützung der Erziehungsarbeit der Schule durch gruppenbezogene Prävention und wirkt in gruppenbezogener Arbeit an der Werteerziehung und der Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler mit: Ermittlung von Handelsfeldern der Prävention im Kontext der Wertebildung in der Schulentwicklung, Durchführung von Seminaren für bestimmte Jahrgänge und Gruppen von Schülerinnen und Schülern, Mitwirkung bei Projektträgern und Pädagogischen Tagen, Kooperation mit Multiplikatoren gegen Mobbing, Kontakt mit Eltern, Lehrern und eben Kindern.

Viele Projekte möglich

Für diese Aufgaben gibt es einige Projekte: zum Beispiel die Initiative „Fair Spielen“, die hauptsächlich der Vermeidung oder Reduzierung von Pausenhofstreiterein gilt, „Lieber Miteinander“ für erste Klassen oder Kinder mit Migrationshintergrund, das Projekt „Together“ betrifft das Cyber Mobbing.

Der Begriff Cyber Mobbing ist durchaus schon Kindern in der Grundschule ein Begriff: Rund 80 Prozent haben sich gemeldet, als der Regierungspräsident nach Handybesitz fragte. Und das darf im Unterricht keinesfalls verwendet werden, könnte aber durchaus in den Fokus rücken, wenn es um das Recht aufs eigene Bild geht. Das ist die Meinung von Rektorin Eva Hampel.

Wie geht ein Außenseiter, der gemobbt wird, mit der Situation um, wie gehen die „Täter“ und „Opfer“ damit um? Verhalten, Konfliktlösungen in Bezug auf (Cyber) Mobbing haben Schulsozialpädagogin Susanna Metz und ihre Kindergruppe aus der Klasse 3a in einem Demonstrationsunterricht den Gästen in Theorie und Praxis im Klassenzimmer nachhaltig demonstriert.

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