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Initiative

Solarpark stößt auf Skepsis

Die Energiebauern GmbH plant bei Köfering eine große Freiflächenanlage. Doch die Bürger haben massive Einwände.
Von Klaus Högl

Intensiv diskutierten die Bürger beim Ortstermin über den geplanten Solarpark bei Köfering. Fotos: Klaus Högl
Intensiv diskutierten die Bürger beim Ortstermin über den geplanten Solarpark bei Köfering. Fotos: Klaus Högl

Kümmersbruck.Im Prinzip sind sich wohl die Grundstückseigentümer und die Betreiberfirma durch Vorverträge einig, dass nordöstlich von Köfering, grob gesagt rechts der Straße Richtung Amberg, ein Solarpark entstehen kann. Das Thema wird auch am kommenden Dienstag im Rahmen der Bauleitplanung auf den Rathaustisch kommen. Viele Gemeinderäte haben sich vor Ort informiert, um mitreden zu können.

Vorher allerdings war am Mittwoch ein Ortstermin mit allen Beteiligten und den vielen Köferinger Bürgern anberaumt. Denn es war den Verantwortlichen wichtig, dass alle mit eingebunden werden in dieses bedeutende und auch landschaftsverändernde Projekt.

Bürgerinitiative denkbar

Vor der 80-minütigen, durchaus sachlich geführten, Diskussion war 1. Bürgermeister Roland Strehl „vom Prinzip her zuversichtlich“ und „optimistisch“. Danach musste er aber, wie er sagte „überrascht“, feststellen, dass die Einwände gegen diesen geplanten Solarpark doch recht massiv sind. Sogar die Möglichkeit einer Bürgerinitiative wurde schlussendlich ins Spiel gebracht.

Teilansicht der geplanten Fläche in Richtung Ortsteil Köfering
Teilansicht der geplanten Fläche in Richtung Ortsteil Köfering

Das war wieder so ein Thema, bei dem sich im Grunde die meisten Menschen darüber im Klaren sind, dass erneuerbare Energien und Klimaschutz gefördert werden müssen. Aber: Viele Einwände gegen Art, Aussehen, Größe und Standort wurden geäußert.

Es handelt sich zum einen um landwirtschaftlich sehr ertragreiche Grundstücke, merkten Bürger an. „Ist das vertretbar, dass man guten Boden so umwandelt“, fragte eine Bürgerin besorgt. Die Köferinger fürchten Beeinträchtigungen für den Ort durch die ihrer Meinung viel zu große Anlage. Sie hätten zwar „grundsätzlich nichts“ gegen einen solchen Solarpark und den Klimaschutz – aber halt nicht auf diesen Filetstücken.

Was hat die Gemeinde selbst davon? Sieht man einmal von den Gewerbesteuereinnahmen ab – im Grunde nichts. Sie beteiligt sich dabei aber am Leitbild des Landkreises Amberg-Sulzbach in Sachen erneuerbare Energien und Klimaschutz, stellte Bürgermeister Strehl heraus.

Projekte im Landkreis Schwandorf

  • Plan:

    Die Energiebauern GmbH will an der Autobahn A 93 bei Freihöls auf sechs Hektar Fläche einen Solarpark mit vier Megawatt (MW) Leistung bauen. Rund 2,8 Millionen Euro investieren die „Energiebauern“ dafür

  • Neunburg:

    Im Oktober 2018 genehmigte der Stadtrat den Bebauungsplan für einen Solarpark der Energiebauern am Diendorfer Berg.

  • Fronberg:

    Die Energiebauern GmbH aus Sielenbach im Landkreis Aichach-Friedberg mit dem Gründer und Unternehmer Sepp Bichler betreibt im Landkreis Schwandorf bereits nördlich von Fronberg am Zubringer zur A 93 eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. Mit zehn Megawatt Leistung ist sie eine der größten in Bayern. Sie ging im Dezember 2017 an den Start. (fu/ro)

Sepp Bichler, Manager und Seniorchef der Firma Energiebauern GmbH aus Sielenbach, stellte das Projekt eingehend vor. Wie er sagte, sei seine Firma in dieser Richtung wegweisend. Das Unternehmen plane auf einer Gesamtfläche von rund neun Hektar eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 7,5 Megawatt. Mit der Anlage lasse sich ein sehr guter Beitrag zum Klimaschutz leisten, können doch durch die geplante Anlage jährlich mehr als 5000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das bedeute, dass durch die Anlage die CO2-Emissionen von etwa 430 Durchschnittsbürgern kompensiert werden könnten.

Positiver Nutzen für die Natur

Die Anlage soll eingegrünt werden, „die Flächen unter und zwischen den Solarmodulen werden sich als extensives Grünland entwickeln“, sagte Sepp Bichler. Zur Pflege der Flächen erklärte er, diese erfolge bevorzugt durch Schafbeweidung. Damit kombiniere der Solarpark die Erzeugung von Energie und eine extensive landwirtschaftliche Nutzung.

Für den Betriebszeitraum der geplanten Anlage stünden die Flächen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung nicht zur Verfügung, somit bestünde auch keine Gefahr, dass Nitrat in Form von Düngemitteln auf die Fläche gebracht wird. Durch die extensive Nutzung der Flächen werde die Artenvielfalt erhöht und der Boden könne sich von der Bewirtschaftung erholen, malte Sepp Bichler ein positives Zukunftsbild.

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