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Abstimmung

Klares „Nein“ zum neuen Gewerbegebiet

Überraschung in Kümmersbruck: Mit 24:0 Stimmen lehnte der Gemeinderat ein neues Autohaus vor der Gemeindegrenze ab.
Von Klaus Högl

Hier soll das neue Gewerbegebiet der Stadt Amberg entstehen. Foto: Klaus Högl
Hier soll das neue Gewerbegebiet der Stadt Amberg entstehen. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Eine neue Gewerbefläche mit einem drei Hektar großen Premium-Autohaus, und das nur 300 Meter von der Kümmersbrucker Gemeindegrenze entfernt: Dieses Vorhaben der Stadt Amberg für die Kreuzung von B 85 und AM 30 wurde im Kümmersbrucker Rathaus intensiv diskutiert.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung zu dem Vorhaben kann Kümmersbruck als Nachbargemeinde Stellung nehmen. Am Ende der Erörterung musste der Erste Bürgermeister Roland Strehl dann einräumen: „Das hätte ich so nicht erwartet.“ Genauer gesagt: Er hatte auf seine abschließende Frage („Wer stimmt den Planungen der Stadt Amberg zu?“) nicht damit gerechnet, dass der Gemeinderat dem Vorhaben eine Abfuhr erteilen würde, wie sie deutlicher nicht sein könnte: 24 zu null Stimmen hatte der Kümmersbrucker Gemeinderat den Absichten der Stadt Amberg entgegengehalten – einstimmig.

Die Planungen

  • Ort:

    Das neue Gewerbegebiet soll am östlichen Stadtrand der Stadt Amberg, an der Kreuzung der Bundesstraße B 85 mit der AM 30 entstehen.Insgesamt umfasst das Plangebiet etwa acht Hektar.

  • Belegung:

    Laut dem Bebauungsplanaufstellungsverfahren hat „ein ortsansässiger Kfz-Händler“ Interesse an etwa drei Hektar der Gewerbefläche angemeldet. Weitere Gewerbe sollen folgen.

Grund waren eine ganze Reihe von harschen Vorwürfen und Bedenken aus Kümmersbrucker Sicht. Kreisrat Richard Gaßner (SPD) etwa sah in dem Gesamtvorhaben „einen direkten Eingriff in die Planungshoheit der Gemeinde“. Er vermutet „negative Auswirkungen für Gärmersdorf und Moos“, da eine Entwicklung der Gemeinde mit Wohnhäusern dort passé sei. Gaßner ging mit den Ambergern hart ins Gericht und warf ihnen „keine vernünftige Regionalentwicklung“ vor. Ratsmitglied Josef Flierl (SPD) sieht für das Projekt insgesamt keine Notwendigkeit: „Da gehört kein Gewerbegebiet hin“. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Stadt Amberg gegenüber, unterhalb des Kauflands, genug leerstehende Möglichkeiten zur Verfügung habe und Gelegenheit bestehe, sich im Westen auszubreiten. Hans Hartinger (SPD) wies auf das seit Jahren leerstehende Autohaus Zinkl hin: Man könne nicht ausschließen, dass auch das neue Premium-Autohaus in zwei Jahren wieder dichtmache.

Die massive Versiegelung von Flächen war ein weiteres Thema: Das entstehende Oberflächenwasser müsse ja schließlich entsorgt werden – „und das fangen wir dann schlussendlich im Krumbach auf, mit möglichen Überschwemmungen“, befürchtete Thomas Pronath (CSU). Auch Lärmschutz für Gärmersdorf und mögliche hohe Emissionen waren Gründe für die ablehnende Haltung des Gemeinderates. Dieser stufte die Planungen der Stadt Amberg für das neue Gewerbegebiet abschließend als „grundsätzlich viel zu vage“ ein.

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