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Musik

Sänger wollen keine Auftritte absagen

Der Männerchor Haselmühl-Kümmersbruck hat Personalsorgen. Doch die Aktiven wollen weitersingen, solange es geht.
Von Klaus Högl

Der Männerchor Haselmühl-Kümmersbruck wird auch weiterhin Auftritte bestreiten. Foto: Fink
Der Männerchor Haselmühl-Kümmersbruck wird auch weiterhin Auftritte bestreiten. Foto: Fink

Kümmersbruck.Wer singt noch das Lied über das „Ännchen von Tharau“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“: Es sind die Chöre, die (nicht nur) das deutsche Liedgut aufrechthalten. Aber viele (Männer-) Chöre haben eine große Sorge, nämlich das Alters- bzw. Nachwuchsproblem. Der Altersdurchschnitt steigt immer mehr, die Chöre müssen improvisieren, manche „Stimmen“ sind nur mehr einfach zu besetzen. Und so steht zu befürchten, dass es irgendwann einmal heißt „Nun ade du mein lieb Heimat- (Lied)“.

Als jüngstes Beispiel wurde bei der Versammlung des Männerchors Haselmühl-Kümmersbruck der Abgesang des Ensdorfer Chores benannt. Adolf Gassner zeichnete eine eher schwierige Zukunft: „Die Zeiten der Mammut-Chöre sind vorbei. Man muss halt dann auch mal ein Doppelquartett singen können.“ 2020 würde der Männerchor jedenfalls seinen 100. Geburtstag feiern. Zumindest in Bezug auf die soliden Finanzen gibt es, nach dem Vortrag von Schatzmeister Thomas Gerl, keine Bedenken: „Wir können auch mit Geld umgehen“, lobte Gassner.

Verein ist ein Kulturträger

Der Vorsitzende sprach angesichts von 28 Chorproben und zwölf öffentlichen Auftritten, „auf 52 Wochen verteilt“, noch von einem „ruhigen, gemütlichen Jahr 2018“. Chorleiterin Jana Müller richtete einen Appell an alle Sänger und auch Sängerinnen: „Singen macht Freude. Wir singen weiter, so lange das geht, und wir lernen immer neue Lieder, haben weitere Ziele.“

Als Kulturträger bezeichnete 1. Bürgermeister Roland Strehl den Männergesangsverein. Man müsse die personelle Lage akzeptieren wie sie ist“, sagte Strehl, dem sich dann auch Werner Cermak in diesem Sinne anschloss.

Die Zusammenkunft im Freischütz-Schützenheim nahm einen ausgesprochen ruhigen Verlauf – bis Schatzmeister Thomas Gerl die Sängerbrust in Wallung brachte: „Ich stelle den Antrag zu diskutieren, ob man nach der Sommerpause mit öffentlichen Auftritten aufhören sollte.“ Nicht die Auflösung des Vereins sei damit gemeint, denn Singen mache immer noch Freude; es gehe darum, öffentliche Auftritte in Ermangelung des Personals einzustellen.

Klares Bekenntnis zu Auftritten

Das sollte sozusagen ein Versuchsballon sein, ein Test wie die Mitglieder reagieren. Die reagierten in der Mehrzahl mit „nein“: „Ein Chor, der nicht mehr auftritt, hat kein Leistungsziel mehr, dafür geht man auch in die Singstunde“, sagte Gassner. Jana Müller war der gleichen Meinung: „Der Chor klingt noch, hat eine gute Ausstrahlung, also sollte man auch weitermachen.“ Nur ein Mitglied war für den Antrag. Die Auftritte einzuschränken war eine andere Meinung – „das ist wie Fußball-Training ohne Spiel“, hieß es.

Das Schlusswort hatte Adolf Gassner: „Das war ein Test. So lange wir anderen Freude machen, so lange die Signale von außen so gut sind, dass wir einen klangvoller Chor haben, so lange wird weiter gemacht.“ (aeu)

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