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Fasching

Der Regen konnte die Gaudi nicht trüben

Schwungvolle Garden, lustige Themenwagen und gut gelaunte „Narren“ sorgten für ein fröhliches Spektakel in Schmidmühlen.
Von Hans Babl

Tolle Stimmung verbreiteten die Mädels der Schmidmühlener Prinzengarde beim Faschingszug. Den Regen lächelten sie einfach weg! Foto: Babl
Tolle Stimmung verbreiteten die Mädels der Schmidmühlener Prinzengarde beim Faschingszug. Den Regen lächelten sie einfach weg! Foto: Babl

Schmidmühlen.Manch sorgenvolle Blicke richteten die Verantwortlichen des Faschingskomitees Schmidmühlen am Faschingsdienstag hinauf in den Himmel, nachdem es am Vormittag immer wieder Regenschauer gab. Mittags hörte der Regen auch auf – doch pünktlich zu Beginn des Gaudiwurms begann es wieder zu nieseln und im Verlauf des Zugs mussten die Teilnehmer und Gäste auch manchen kräftigeren Guss von oben ertragen.

Aber die, die zum Höhepunkt der närrischen Zeit nach Schmidmühlen gekommen waren, hielten durch. Trotzdem: Das Wetter dürfte Schuld daran sein, dass einige Teilnehmer kurzfristig abgesagt haben und auch weniger Gäste die Straßen säumte. Zunächst sah man die eifrigen Sammler auf den Straßen: Sie kassierten von den Zuschauern mit Klingelbeuteln „Freudensteuer“. „Schließlich wollt ihr ja auch die hübschen Gardemädchen sehn“, meinten sie. Und die Gäste bekamen nicht nur etwas zu sehen, sondern auch Süßes: Zentnerweise warfen die Narren Bonbons und andere Süßigkeiten unter die Menge. Und auch „flüssige Nahrung“ gab es.

Der fallende Kirwabaum

Das Achterbahn-Fahren der Dietldorfer war eine Schau. Foto: Babl
Das Achterbahn-Fahren der Dietldorfer war eine Schau. Foto: Babl

Eröffnet wurde der närrische Zug wie alle Jahre von der Blaskapelle aus dem benachbarten Dietldorf, der „Musica Spectaculum Dietldorfum“ mit schmissiger Musik. Mitgebracht hatten die Dietldorfer auch die Garde ihrer Faschingsgesellschaft mit Prinzenpaar Martina III. und Josef III.

Als fröhliche blaue Schlümpfe zogen die Damen vom Frauenbund Schmidmühlen durch den Markt, auch die Schmidmühlener Hexen und die Dorfgemeinschaft Winbuch reihten sich beispielsweise mit ein. Erstmals beim Faschingszug im Unteren Vilstal waren die Hirschauer mit Kindergarde und Prinzenpaar Marie I. und Michael I. mit dabei. Kein Wunder, ist doch Präsidentin Regina Merkl eine gebürtige Schmidmühlenerin!

Die jungen Schmidmühlener Hoheiten Sophie und Johannes Foto: Babl
Die jungen Schmidmühlener Hoheiten Sophie und Johannes Foto: Babl

Der Männergesangverein Liederkranz Schmidmühlen nahm Bürgermeister Peter Braun und sein „Reisebüro“ aufs Korn: „Willst Du jemals eine Reise machen, geh zu Braun Reisen, die sind zum Lachen! Die Planung dauert nur ein halbes Jahr, bis die Reise wird nicht mehr wahr. Die Erinnerung wird Dir ewig bleiben, willst Du mit P. Braun verreisen“, war da zu lesen.

Klicken Sie auch in unsere Fotostrecke vom Faschingszug!

Faschingszug in Schmidmühlen

Natürlich war die missglückte Baumfällaktion der Dietldorfer Kirwaleit eine wunderbare Vorlage für einen Faschingszug – die Pottenstettener Burschen zeigten mit ihrem Wagen, wie den Dietldorfern der Kirwabaum aufs Scheunendach gefallen ist. „Endlich ist bewiesen, die Dietldorfer haben Dachschaden!“, hieß es. Und sie boten mit Handzetteln einen „Baumfällkurs für Anfänger“ an, weil eine Umfrage ergeben habe, dass „80 Prozent der Dietldorfer nicht korrekt keilen können“. Für Fortgeschrittene gebe es einen „Schwalben-Binde-Kurs“. Mit einem Kirwabaum waren auch die Diesenbacher Burschen dabei.

Viele hübsche Gardemädchen

Die blauen Schlümpfe vom Schmidmühlener Frauenbund sind eine lustige Truppe. Foto: Babl
Die blauen Schlümpfe vom Schmidmühlener Frauenbund sind eine lustige Truppe. Foto: Babl

Die Kirwagemeinschaft Schmidmühlen hatte den VW-Abgasskandal zum Thema gewählt und das E-Bike, mit dem der „Bürgi“ nun unterwegs ist. Kümmersbrucker stellten eine Abordnung „Schwarzarbeiter“, der Riedener Hirschenwirt einen Wagen, der das Bayerische Reinheitsgebot lobte. Stark vertreten wie immer war die Narrhalla Rot-Weiß-Gold-Rieden mit ihren hübschen Gardemädchen sowie dem Prinzenpaar Valerie I. und Bastian I. mit Hofstaat samt Präsident und Prunkwagen.

Der Fischzug

  • Schweigender Marsch

    Das Ende der fünften Jahreszeit ist in Schmidmühlen traditionell am Aschermittwoch der Fischzug. „Mann“ trifft sich in Frack und Zylinder um „Oans“ beim Ochsenwirt. Nach strengem Reglement und schweigend marschieren die Männer dann durch den Markt.

  • Die allerletzte Zeremonie

    Nach diversen Stationen in Wirtshäusern und Vereinsheimen steht dann später am Abend, so gegen 22 Uhr, die allerletzte Zeremonie an: das Geldbeuteleingraben am Hammerplatz. Aber dann ist es auch in Schmidmühlen endgültig vorbei mit der fünften Jahreszeit!

Erstmals war die Hirschauer Garde in Schmidmühlen mit dabei. Kein Wunder, ist doch Präsidentin Regina Merkl eine gebürtige Schmidmühlenerin. Foto: Babl
Erstmals war die Hirschauer Garde in Schmidmühlen mit dabei. Kein Wunder, ist doch Präsidentin Regina Merkl eine gebürtige Schmidmühlenerin. Foto: Babl

Fetzig spielte die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen auf: Sie kündigte auch das „Grande Finale“ des Gaudiwurms an, das Faschingskomitee Schmidmühlen. Kindergarde und Kinderprinzenpaar Sophie und Johannes sowie die Prinzengarde mit Prinzessin Sabrina I. und Prinz Manuel I. jubelten den Zuschauern zu, auf dem Festwagen Präsident Michael Eckmeder mit seinem Hofstaat.

Da rief das närrische Volk nicht nur auf dem Marktplatz, wo Ernst Wein die Gruppen vorstellte, noch gern ein dreifaches „Schmidmühlen OHO!“. Dass die Gardemädchen immer wieder ihre Tänze zeigten, versteht sich von selbst. Tosender Applaus war ihnen dafür sicher!

Klicken Sie auch in unsere Fotostrecke mit historischen Fotos vom Schmidmühlener Zug.

Fasching einst in Schmidmühlen

Mehr zum Fasching im Vilstal und in der Region Amberg/Amberg-Sulzbach finden Sie hier!

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