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Lokalpolitik

Salesianer planen Zeltplatz

Der Ensdorfer Gemeinderat ist für das Projekt, doch es gibt Einwände. Einem „Schwarzbau“ wird der Riegel vorgeschoben.
Von Hans Babl

  • Wo heute eine grüne Wiese ist, war früher der Sportplatz des Klosters. Diesen wollen die Salesianer künftig als Jugendzeltplatz nutzen. Foto: Hans Babl
  • Bereits begonnen hat die Erschließung des Baugebietes „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach. Foto: Hans Babl

Ensdorf.Einen wichtigen Schritt für einen künftigen Zeltlagerplatz in Ensdorf hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstagabend vollzogen: Einstimmig sprach sich das Gremium für das Vorhaben aus.

Die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos, Niederlassung Kloster Ensdorf, hatte bereits 2018 eine Bauvoranfrage für einen Jugendzeltplatz gestellt, der auf dem früheren Salesianersportgelände errichtet werden soll. Dabei ging es zunächst um die Frage, ob das Bauvorhaben überhaupt umgesetzt werden kann.

Wesentliche Fragen waren die Zu- und Abfahrt zu dem Gelände über einen bisher nicht ausgebauten Feld- und Waldweg, sowie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Strom. Die Gemeinderäte waren schon damals einhellig der Meinung, dass es schön wäre, wenn die Salesianer diesen Zeltplatz in Ensdorf errichten würden, und standen dem Projekt positiv gegenüber.

Landratsamt ist am Zug

In einer weiteren Sitzung hat sich dann die Gemeinde verpflichtet, den Weg – soweit er auf Gemeindegrund verläuft – ausreichend auszubauen und zu unterhalten. Ein Nachbar verweigert allerdings die Unterschrift und legte verschiedene Einwände vor. Nach Auskunft der Verwaltung würden diese nun an das Landratsamt-Sulzbach zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet.

Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungsanlage werden im Zuge der Ausführung der Baumaßnahme erstellt und können von der Thanheimer Straße auf kürzestem Wege angeschlossen werden, hieß es in der Sitzung. Der Jugendzeltplatz der Salesianer soll 39 Zeltplätze und ein Betriebsgebäude umfassen.

Einstimmig bewilligte der Gemeinderat in seiner Sitzung, die DJK Ensdorf zu unterstützen: Demnach werde die Gemeinde die Vorausfinanzierung für die zugesagten Zuschüsse des Bayerischen Landessportverbandes in Höhe von 35 000 Euro und der Aktion Mensch in Höhe von 15 500 vorfinanzieren, denn die Zuschüsse werden erst nach Abschluss der Baumaßnahmen ausgezahlt.

Einstimmig wurden auch die Bauanträge auf Dachgeschossausbau mit Aufbau einer Dachgaube eines Einfamilienhauses in der Asamstraße 30 in Ensdorf und dem Antrag auf Errichtung einer Produktionsstätte mit Wohneinheit und Erneuerung der Garagen in der Hauptstraße 22 in Ensdorf zugestimmt.

Dagegen lehnte der Gemeinderat den Antrag auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage in der Strohbergstraße 25 in Wolfsbach ab. Der Bau war bereits vom Landratsamt eingestellt worden. Ursprünglich im Freistellungsverfahren vorgelegt, war mit ganz erheblichen Änderungen, anders als im Planfeststellungsverfahren und dem Tekturplan, mit dem Bau begonnen worden. Zudem hatten nicht alle Nachbarn zugestimmt.

Der Gemeinderat war überwiegend der Meinung, dass der Bauwerber bei der Gemeinde die Änderungen hätte genehmigen lassen, sich zumindest zuerst mit den Nachbarn hätte abstimmen müssen oder so bauen sollen wie geplant. Den Versuch einer nachträglichen Genehmigung nach Baubeginn sah Gemeinderat Johann Bösl gar als „Versuch der arglistigen Täuschung“. Und Gemeinderat Roland Müller meinte: „Eine solche nachträgliche Genehmigung wäre ein Freibrief für alle für die Zukunft.“ Folglich lehnte der Gemeinderat mit zwei gegen zehn Stimmen den Bauantrag ab.

Die Gemeinde baut in Wolfsbach ein Außenlager für den gemeindlichen Bauhof mit einem Salzsilo. Derzeit laufen die Ausschreibungen dafür und für eine Materialhalle in der Größe von acht mal zwölf Metern und insgesamt 24 Meter großen Schüttgutboxen. Damit noch vor den Kommunalwahlen am 15. März eine Entscheidung getroffen werden kann und anbietende Firmen unverzüglich nach der Winterpause mit den Arbeiten beginnen können, ermächtigte der Gemeinderat Bürgermeister Markus Dollacker einstimmig, dass er die Aufträge für die Baumeister-, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten vergeben kann.

Richtlinien für die Bauplätze

Wie schon bei der Klausurtagung im vergangenen Jahr beschäftigte sich der Gemeinderat erneut mit dem Erlass von Vergaberichtlinien für gemeindliche Bauplätze im Baugebiet „Strohberg-Nord“ in Wolfsbach. Demnach gelten folgende Regelungen: Ein erworbenes Grundstück muss binnen drei Jahren nach dem notariell bestätigten Kauf bebaut werden. Die Vergabe der Bauparzellen soll nach einem differenzierten Punktesystem erfolgen, dabei sollen ortsbezogene Kriterien wie Ortsansässigkeit mit gemeldetem Hauptwohnsitz, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in der Gemeinde Ensdorf und ehrenamtliche Tätigkeiten sowie sozialbezogene Kriterien wie Familienstand bzw. Familienverhältnisse eine Rolle spielen. Diese Vergaberichtlinien wurden vom Gemeinderat dann einstimmig beschlossen. (abl)

Weitere Themen der Sitzung

  • Jugendpflegerin:

    Der Ensdorfer Gemeinderat stimmte zu, den Anteil der Vollarbeitszeit der gemeindlichen Jugendpflegerin Helena Schubert von bisher vier auf sieben Wochenstunden für die Gemeinde Ensdorf zu erhöhen.

  • Kommunalwahl:

    Erhöht wurde das sogenannte „Erfrischungsgeld“, eine Art Aufwandsentschädigung für Wahlhelfer. Bei Kommunalwahlen erhalten sie nun 75 Euro, bei Landtags-, Bezirkstags-, Bundestags- und Europawahlen 60 Euro.

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