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Gesundheit

Souverän reagieren in Notfallsituationen

Vor allem pflegende Angehörige sollten Hilfe leisten können. Bei einem Kurs in Rieden wurden die Teilnehmer fit gemacht.
Von Hubert Söllner

Barbara Hernes spielt das Unfallopfer und wird von Silke Kunz in die stabile Seitenlage gebracht.  Foto: Söllner
Barbara Hernes spielt das Unfallopfer und wird von Silke Kunz in die stabile Seitenlage gebracht. Foto: Söllner

Rieden.Ein Unfall im Haushalt, ein Kreislaufzusammenbruch oder ein Herzinfarkt – diese oder ähnliche Notfälle ereignen sich fast täglich und passieren zumeist in Anwesenheit von Familienangehörigen und Freunden. Besonders pflegende Angehörige erleben eine solche Notfallsituation häufig. Um schnell und sicher Erste Hilfe leisten zu können – sie kann in den ersten Minuten lebensrettend sein – lud Barbara Hernes vom Seniorenmosaik im Naturpark Hirschwald e. V. zu einem Erste-Hilfe-Kurs ins Pfarrheim ein. Ein Angebot in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz, welches sich speziell an Senioren und pflegende Angehörige der Kommunen des Naturpark Hirschwald richtet.

„Fragen Sie, löchern Sie mich – ich gehe auf Ihre Wünsche und Fragen ein“, forderte Altenpflegekraft Silke Kunz, ehrenamtlich für das BRK als Erste-Hilfe-Ausbilderin tätig, auf. Bei Verkehrsunfällen, so die Referentin, sei es als erstes wichtig einen Notruf abzusetzen, dabei klar und deutlich zu sprechen und den Anruf nicht zu beenden bis die Leitstelle, „die Ihnen auch Anweisungen gibt“, auflege. Außerdem sollte man sich selbst und Mitfahrer durch Warnwesten zu schützen sowie Warndreiecke, aufzustellen.

Näher ging Silke Kunz auf den Verbandkasten im Auto ein: „Achten Sie auf das Verfallsdatum und ersetzen Sie jeden gebrauchten Artikel“. Anschließend waren die Teilnehmer – „aber nur wer möchte und wer kann“ – gefordert, um eine bewusstlose Person zu versorgen. Barbara Hernes spielte das Unfallopfer. Sie musste in die stabile Seitenlage gebracht, vor Kälte mit einer Rettungsdecke geschützt werden. „Bis der Rettungsdienst eintrifft sollte mit dem Verunglückten gesprochen werden um ihn zu beruhigen, Bewusstsein und Atmung regelmäßig geprüft werden“, so die Referentin. An einer Puppe wurde von den Teilnehmern das Beatmen geübt. Auf die Frage ob stark blutende Wunden abgebunden würden, sagte Silke Kunz „Es wird nicht mehr abgebunden, sondern abgedrückt“.

Wichtig beim Druckverband sind der Druck und die Zeit. Das Aussehen sei nebensächlich, die Blutung müsse schnellstens gestillt werden. Näher ging die Referentin auf die Arbeit mit dem Defibrillator ein, der dazu da sei, das Herz zu überwachen und wenn nötig „einen Schuss zu geben“. Der Defibrillator gibt allerdings auch von selbst Anweisungen. Weiter ging Silke Kunz auf Notfälle bei Diabetes, Schlaganfall, Atemnot, Herzinfarkt, Knochenbrüche nach Stürzen, Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen ein. Der Kurs kam bei den Teilnehmern sehr gut an.

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Helfen ist einfach

  • Beatmen:

    Kopf des Bewusstlosen überstrecken, Nase zuhalten, zweimal beatmen und 30-mal Herzdruckmassage, das Ganze wiederholen bis Hilfe kommt.

  • Wichtige Nummern:

    110 Polizei, 112 Rettungsdienst und 116117 ärztlicher Bereitschaftsdienst

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