MyMz
Anzeige

Kirche

Ein Festtag für die Gläubigen

Die Wieskirche in Vilshofen strahlt wieder wie neu. Den Festgottesdienst feierte Weihbischof Reinhard Pappenberger.
Von Hubert Söllner

Weihbischof Reinhard Pappenberger segnete die Gläubigen.  Fotos/Repro: Hubert Söllner
Weihbischof Reinhard Pappenberger segnete die Gläubigen. Fotos/Repro: Hubert Söllner

Rieden.Bemerkenswert ist der Pfarrberg in Vilshofen durch seine drei Kirchen – rechts steht die sogenannte „Wieskirche zum Gegeißelten Heiland“. Im Oktober 2015 hat der Marktgemeinderat den Erlaubnisantrag nach Artikel 7 Denkmalschutzgesetz einstimmig gefasst, also den Startschuss für die Sanierung abgegeben. Am Ostersonntag fand nun die feierliche Segnung statt.

Weihbischof Reinhard Pappenberger zelebrierte mit Pfarrer Gottfried Schubach und Pfarrer Pradyut Bahla aus Neu-Delhi den feierlichen Gottesdienst zum Abschluss und Dank für die Renovierung. Zu Beginn sangen die Gläubigen, begleitet von einer kleinen Besetzung der Jura-Blaskapelle Pilsheim, „Halleluja, lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da“ – passend für diesen Anlass.

Viele saßen vor der Kirche

Eine kleine Besetzung der Jura-Blaskapelle Pilsheim umrahmte den feierlichen Gottesdienst.  Foto: Hubert Söllner
Eine kleine Besetzung der Jura-Blaskapelle Pilsheim umrahmte den feierlichen Gottesdienst. Foto: Hubert Söllner

In seinen Predigtworten ging Weihbischof Pappenberger auf das Ostersonntags-Evangelium, die Emmausgeschichte, ein. Er riet den Gläubigen, immer aufmerksam zu sein und in den innersten Kreis bei Emmaus einzutreten: „Dann gehen bei der Kommunion die Herzen auf.“ „Christus lebe“ sei die Botschaft des Evangeliums, das an diesem Sonntag in der neu renovierten Kirche zu hören war.

Kriege und Seuchen überzogen das Land, als viele Kirchen „Zum Gegeißelten Heiland“ erbaut wurden. Heute, so der Weihbischof, mussten viele unserer jüngeren Mitbürger keinen Krieg mehr erleben – „aber in vielen Ländern der Erde tobt Krieg“. Er betonte: „Der Stärkere nehme sich des Schwächeren an, dies ist die Herausforderung.“

Zur Verteilung der Kommunion ging Weihbischof Reinhard Pappenberger auch vor das Kirchentor, denn viele Gläubige hatten in der Wieskirche gar keinen Platz mehr gefunden; für sie waren Bänke bereitgestellt.

Die Kirchen in Vilshofen

  • Pfarrberg:

    Von der Schwandorfer Straße aus gesehen ist in der Mitte die Vilshofener Pfarrkirche St. Michael, links davon die Allerseelen-Bruderschaftskapelle und rechts die sogenannte „Wieskirche zum Gegeißelten Heiland“.

  • Geschichte:

    Die 1751 geweihte Wieskirche (im Bild der Pfarrberg um 1800) kam wohl im Rahmen der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts in das Eigentum von Vilshofen, durch die Gebietsreform dann in das Eigentum des Marktes Rieden.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagsmahl im Pfarrheim ging Pfarrer Schubach auf die Geschichte der „Wieskirche zum Gegeißelten Heiland“ in Vilshofen ein. Viele Vilshofener seien schon gegen 1740 nach Steingaden im Schongau zur Verehrung einer Prozessionsfigur gepilgert, die den gegeißelten Heiland darstellte. Sie brachten um 1748 eine Kopie dieses Bildnisses mit. In jenem Jahr entstand auch eine Kapelle „Christi flafellati auf der Wiß“ am Deglhof, die dem religiösen Bedürfnis aber bald nicht mehr entsprach. So sammelte man Geld und bekam 1750 die bischöfliche Erlaubnis, im Bruderschaftswald bei Deglhof eine neue Kirche zu errichten.

Aber die Vilshofener ließen nicht locker: Das Bischöfliche Ordinariat erlaubte schließlich den Bau einer Kapelle in den Vilshofener Friedhof hinein. Am 23. August 1750 wurde vom Ensdorfer Abt Anselm Meiler der Grundstein geweiht. Am 17. Oktober 1751 weihte Abt Meiler die Kapelle und das Bildnis, „prozessionaliter unter Trompeten- und Paukenschall aus der Pfarrkirche durch vier Priester in die neue Kapelle getragen“, wie die Chronik erzählt.

Manche Probleme tauchten auf

Bürgermeister Erwin Geitner trug den Ablauf der Renovierung bis zur Weihe vor. Noch im Oktober 2018 sei auf Nachfrage vorsichtig die Aussage „vermutlich November“ getroffen worden. „Dann aber gab es Probleme mit der Fertigung der Ziegel für den Fußboden.“ Heute, fünf Monate später, dürfe man endlich die Fertigstellung feiern.

Viel Kraft und Ärger hätten die Verzögerungen gekostet. Aber das sei Geschichte. Dank großzügiger Förderungen durch die Landesstiftung Denkmalschutz, die Diözese Regensburg, den Bezirk Oberpfalz, das bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Kirchenstiftung Vilshofen verblieben von veranschlagten 561 100 Euro beim Markt Rieden noch Kosten von 324 400 Euro. Geitner betonte: „Diese Summe haben wir gerne aufgewendet, um diesem Schmuckstück der Vilshofener Geschichte wieder ein würdiges Aussehen zu geben.“

Dank sagte er den bauausführenden Firmen, der Kirchengemeinde, vertreten durch Pfarrer Schubach, den Förderstellen, besonders der Diözese Regensburg und den begleitenden Architekten Johann Ernst vom Büro EM Architekten Amberg. (azd)

Weitere Artikel aus der Region Amberg lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht