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Kultur

Den Sängern geht langsam die Luft aus

Wegen Überalterung tritt der Riedener Gesangsverein Liederkranz nicht mehr öffentlich auf und verzichtet auf Beiträge.
von Hubert Söllner

Der Gesangverein Liederkranz Rieden bei einem seiner ersten Auftritte 1921 in Hohenburg.  Foto: Archiv Gesangverein/azd
Der Gesangverein Liederkranz Rieden bei einem seiner ersten Auftritte 1921 in Hohenburg. Foto: Archiv Gesangverein/azd

Rieden.Zur Jahreshauptversammlung des Gesangvereins Liederkranz Rieden begrüßte Vorsitzender Johann Weigert auch Bürgermeister Erwin Geitner und Ehrenvorstand Johann Haas im Vereinslokal Löwenwirt. Weigert gab einen Kurzbericht über das Vereinsgeschehen im abgelaufenen Jahr.

Aus den Reihen der Sänger sind Berichtszeitraum zwei aktive und vier passive Mitglieder verstorben. Darunter der langjährige Chorleiter Josef Söllner, der von 1977 bis 1999 Chorleiterstellvertreter und ab Oktober 1999 bis zu seinem Tod Chorleiter war, also über 40 Jahre Dirigent des Liederkranzes. Sein plötzlicher Tod hinterließ große Bestürzung und eine nicht zu schließende Lücke im Riedener Männerchor Liederkranz.

Schmerzliche Verluste erlitten

Nicht nur dieser schmerzliche Verlust, sondern auch die Überalterung des Vereins und das Fehlen von Neuzugängen hat dazu geführt, dass ein geordneter Probenbetrieb und öffentliche Auftritte des Chores nicht mehr möglich sind. Dieser Tatsache müsse man leider ins Auge sehen, so der Vorsitzende. So beschloss die Versammlung, ab dem Vereinsjahr 2019 keine Mitgliedsbeiträge mehr abzubuchen bzw. einzufordern. Der Verein Liederkranz als solcher bleibt jedoch nach wie vor bestehen.

„In gesellschaftlicher Hinsicht hat der Verein seinen Stellenwert im Markt Rieden.“

Erwin Geitner, 1. Bürgermeister des Marktes Rieden

Das Vereinsjahr 2018/19 wurde von Schriftführer Andreas Reindl im Detail betrachtet und die Ereignisse, wie Vereins- und Geburtstagsfeiern zur Kenntnis gebracht. Vereinskassier Xaver Riepl konnte einen zufriedenstellenden Kassenbericht vortragen. Kassenprüfer Herbert Scharl und Hubert Fischer bescheinigten einwandfreie Kassenführung, einstimmig erfolgte Entlastung.

Die turnusgemäß durchgeführten Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: 1. Vorstand Johann Weigert, 2. Vorstand und Vereinskassier Xaver Riepl, Schriftführer Andreas Reindl, Kassenprüfer Herbert Scharl und Hubert Fischer. Diese Vorstandschaft ist schon mehrere Jahre im Amt und wurde wieder einstimmig bestätigt.

Bürgermeister Erwin Geitner sprach in seinem Grußwort das Bedauern im Hinblick auf die fehlende Sangestätigkeit des Männerchores aus und stellte fest, dass der Liederkranz Rieden keine Ausnahme in dieser Entwicklung des Chorwesens sei. Bürgermeister Geitner gab jedoch zu bedenken: „In gesellschaftlicher Hinsicht hat der Verein seinen Stellenwert im Markt Rieden.“ Er regte daher an, sich weiter regelmäßig, zumindest in kleinerer Runde, zu treffen.

Es wurde in der Runde beschlossen, die Gemeinschaft in Form von monatlichen Zusammenkünften zu pflegen, die traditionellen Vereinsfeiern beizubehalten, die runden Geburtstage der Mitglieder weiter zu betreuen und bei Festen der anderen Ortsvereine mit Abordnungen teilzunehmen.

Messstipendien beibehalten

Bei Beerdigungen von passiven Mitgliedern erfolgt künftig keine Grabansprache mehr; die Messstipendien für verstorbene Sänger und Vereinsmitglieder werden jedoch weiter beibehalten. Mit dem Hinweis, dass im Jahr 2021 der Verein auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken könne, schloss der Vorsitzende die 65. Generalversammlung.

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