MyMz
Anzeige

Kirche

Pfarrersehepaar geht voller Dankbarkeit

Birgit Schwalbe und Klaus Eberius haben die evangelisch-lutherische Kirche in Rieden verlassen. Sie gehen nach Mittelfranken.
Von Hubert Söllner

Pfarrer Gottfried Schubach (r.) überreichte mit Pfarrer Werner Sulzer (l.) aus Schmidmühlen ein kunstvolles Kreuz an das Pfarrersehepaar. Foto: H. Söllner
Pfarrer Gottfried Schubach (r.) überreichte mit Pfarrer Werner Sulzer (l.) aus Schmidmühlen ein kunstvolles Kreuz an das Pfarrersehepaar. Foto: H. Söllner

Rieden.Glück habe die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Rieden mit ihrem Pfarrersehepaar Birgit Schwalbe und Klaus Eberius gehabt. So schrieb es Natalie Scharl, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands, in der Einladung zum Gottesdienst und zum anschließenden Empfang zur Verabschiedung des Pfarrersehepaars. Und die Beliebtheit der beiden dokumentierte sich auch in der Zahl der Besucher, die die Paul-Gerhardt-Kirche kaum fassen konnte.

Die vereinten Posaunenchöre Rieden, Amberg-Paulaner, Illschwang und Rosenberg unter Leitung von Bezirksposaunenchorleiter Kurt Lehnerer umrahmten musikalisch den Gottesdienst. Foto: Hubert Söllner
Die vereinten Posaunenchöre Rieden, Amberg-Paulaner, Illschwang und Rosenberg unter Leitung von Bezirksposaunenchorleiter Kurt Lehnerer umrahmten musikalisch den Gottesdienst. Foto: Hubert Söllner

„Auf und macht die Herzen weit“, sangen die Gläubigen beim Einzug der Ehrengäste, begleitet von Svitlana Kamenetska an der Orgel und von den vereinten Posaunenchören Rieden, Amberg-Paulaner, Illschwang und Rosenberg unter der Leitung von Bezirksposaunenchorleiter Kurt Lehnerer.

Auf zehn Jahre zurückgeblickt

Kinder der Klassen 1 bis 4 hatten eine Blumenwiese mit vielen lieben Briefen gebastelt, die zwei Mädchen überreichten. Foto: Hubert Söllner
Kinder der Klassen 1 bis 4 hatten eine Blumenwiese mit vielen lieben Briefen gebastelt, die zwei Mädchen überreichten. Foto: Hubert Söllner

Das Evangelium des zweiten Sonntags in der Passionszeit „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab“, so das Pfarrersehepaar, sei die Basis, auf die Christen bauten. „Dies galt und gilt für die Kirche zu aller Zeit und an jedem Ort, das galt und gilt demnach auch bei allem, was wir hier in der evangelischen Kirchengemeinde getan haben.“ Im Rückblick auf ihre zehnjährige Tätigkeit nahmen beide im Wechsel das Bild vom Weinberg zu Hilfe: Das Bild von Lukas Cranach, das in der Stadtkirche zu Wittenberg hängt. Ein Bild aus kämpferischer Zeit, die Gott sei Dank überstanden worden sei. Denn heute brenne die Ökumene-Kerze aus Schmidmühlen und erinnere an gemeinsame Gottesdienste, „an all die ökumenische Zusammenarbeit, die in unserem Riedener Weingarten gewachsen ist und für die wir dankbar sind“. Dankbar auch für die oft großzügige logistische Unterstützung der Riedener katholischen Pfarrei.

Mit dem Segen beendete Pfarrerin Birgit Schwalbe den feierlichen Gottesdienst. Foto: Hubert Söllner
Mit dem Segen beendete Pfarrerin Birgit Schwalbe den feierlichen Gottesdienst. Foto: Hubert Söllner

Pfarrer Eberius blickte auch auf gemeinsam erlebte Weltgeschichte zurück, „als wir gemeinsam versuchten, im Café International größte Flüchtlingsnot zu lindern und anzupacken“. Auch seien sie beide, so Pfarrerin Birgit Schwalbe und Pfarrer Klaus Eberius, wohl fast das letzte Pfarrerehepaar hier, das noch Zeitzeugen aus der Anfangszeit der evangelischen Gemeinde im Vilstal träfe, Flüchtlinge aus Schlesien und Vertriebene aus Tschechien, aus Ostpreußen und anderen Regionen. Alle hätten in der Paul-Gerhardt-Kirche ein Dach über dem Kopf, „sie konnten Wurzeln schlagen und Früchte großziehen“. Ihr Dank gelte allen, die sie unterstützten, betonte das Pfarrersehepaar, „denn der Weinberg im Unteren Vilstal hat Nachbarn, die mithelfen“.

Dekan Andreas Utzat, Pfarrer in der Kirchengemeinde Fürnried, entließ das Pfarrersehepaar, das eine neue Aufgabe in Mittelfranken finden wird. Foto: Hubert Söllner
Dekan Andreas Utzat, Pfarrer in der Kirchengemeinde Fürnried, entließ das Pfarrersehepaar, das eine neue Aufgabe in Mittelfranken finden wird. Foto: Hubert Söllner

Durch Handauflegen entließ stellvertretender Dekan Andreas Utzat, Pfarrer in der Kirchengemeinde Fürnried, das Pfarrersehepaar, das eine neue Aufgabe in Mittelfranken finden wird. Mit dem Segen und dem Lied „Befiel du deine Wege …“ endete der Gottesdienst. Pfarrer Eberius lud zum Empfang im Bildungshaus des Klosters Ensdorf ein. Fleißige Hände hatten dort bereits für Kaffee und Kuchen gesorgt, auch ein kräftigender Imbiss stand bereit. Svitlana Kamenetska am Harmonium und die vereinten Posaunenchöre sorgten für die musikalische Umrahmung.

Flüchtlingssituation gemeistert

Riedens Bürgermeister Erwin Geitner (links). dankte dem Pfarrersehepaar „für mehr als zehn Jahre unermüdlichen Wirkens und für ihre Arbeit als Seelsorger“ und überreichte Geschenke auch im Namen von Landrat Richard Reisinger. Foto: Hubert Söllner
Riedens Bürgermeister Erwin Geitner (links). dankte dem Pfarrersehepaar „für mehr als zehn Jahre unermüdlichen Wirkens und für ihre Arbeit als Seelsorger“ und überreichte Geschenke auch im Namen von Landrat Richard Reisinger. Foto: Hubert Söllner

Den Reigen der Grußworte eröffnete Riedens Bürgermeister Erwin Geitner, der dem Pfarrersehepaar zum Abschied ein Wort des Dankes „für mehr als zehn Jahre unermüdlichen Wirkens und für ihre Arbeit als Seelsorger“ mit auf den Weg gab. Ohne ihre Hilfe hätte 2015 die Flüchtlingssituation nicht so gut gemeistert werden können, sagte er und überreichte Präsente, auch im Namen von Landrat Richard Reisinger.

Worte und Bilder zum Abschied

  • Erinnerung an Rieden:

    Pfarrer Gottfried Schubach aus Rieden betonte bei der Verabschiedung: „Behaltet Rieden in froher Erinnerung als ein Stück Heimat und findet in euren neuen Stellen wieder ein Zuhause.“ Mit „Gottes Segen für euch und eure Zukunft“ überreichte er gemeinsam mit Pfarrer Werner Sulzer aus Schmidmühlen ein kunstvolles Kreuz an das scheidende Pfarrersehepaar.

  • Blumenwiese als Geschenk:

    Christine Kölbl, Rektorin der Grundschule Rieden, nannte das Pfarrersehepaar „Pädagogen mit Leib und Seele, die auch in schwierigen Situationen den Kindern Fürsprecher waren“. Sie hatte Luther-Briefmarken und eine Geldspende mitgebracht. Kinder der Klassen 1 bis 4 hatten eine Blumenwiese mit vielen lieben Briefen gebastelt, die zwei Mädchen überreichten. (azd)

Eine Urkunde und einen Feuerkorb, „damit ihr euch wärmen könnt“, überreichte Diakon Peter Bublitz im Namen der Notfallseelsorger. Foto: Hubert Söllner
Eine Urkunde und einen Feuerkorb, „damit ihr euch wärmen könnt“, überreichte Diakon Peter Bublitz im Namen der Notfallseelsorger. Foto: Hubert Söllner

Ein paar Blitzlichter aus der Tätigkeit des scheidenden Pfarrersehepaar ließ Dekanatssprecher Pfarrer Arne Langbein aufblitzen und Diakon Peter Bublitz würdigte Pfarrer Eberius’ Tätigkeit als Notfallseelsorger mit Urkunde und übergab einen Feuerkorb, „damit ihr euch wärmen könnt“. Viele weitere Geschenke für das Pfarrersehepaar und das Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ mit Zwischentexten zum Schiff Paul-Gerhardt-Kirche rundeten den Abschiedsempfang ab.

Mehr Nachrichten aus Rieden lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht