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Protest

Linke: AfD „offen“ für Nazi-Aktivisten

Beim Auftritt von Frauke Petry in Kreuth wurden bekannte Rechtsextremisten zugelassen, kritisiert der Kreisverband.
Von Hubert Heinzl

Bei der Rede von AfD-Bundessprecherin Frauke Petry am 1. Oktober in Kreuth waren auch bekannte Rechtsextremisten in der „Festhalle Rieden“ – das kritisiert „Die Linke“ Mittlere Oberpfalz. Foto: N. Pelke
Bei der Rede von AfD-Bundessprecherin Frauke Petry am 1. Oktober in Kreuth waren auch bekannte Rechtsextremisten in der „Festhalle Rieden“ – das kritisiert „Die Linke“ Mittlere Oberpfalz. Foto: N. Pelke

Rieden.„Die Linke“ Mittlere Oberpfalz hat nach dem Auftritt von deren Bundessprecherin Frauke Petry in Kreuth schwere Vorwürfe gegen die rechtspopulistische AfD erhoben und ihr mangelnde Abgrenzung von rechtsextremen Aktivisten vorgeworden. Die Veranstaltung am Samstag in der „Festhalle Rieden“, heißt es in einer Presseerklärung der „Linken“, sei auch von NPD-Bezirksvorsitzendem Heidrich Klenhart sowie Patrick Schröder und Daniel Franz, den Betreibern eines bekannten Neonazi-Informationsstreams, besucht worden – „in einer etwa 15-köpfigen Gruppe Rechtsextremer aus dem Umfeld des verbotenen ,Freien Netz Süd’“.

Die Personalie zeigt laut dem Vorsitzenden der Linken für die Mittlere Oberpfalz, Marius Brey, nicht nur, „wie anschlussfähig die Forderungen der AfD bis tief hinein ins rechtsextreme Lager sind, sondern auch wie offen sie für Aktivisten aus diesem Spektrum ist“. Wenn der Partei wirklich etwas an der Demokratie läge, so Brey weiter, „würde sie keine rechtsextremen Antidemokraten bei ihren Veranstaltungen dulden“.

„Die letzten Hüllen sind gefallen“

Mit der fehlenden Abgrenzung von Rechtsextremen seien nun „die letzten Hüllen gefallen“. Brey: „Es reicht mittlerweile nicht mehr, sie als rechtspopulistisch oder nationalkonservativ zu bezeichnen. Heute ist die AfD eine rechtsradikale Partei und muss auch so benannt werden“.

Dass Aktivisten wie Klenhart oder Patrick Schröder an der AfD-Veranstaltung teilnahmen, steht nach Recherchen des Informationsportals „Endstation Rechts“ und der MZ außer Zweifel. Von Klenhart existieren Foto-Dokumente, und Patrick Schröder selbst brüstet sich auf seiner Facebook-Seite (Eintrag vom 2. Oktober: „Zecken aus AfD-Veranstaltung kicken... läuft“) selbst damit, er habe Gegendemonstranten, die die Petry-Rede am vergangenen Samstagabend störten, aus dem Saal räumen helfen. Als offizieller Ordner will er aber nicht eingesetzt gewesen sein.

Internet als Propaganda-Plattform

Patrick Schröder ist in der bayerischen Neonazi-Szene kein Unbekannter. Laut dem Publizisten und Rechtsextremismusexperten Jan Nowak nutzt der NPD-Funktionär aus Mantel seit Jahren das Internet als Propaganda-Plattform – zunächst mit einem Radio-, später mit einem TV-Programm. Geboten wird eine Mischung aus rechtsextremen Inhalten und Szene-Lifestyle. Klamotten oder Rechtsrock spielen da eine große Rolle. Laut Nowak ist Schröder auch selbst als Mitorganisator von Konzerten aufgetreten – unter anderem im Mai bei „Rock für Identität“ im thüringischen Hildburghausen. 3500 Zuhörern wollten nach Medienberichten damals Bands wie „Blitzkrieg“, „Übermensch“ oder „Act of Violence“ hören.

Im Kreise der Neonazis ist Schröder also eine große Nummer. Dennoch sagte AfD-Bezirksvorsitzender Christoph Paulwitz auf MZ-Anfrage, die Saalordner hätten Schröder und seine Kumpane in Kreuth nicht erkannt; deshalb sei er „auch nicht abgewiesen worden“. NPD-Mitglieder oder -Aktivisten, auch ehemalige, seien als Mitglieder bei der AfD „unerwünscht“. „Da haben wir recht umfangreiche Listen und recherchieren auch im Internet“, so Paulwitz. Grundsätzlich könne man aber nicht verhindern, dass „solche Leute“ zu öffentlichen Veranstaltungen kämen.

Ein gemeinsames Feindbild

Publizist Jan Nowak sieht dagegen auch inhaltliche Schnittstellen: „Es ist wenig verwunderlich, dass offene Neonazis bei der AfD-Veranstaltung Gegendemonstranten hinausbefördern helfen. Beide haben ein gemeinsames Feindbild“, sagte er der MZ.

Über den Protest der Oberpfälzer in Amberg gegen die AfD lesen Sie hier mehr!

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