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Heimat

Vom Bier und vom Hopfen

Wissenswertes, Musik und Kabarett gab es bei der Vilskultur. Ensdorf, Ebermannsdorf und Kümmersbruck präsentierten sich.
Von Klaus Högl

Die Alfelder Musikanten sorgten mit Volksmusik für einen klangvollen Rahmen bei der Vilskultur. Mittendrin die Ebermannsdorferin Heike Fruth mit ihrem Akkordeon.  Foto: Klaus Högl
Die Alfelder Musikanten sorgten mit Volksmusik für einen klangvollen Rahmen bei der Vilskultur. Mittendrin die Ebermannsdorferin Heike Fruth mit ihrem Akkordeon. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Seit nunmehr zwölf Jahren, immer am Vorabend des 1. Mai, haben sich die Vilstalgemeinden Ensdorf, Kümmersbruck und Ebermannsdorf zusammengetan, um bei der Veranstaltung „Vilskultur“ Besonderheiten, Gemeinsamkeiten, Berührungspunkte in einen kulturellen Mittelpunkt zu stellen. Einen Zusammenhang haben sie auf jeden Fall: Es ist die Vils, die im Wandel der Zeit seit Jahrhunderten die Menschen und ihre Umgebung geformt hat.

An sich war der Große Saal im Kultur-Schloss Theuern Ort für diese gemeinsame Veranstaltung, diesmal fand sie in der Mehrzweckhalle in Kümmersbruck statt; der Grund sind die umfangreichen Umbauarbeiten im Schloss. 2020 wird Vilskultur dann in Ensdorf zu Gast sein.

Kümmersbrucks Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm hat sich einführend mit dem „Lebensraum Vils „beschäftigt und die Veranstaltung als eine gute Möglichkeit bezeichnet, in diesem Rahmen „in den Kulturgarten der Nachbarn zu schauen“.

Bernd Kolb, Maximilian Buchler, Wolfgang Maul, Bastian Dobler, Bernd Maul und Heike Fruth – das sind die Alfelder Musikanten, die mit ihrer langen Volksmusiktradition für den musikalischen Part sorgten. Und weil Heike Fruth, die Akkordeon spielt, Ebermannsdorferin ist, war sozusagen auch ihre Gemeinde mitvertreten.

Region war zunächst Weinland

Es ging an diesem Abend ums Bier, um Geschichten und Anekdoten rund um den Gerstensaft sowie Wissenswertes zum Hopfen. Der Heimat und Kulturverein Theuern hat sich um das leibliche Wohl gekümmert – natürlich auch ums Bier.

Kreisheimatpfleger Dieter Dörner befasste sich in seinem Vortrag ausführlich mit den Anfängen des Hopfenanbaus und mit der Bedeutung des Hopfens in der Region. Laut Dörner war das Amberg-Sulzbacher Land bis zum 16. Jahrhundert Weinland, erst danach wurde Hopfen angebaut. Auch in Ensdorf, Schmidmühlen und vor allem im Raum Sulzbach war er weit verbreitet. Bis nach dem Ersten Weltkrieg gab es Hopfen und Kommunbrauhäuser, danach war das nicht mehr lukrativ. Mehr und mehr setzte sich der Hopfenanbau in der Hallertau durch, die inzwischen das größte Hopfenanbaugebiet der Welt ist.

Bier aus der Region

  • Brauer:

    Oliver Hanysz darf sich als Betreiber der ersten kommerziellen Kümmersbrucker Brauerei bezeichnen lassen. Er schilderte zuerst die Idee, dann den langen Weg durch die Instanzen, bis er schließlich ein eigenes Bier brauen konnte.

  • Bier:

    Er trat auch den Beweis an, dass sein in kleinen Mengen gebrautes Craftbeer schmackhaft ist: Bei der Kostprobe hat er für sein Bier durchwegs gute Noten erzielen können.

Dörners Vortrag geriet etwas lang, ebenso das folgende Referat des Kümmersbruckers Oliver Hanysz. Aber das war der Tatsache geschuldet, dass der geplante Beitrag aus Rieden mit Heimatpfleger Hubert Haas über 14 historisch belegte Wirtshäusern in Rieden gestrichen werden musste. Somit hatten Dörner und Hanysz mehr Zeit.

Wie passen Kabarett und Kasse zusammen? Recht gut und unterhaltsam, wie Stefan Walz, alias Gerd Ferz, bewies. Der Mann (Jahrgang 1978) hat sich übers Bier und die Ernährung ausgelassen. „Ich wollte dem Publikum auch mal meinen heimatlichen Dialekt vorstellen“, sagte Walz. Der Kabarettist stammt aus dem Taubertal, kam dann der Liebe wegen nach Schwandorf und ist in der Gemeinde Kümmersbruck in der Kasse beschäftigt.

Es gab einiges zu lachen

Die Bühnenfigur heißt Ferz – das war an sich eine Namensverwechslung, und der ist ihm dann als „Künstlername“ geblieben. Seit 2007 bereichert Walz die Kleinkunstbühnen, jetzt war Kümmersbruck zum ersten Mal dran. Es gab einiges zu lachen für die Zuschauer, wenn Walz seinen (Bio-)Senf zum Bier gibt: „Dass Bier vegan ist, kann niemals sein, es schmeckt ja“, machte er in einer One-Man-Show zwischen Comedy und Kabarett klar. Und dann gab er auch noch seinen Senf zu seinem Feindbild Nr. 1, das ist die Lehrerin mit Doppelnamen. (aeu)

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