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Gesundheit

Trotz Schmerzen Ja zum Leben sagen

Maria Boßle hat gelernt, mit ihren chronischen Schmerzen umzugehen. Davon berichtete sie beim VdK in Rieden.
von Hubert Söllner

„Nicht unterkriegen lassen“ ist das Motto der studierten Kirchenmusikerin Maria Boßle, die unter chronischen Schmerzen leidet. Foto: azd
„Nicht unterkriegen lassen“ ist das Motto der studierten Kirchenmusikerin Maria Boßle, die unter chronischen Schmerzen leidet. Foto: azd

RIEDEN.Über Jahrzehnte war für Maria Boßle der Schmerz ein ständiger Begleiter, besiegen ließ sie sich jedoch davon nicht. „Mit Schmerzen leben – modulare Schmerztherapie“ war ihr Vortrag überschrieben, den sie auf Initiative des VdK-Ortsverbands mit Josef Niebler an der Spitze hielt.

„Nicht unterkriegen lassen“ war und ist das Motto der studierten Kirchenmusikerin, die neben Orgel und Klavier auch Flöte und Trompete spielt. Schon als Kind hatte Maria Boßle viele Beeinträchtigungen, konnte keine Klassenfahrt mitmachen, wurde mehr als 30 Mal operiert. Sie erläuterte, dass bei Schmerzpatienten die Nervenreize ihre Warnfunktion verloren hätten. Erst 2003 sei ihre Krankheit als Ehlers-Danlos-Syndrom diagnostiziert worden – „aber Schmerzen sieht man halt nicht“, sagte sie. Das Ehlers-Danlos-Syndrom sei eine sehr seltene, genetisch bedingte Erkrankung des Bindegewebes, die Gefäße, Muskeln, Sehnen und innere Organe schädige.

„Ich bin nicht umzubringen“, schmunzelte sie. Sie habe gelernt, mit dem Schmerz umzugehen und ihn zu kontrollieren. „Das geht mit einer Kombination aus Medikamenten und achtsamer Körpertherapie, der funktionellen Entspannung.“ Das Ziel dabei sei nicht, den Schmerz auf Null zu senken, „denn das Warnsignal Schmerz muss bleiben. Menschen ohne Schmerzgefühl leben nicht lange“.

Veranstaltungen

  • 10. März:

    Jahreshauptversammlung der VdK-Ortsgruppe

  • 11. April:

    Kaffeekränzchen mit Barbara Hernes und Vortrag „Aktiv bleiben durch Unterstützung im Alltag“

  • 1. Juni:

    Tagesausflug nach Ansbach und das Seezentrum Muhr am See

Aus ihrem Tagebuch, das sie vor 30 Jahren schrieb, zitierte Maria Boßle: „Ich möchte einmal aufwachen“. Und sie las von „wenig Energie, Depressionen, von total ausgebrannt“. Tausende würden sich wegen chronischer Schmerzen das Leben nehmen. Wichtig sei es aber, Ja zum Leben zu sagen und trotz Krankheit und Schmerzen ein frohes und reiches Leben zu leben. Aus dieser Erkenntnis heraus und um Leidensgenossen zu helfen, entschied sich Maria Boßle, die Selbsthilfegruppe Chronischer Schmerz ins Leben zu rufen, „ein Zusammenschluss von Menschen, die vor ihren Problemen nicht kapitulieren wollen“.

Erfahrungen würden ausgetauscht, Fachvorträge von Ärzten, Therapeuten und Juristen angeboten. Vor mehr als zehn Jahren habe sie auch eine Körpertherapie-Ausbildung absolviert, „denn Atmen hilft mir die Bewegung zu erleichtern“. Mit Entspannungsübungen, in die die Zuhörer einbezogen wurden, bekräftigte sie diese These. Heute könne sie mit ihrer Krankheit umgehen, betont Maria Boßle. Familie, Freunde und vor allem die Musik würden ihr Kraft und Mut geben. Mit einer musikalischen Darbietung auf ihrer Krücke, die sie zur Flöte und Trompete umfunktionierte, bewies sie dies. (azd)

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