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Politik

Neue Impulse für Energiewende gefordert

Bei Wasserkraft und Biomasse ist kein Ausbau möglich. Die Mitglieder von CSU-Arbeitskreisen setzen vor allem auf die Sonne.
Von Paul Böhm

Nicht mehr so blumig sind die Zukunftsaussichten für die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung in Bayern. Die Ressourcen für Wasserkraftwerke (im Bild das Werk in Emhof) sind ausgereizt und können nicht weiter ausgebaut werden.  Foto: Paul Böhm
Nicht mehr so blumig sind die Zukunftsaussichten für die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung in Bayern. Die Ressourcen für Wasserkraftwerke (im Bild das Werk in Emhof) sind ausgereizt und können nicht weiter ausgebaut werden. Foto: Paul Böhm

Kümmersbruck.Die Energiewende braucht neue Impulse und muss zügiger umgesetzt werden. Darüber waren sich bei der Bezirksvorstandssitzung in Kümmersbruck die Mitglieder des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesplanung (AKU) und des CSU-Arbeitskreises Energiewende einig. Die Energiewende schreite nicht so zügig voran, wie man sich das erhofft hat. Besonders geht es um eine Lücke zwischen Energieerzeugung und -verbrauch. Dass dieses Verhältnis in den kommenden Jahren noch weiter auseinandergehen könnte, gibt Anlass zur Sorge, sagte der Bezirksvorsitzende des CSU-AKU, Klaus Hofbauer, bei dem Treffen.

„Bei der CSU sollten daher deutliche Akzente für die Sicherung der Energiewende gemacht werden“, forderten die Politiker. Es müsse an den gesetzlichen Grundlagen und einer Umstrukturierung gearbeitet. Vor allem die bayerische Wasserkraft mache sich Sorgen, wie es weitergehen soll, wenn Verträge mit den Stromversorgern in den nächsten Jahren auslaufen. Und wie schaffe man den Energieausgleich, wenn Kohle, Kernkraft und Biomasse vom Markt verschwinden werden? Komme es dann zu Stromausfällen? „Wir dürfen sicher sein, dass uns Strompreiserhöhungen ins Haus flattern werden“ – davon sind die Mitglieder der CSU-Arbeitskreise überzeugt.

Photovoltaik ausbauen

AKU-Bezirksvorstandsmitglied Helmut Kraus (Landkreis Amberg-Sulzbach) stellte zum Thema „Kollaps der regenerativen Stromerzeugung“ ein Positionspapier vor. Demnach werde prognostiziert, dass die Weltbevölkerung in 20 Jahren auf knapp neun Milliarden Menschen ansteigen und es zu einer weiteren Verstädterung kommen werde. Zudem würden die Schwellenländer verstärkt auf den Energiemarkt drängen.

Ziel müsse es sein, bei der Sonne alle ihre nutzbaren Energieformen weiter auszubauen. Die Nutzungspotenziale erneuerbarer Energien liegen laut Kraus in Deutschland vor allem in der Solar- und Geothermie, der Nutzung der Windenergie auf See und an Land, sowie die Energienutzung über Photovoltaikanlagen. Nur noch wenig ausbaufähig sei die Wasserkraft, die Stromerzeugung mit Biomasse kommt mehr und mehr ins Hintertreffen.

Die Ist-Situation

  • Fossile Energieträger:

    Derzeit werden noch knapp 30 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus Kohle gewonnen, etwa 23 Prozent stammen aus Erdgas und etwa ein Drittel aus Erdöl, wurde bei der Fachtagung berichtet.

  • Atomenergie:

    Der Anteil der Energiegewinnung aus Uran liegt mittlerweile etwas unter fünf Prozent.

  • Erneuerbare Energien:

    Der Anteil aus dem Bereich der erneuerbaren Energien stagniert bei etwas unter zehn Prozent.

Die Energiewende sei zwar 2010 mit dem Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung bei Strom, Wärme und Mobilität beschlossen worden, aber in der Praxis hinke man diesen Zielen ein gutes Stück hinterher. In Bayern würden derzeit knapp 45 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen, in Deutschland liege man bei etwa 38 Prozent. Vor allem das Auslaufen von garantierten Einspeisevergütungen gefährdet die Erreichung der Ziele für eine nachhaltige Energiewende. Die Ursachen sieht Kraus bei fehlenden Entwicklungsanreizen und Markteinführung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Wie Kraus auch vortrug, sollte bei Bestandsanlagen nach Ablauf der erhöhten Einspeisevergütung eine angemessene Vergütung geplant werden. Die Festlegung auf einen angemessenen Zeitraum und die Planungssicherheit für Unterhaltsinvestitionen seien für die Betreiber notwendig.

Einsatz auf Bundesebene

MdL Dr. Harald Schwartz merkte an, dass diese Aspekte nicht immer auf Landesebene regelbar seien. „Wir sind aber aus der Landespolitik heraus immer bestrebt, Hilfestellungen zu geben, um auf Bundesebene diese Ziele der Energiewende zu erreichen.“ Bei der Wasserkraft sieht auch Schwartz alle Möglichkeiten schon ausgeschöpft, bei der Energiegewinnung aus Biomasse scheine der Zenit überschritten zu sein. „Es gibt aber gute Gründe, trotz einiger Energiedellen die Energiewende jetzt durchzuführen“, betonte er. Dabei sollte man alle in der Pflicht sehen und einen eigenen Beitrag dazu leisten, betonte der Abgeordnete. (abp)

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