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Feuerwehr

Die Aktiven absolvierten 1675 Einsätze

Eine bemerkenswerte Bilanz für das Jahr 2017 legte der Kreisfeuerwehrverband Amberg-Sulzbach mit seinen Fachbereichen vor.
Von Florian Schlegel

Der Großbrand in Lagerhallen für Altpapier in Godlricht bei Hahnbach im August 2017 war sicher einer der aufwendigsten Einsätze für die Landkreisfeuerwehren. 120 Einsatzkräfte waren damals vor Ort. Foto: Archiv age
Der Großbrand in Lagerhallen für Altpapier in Godlricht bei Hahnbach im August 2017 war sicher einer der aufwendigsten Einsätze für die Landkreisfeuerwehren. 120 Einsatzkräfte waren damals vor Ort. Foto: Archiv age

Neukirchen.Großes Lob und zahlreiche Ehrungen bestimmten die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands Amberg-Sulzbach in Neukirchen. In diesem Jahr hatte sich der Kreisfeuerwehrverband eine andere Art einer Verbandsversammlung einfallen lassen: Jürgen Meyer von Radio Ramasuri wurde eingeladen, um den Abend zu moderieren und die verschiedenen Fachbereiche und Ehrengäste in Talkrunden zu interviewen.

In der ersten Talkrunde waren die Fachbereiche (FB) an der Reihe. Kreisbrandmeister (KBM) Armin Daubenmerkl ist für den Fachbereich Schaumtraining im Landkreis zuständig. Insgesamt wurden 2017 fünf Ausbildungen dazu abgehalten, deren Inhalte Daubenmerkl kurz erläuterte. Für das Jahr 2018 seien bereits alle Termine ausgebucht und für 2019 nur noch wenige verfügbar.

Netzwerke für Gerätewarte

In einer Talkrunde zogen die Leiter der Fachbereiche Bilanz, von links KBM Alex Graf, KBM Jürgen Ehrnsberger, Moderator Jürgen Meyer, KBI Christof Strobl und KBM Armin Daubenmerkl. Foto: afs
In einer Talkrunde zogen die Leiter der Fachbereiche Bilanz, von links KBM Alex Graf, KBM Jürgen Ehrnsberger, Moderator Jürgen Meyer, KBI Christof Strobl und KBM Armin Daubenmerkl. Foto: afs

Kreisbrandinspektor (KBI) Christof Strobl nahm Stellung zur Technischen Hilfeleistung. Dass die Einsätze in diesem Bereich immer mehr werden, musste Strobl den Anwesenden nicht erklären. Dazu würden Lehrgänge vor Ort mit den eigenen Gerätschaften angeboten. Seit dem vergangenen Jahr gebe es Netzwerk für Gerätewarte, die KBM Jürgen Schloß ins Leben gerufen hat. Eine Abendschulung in der Rettungswache in Sulzbach-Rosenberg wurde bislang drei Mal abgehalten; es gehe darum, die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und dem Rettungsdienst zu erleichtern.

Gute Ausbildung zum Thema Gefahrgut

KBM Alexander Graf stellte sich Meyers Fragen zum Thema Gefahrgut. Zahlreiche Ausbildungen wurden auch zu diesem Thema im Landkreis durchgeführt, dazu CSA-Grund- und Wiederholungslehrgang und eine Einsatzübung in Auerbach. „Die Feuerwehren im Landkreis sind zu diesem Thema gut ausgebildet“, so Graf. 2017 habe es eine Alarmierung zu einem „Gefahrgutunfall“ auf der A 6 bei Kümmersbruck gegeben, was sich glücklicherweise nicht bestätigt habe.

KBM Jürgen Ehrnsberger ist Leiter der Brandschutzerziehung. Nachdem die Rauchmelderpflicht Anfang des Jahres in Kraft getreten sei, sei die Zahl der Nachfragen sehr hoch gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem Bauamt am Landratsamt Amberg-Sulzbach sei hervorragend und man ergänze sich perfekt in verschiedenen Angelegenheiten. Auch die Brandschutzerziehung mit den Kindern war ein großes Thema, so Ehrnsberger.

Freiwillige Feuerwehren unverzichtbar

In einer Talkrunde standen auch KBR Fredi Weiß (links), Kreisjugendfeuerwehrwart Sven Schmidt und Kreisfeuerwehrarzt Marc Bigalke (von rechts) Moderator Jürgen Meyer Rede und Antwort. Foto: afs
In einer Talkrunde standen auch KBR Fredi Weiß (links), Kreisjugendfeuerwehrwart Sven Schmidt und Kreisfeuerwehrarzt Marc Bigalke (von rechts) Moderator Jürgen Meyer Rede und Antwort. Foto: afs

KBR Fredi Weiß, der Feuerwehrarzt des Landkreises, Marc Bigalke, und der neue Kreisjugendfeuerwehrwart Sven Schmidt waren die nächsten, die sich den Fragen von Meyer stellen mussten. Weiß gab einen kurzen Rückblick auf ein „anstrengendes Jahr für die 114 Feuerwehren im Landkreis“. Insgesamt mussten die rund 4800 Aktiven zu 1675 Einsätzen – das waren 225 Brandeinsätze, 1048 Technische Hilfeleistungen, 69 Sicherheitswachen und 333 sonstige Tätigkeiten – ausrücken.

Das Ehrenkreuz in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach wurde an KBR Fredi Weiß verliehen. Foto: afs
Das Ehrenkreuz in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach wurde an KBR Fredi Weiß verliehen. Foto: afs

Die Freiwilligen Feuerwehren seien im Landkreis Amberg-Sulzbach sind sehr gut aufgestellt und unverzichtbar. „Würde es keine freiwilligen Feuerwehrdienstleistenden mehr geben, bräuchten wir sechs bis sieben Berufsfeuerwehrwachen und diese würden allein mit 36 Millionen Euro Personalkosten zu Buche schlagen“, so Weiß.

Marc Bigalke lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehrkräften und dem Rettungsdienst. Sven Schmidt sprach über die Anzahl der jugendlichen Feuerwehrler im Landkreis und blickte auf 2018 voraus. Christian Holler stellte den Kassenbericht für das Jahr 2017 vor.

Geehrte Kräfte der Feuerwehren

  • Ehrennadeln und Ehrenkreuze

    Mit der Ehrennadel in Gold wurde Georg Dotzler (FFGroßschönbrunn) ausgezeichnet, mit dem Ehrenkreuz in Silber Vinzenz Praller (FF Ransbach), Georg Grembler (FF Königstein), Heinrich Eichenseer (FF Wolfsbach), Peter Pichl (FF Schnaittenbach), Heinz Pickel (FF Augsberg) und Werner Luber (FF Röckenricht).

  • Ehrenkreuz in Gold

    Die höchste Auszeichnung des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach, das Ehrenkreuz in Gold, konnte Kreisbrandrat Fredi Weiß von der Feuerwehr Schnaittenbach in Anerkennung seiner großen Verdienste angesteckt werden. Die Laudatio auf Weiß hielt stellvertretender Landrat Hans Kummert. (afs)

Auch Frauen engagieren sich

Den Geehrten gratulierten Kreisbrandinspektor und stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender Hubert Blödt links), stellvertretender Bezirksverbandsvorsitzender Kreisbrandrat Anton Bögl (Dritter von links), MdL Dr. Harald Schwartz (Siebter von links), Kreisbrandrat Fredi Weiß, der selbst auch geehrt wurden, Bürgermeister-Vertreter Florian Junkes, Winfried Franz, 1. Bürgermeister von Neukirchen, und stellvertretender Landrat Hans Kummert (v.r.). Foto: afs
Den Geehrten gratulierten Kreisbrandinspektor und stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender Hubert Blödt links), stellvertretender Bezirksverbandsvorsitzender Kreisbrandrat Anton Bögl (Dritter von links), MdL Dr. Harald Schwartz (Siebter von links), Kreisbrandrat Fredi Weiß, der selbst auch geehrt wurden, Bürgermeister-Vertreter Florian Junkes, Winfried Franz, 1. Bürgermeister von Neukirchen, und stellvertretender Landrat Hans Kummert (v.r.). Foto: afs

In der letzten Talkrunde standen die Politiker Rede und Antwort. Stellvertretender Landrat Hans Kummert hatte viel Lob für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren, das er auch im Namen von Landrat Richard Reisinger überbrachte. Wie MdL Dr. Harald Schwartz betonte, schätze er den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr sehr. Würden bei Einsätzen Rettungskräfte angegriffen, belästigt oder ähnliches, sei dies kein Spaß mehr, machte er unmissverständlich deutlich.

Der Weltfrauentag war auch bei der Versammlung ein Thema, denn auch Frauen sind in den Führungsreihen der Amberg-Sulzbacher Feuerwehren engagiert. Die Feuerwehr Diebis hat als einzige eine Frau als Kommandantin, das Amt der Vorsitzenden übernehmen bei mehreren Feuerwehren im Landkreis Frauen.

Für einen Feuerwehrbedarfsplan

Der Vertreter der Bürgermeister im Kreisfeuerwehrverbandsausschusses, Florian Junkes aus Hohenburg, der selbst 1. Vorsitzender der FF Hohenburg ist, stellte klar fest, dass der Feuerschutz eine gemeindliche Aufgabe sei. Dies gehe aber nur mit guter Zusammenarbeit der Feuerwehren. Von einem Feuerwehrbedarfsplan sei er sehr überzeugt, sagte Junkes. Um diesen zu erstellen, brauche man aber kein Ingenieurbüro, sondern die Kommandanten und Gerätewarte.

Abschließend stellte der 1. Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Neukirchen, Winfried Franz, seine Feuerwehren vor. In der Gemeinde gebe es vier Feuerwehren, zu denen 400 Aktive und 50 Jugendfeuerwehrler gehören. Die Gemeinde investiere aktuell in ein neues Feuerwehrgerätehaus für die FF Neukirchen, das rund 1,8 Millionen Euro kosten wird.

In seiner Funktion als stellvertretender Leiter der Integrierten Leistelle Nordoberpfalz dankte Moderator Meyer allen Feuerwehren, die an den Landkreis Neustadt an der Waldnaab angrenzen und dorthin auch mit alarmiert werden. „Die Zusammenarbeit ist sehr kameradschaftlich und verläuft immer reibungslos.“ KBR Fredi Weiß dankte seiner kompletten Kreisbrandinspektion und seinem Kreisfeuerwehrverbandsausschuss für die tolle Zusammenarbeit. (afs)

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