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Messer verweist auf Gewehrfabrik

Bei einer Wohnungsauflösung wurde ein nicht alltäglicher Fund gemacht. In Amberg gab es seit 1801 eine Gewehrfabrik.
von Josef Schmaußer

Das bei der Wohnungsauflösung gefundene Küchenmesser ist in der Zeit von 1920 bis 1930 bei der „Deutsche Werke A.G. Werk Amberg“ gefertigt worden.
Das bei der Wohnungsauflösung gefundene Küchenmesser ist in der Zeit von 1920 bis 1930 bei der „Deutsche Werke A.G. Werk Amberg“ gefertigt worden. Foto: Hans Yberle

Amberg.Bei einer Wohnungsauflösung wurde ein Küchenmesser mit eingeprägter Klingeninschrift „Deutsche Werke AG Werk Amberg“ gefunden. Der Finder war zuerst erstaunt und fragte sich: Welche Fabrik, welches Werk könnte damit gemeint sein?

Der Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen, Josef Schmaußer, wandte sich an den Militärexperten Gernot Bock, der unter anderen einst die treibende Kraft beim Aufbau der „Militärhistorischen Sammlung – Garnison Amberg“ gewesen war.

Der ehemalige Lehrer Gernot Bock machte sich auf Spurensuche und brachte bald etwas Licht ins Dunkel des ungewöhnlichen Objektes. Dazu, so der Militärexperte, müssen wir das Rad der Geschichte in Amberg zurückdrehen. Seit 1801 gab es die „Königlich bayerische Gewehrfabrik“. Am 11. November 1918 endete mit einem Waffenstillstand der I. Weltkrieg. In den darauf folgenden Tagen wurden die Staatsbetriebe nach den Bedingungen der Siegermächte (später genannt der „Vertrag von Versailles“) aufgelöst, und nach dem Beschluss der Nationalversammlung vom 22. November 1918 übernahmen die dem Reich gehörenden „Deutsche Werke AG“ alle stattlichen Heereswerkstätten, so auch die ehemals „Königlich bayerische Gewehrfabrik“ in Amberg. Nach dem Ende des Krieges wurde das Werk im Dienste des friedlichen Wiederaufbaues umgestellt. Aus der genannten Gewehrfabrik wurde ein Zweigwerk der „Deutschen Werke AG Spandau“. Die Kapitalseigner waren zu gleichen Teilen das Deutsche Reich und der Freistaat Bayern.

Fundstück

  • Herstellung:

    Die Inschrift auf der Klinge macht deutlich, dass das Messer aus der Produktion von „Deutsche Werke AG Werk Amberg“ stammt.

  • Übernahme:

    Nach dem I. Weltkrieg hat die „Deutsche Werke AG“ die ehemals „Königlich bayerische Gewehrfabrik“ übernommen.

Am 3. Dezember 1918 wurden die technischen Betriebsbataillone aufgelöst und der größte Teil der Arbeiter entlassen. Am 22. Dezember wurde ein Teil der entlassenen Arbeiter zur Vorbereitung der Fertigung von Pirschbüchsen, Werkzeugen und Stahlwaren wieder eingestellt.

Im Oktober 1922 erhielten die Reichswerke, so auch die ehemalige Gewehrfabrik, die Bezeichnung „Deutsche Werke“. Von 1920 bis 1930 fertigte das Amberger Werk unter dem Namen „Deutsche Präzisionswerkzeugaktiengesellschaft DEPRAG“ (nicht zu verwechseln mit der heutigen „Deprag“) unter anderem Werkzeuge. 1931 beschlossen die Kapitalseigner, die ehemalige Gewehrfabrik still zu legen.

Am 1. September 1931 kaufte Carl Otto Schulz das Werk und gründete die „DEPRAG“ - Pressluftmaschinen AG. 1936 erfolgte eine Umwandlung der Firmenstruktur als „DEPRAG – Pressluftmaschinen Schulz AG“.

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