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Vereine

Erinnerung an die „goldenen Jahre“

Der SV Schmidmühlen feiert heuer 90-jähriges Bestehen. Die Bezirksliga-Ära und das Sportheim waren wichtige Meilensteine.
Von Peter Fochtner

Am 24. Mai 1980 fand in Neunburg vorm Wald das Entscheidungsspiel zwischen den beiden A-Klassen-Meistern SV Schmidmühlen und FC Chammünster statt. Durch ein 4:0 sicherte sich der SV den Aufstieg in die Bezirksliga. Stehend, von links: Spielleiter Peter Fochtner, Karl Manglberger, Trainer Anton Zepf, Peter Dammith, Anton Preischl, Wolfgang Nagy, Erich Fischer, Hans Luschmann, Reinhard Stadlmann, Valentin Berschneider, Bernhard Rudolf, 1. Vorsitzender Horst Heinke, 2. Vorsitzender Hans Bauer; kniend, von links: Hans Graf, Dieter Müller, Hans Manglberger, Bruno Hartl, Hans Bauer Repro: Peter Fochtner
Am 24. Mai 1980 fand in Neunburg vorm Wald das Entscheidungsspiel zwischen den beiden A-Klassen-Meistern SV Schmidmühlen und FC Chammünster statt. Durch ein 4:0 sicherte sich der SV den Aufstieg in die Bezirksliga. Stehend, von links: Spielleiter Peter Fochtner, Karl Manglberger, Trainer Anton Zepf, Peter Dammith, Anton Preischl, Wolfgang Nagy, Erich Fischer, Hans Luschmann, Reinhard Stadlmann, Valentin Berschneider, Bernhard Rudolf, 1. Vorsitzender Horst Heinke, 2. Vorsitzender Hans Bauer; kniend, von links: Hans Graf, Dieter Müller, Hans Manglberger, Bruno Hartl, Hans Bauer Repro: Peter Fochtner

Schmidmühlen.Ein besonderes Jahr ist 2019 für den Sportverein Eintracht Schmidmühlen: 90 Jahre ist es nun her, dass der SV gegründet wurde. 90 Jahre, in denen die Verantwortlichen des Vereins und die Aktiven Höhen und Tiefen erlebt haben. Sportlich und auch aus Sicht der Vereinsentwicklung, waren die Jahre 1976 bis 1986 die „goldenen Jahre“ des Sportvereins. Meilensteine waren die jahrelange Zugehörigkeit der 1. Mannschaft zur Bezirksliga, der Serienmeister SV Schmidmühlen II und der Bau des Sportheims.

Die Grundlage für den sportlichen Erfolg wurde bereits in der Jugend gelegt. In der Saison 1975/1976 stieg die A-Jugend unter Trainer Johann Eichenseer und Jugendleiter Gerhard Graf in die Bezirksliga auf. Auf dem offiziellen Meisterschaftsfoto sind als Spieler Anton Klieber, Erwin Graf, Leonhard Flierl, Hans Graf, Karl-Heinz Puchta, Albert Stadlmann, Hans Luschmann, Johann Lautenschlager, Josef Pirzer, Reinhard Eichenseer, Bernhard Rudol und Roman Meyer abgelichtet. Über mehrere Spielzeiten konnte man dieses hohe Niveau halten. Das Amt des Jugendleiters übernahm ab 1977 der über die Landkreisgrenzen hinaus bis heute bekannte BFV-Mitarbeiter Georg Müllner. Sechs Saisons spielte die A-Jugend dann in der Bezirksliga. 1985 übernahm Markus Hummel das Amt des Jugendleiters.

Mit 4:0-Sieg zum Meistertitel

Durch einen überlegenen 4:0-Sieg vor 500 Zuschauern am 24. Mai 1980 in Neunburg v. Wald gegen den FC Chammünster wurde der SV Meister der A-Klasse des Kreises III und stieg in die Bezirksliga Oberpfalz auf. Vater des Erfolges war Trainer Anton Zepf. Am entscheidenden Spiel nahmen teil: Karl Manglberger, Peter Dammith, Anton Preischl, Wolfgang Nagy, Erich Fischer, Hans Luschmann, Reinhard Stadlmann, Valentin Berschneider, Bernhard Rudolf, Hans Graf, Dieter Müller, Hans Manglberger, Bruno Hartl und Hans Bauer. 1981 wurde erstmals ein Trainingslager abgehalten, und zwar, nicht, wie heute üblich irgendwo im Süden, sondern im Bayerischen Wald. Zahlreiche Geschichten erzählen sich heute noch die damals aktiven Spieler.

Nach drei erfolgreichen Jahren in der Bezirksliga gab Anton Zepf den Trainerstab weiter an Hans Friedl. Nur knapp ein Jahr später übernahm Theo Lorenz, welcher danach jahrelanger 2. Bürgermeister der Stadt Burglengenfeld wurde, das Amt. Berüchtigt war er vor allem wegen seiner harten Trainingsmethoden. So ließ er beispielsweise die Mannschaft vor einem Spiel einen sechs Kilometer langen Berglauf nach Winbuch durchführen.

Im DFB-Pokal kam man damals so weit wie nie zuvor. Am 20. Mai 1984 verlor man das Halbfinale in Falkenstein mit 3:4 nach Verlängerung, wobei Theo Lorenz drei Treffer erzielte. Alle Punktspiele bestritt in dieser Saison als einziger Dieter Baumer, in den Jahren danach führte diese Liste meist Anton Mayer an. Mit Beginn der Saison 84/85 wurde der SV in die Bezirksliga-Süd und der FC Schwandorf in die Bezirksliga Nord umgesiedelt.

Die Jugend von 1978; hinten, von links: Trainer Johann Eichenseer, Rudolf Bernhard, Wolfgang Nagy, Anton Preischl, Albert Stadlmann, Johann Eichenseer, Peter Dammith, Jugendleiter Georg Müllner; unten, von links: Johann Winkler (Guki), Dieter Hummel, Johann Lautenschlager, Alois Bleier, Anton Mayer, Paul Graf und Wolfgang Fochtner  Foto: Peter Fochtner
Die Jugend von 1978; hinten, von links: Trainer Johann Eichenseer, Rudolf Bernhard, Wolfgang Nagy, Anton Preischl, Albert Stadlmann, Johann Eichenseer, Peter Dammith, Jugendleiter Georg Müllner; unten, von links: Johann Winkler (Guki), Dieter Hummel, Johann Lautenschlager, Alois Bleier, Anton Mayer, Paul Graf und Wolfgang Fochtner Foto: Peter Fochtner

Ende der Saison wurde Klaus Berschneider Trainer der 1. und 2. Mannschaft. Nachdem so erfahrene Fussballer wie Karl Mangelberger, Erich Fischer, Valentin Berschneider und Hans Mangelberger ihre aktive Laufbahn beim SV beendeten, war der Klassenerhalt der Bezirksliga das oberste Ziel. Obwohl selbst alte Hasen im Verein nicht daran glaubten, schaffte es die Mannschaft. In der Saison 1986/1987 stieg man dann aber nach sieben Jahren wieder in die A-Klasse ab.

1979 und 1980 wurde die 2. Mannschaft des SV Meister in der A-Klassen Reserverunde. Gespielt haben damals unter anderem Günther Eichenseer, Alfons Wein, Peter Dammith, Markus Stadlmann, Gerd Hummel, Karl Fochtner, Erwin Graf, Michael Röckl, Peter Stadlmann, Hans Graf, Arnold Grunewald und Hans Bauer. 1981, in der ersten Saison als Bezirksliga-Reserve, errang man erneut den 1. Tabellenplatz und wiederholte den Meistertitel bis 1984 unter Betreuung von Karl Bauer. Diese hervorragende Leistung wurde damals sogar in der Sportzeitschrift „Kicker“ hervorgehoben.

Mit Gerhard Eichenseer konnte 1986 ein Betreuer für die 2. Mannschaft gefunden werden, deren Verfall jedoch immer weiter voranschritt. Mit einem festen Kader von nur noch sechs Spielern war ein reibungsloser Spielbetrieb schon fast unmöglich, und man überlegte, ob man die Mannschaft abmelden sollte.

Die berühmte Relegation des Jahres 1983

  • Der Regelverstoß:

    Über Tage war die Relegation in der Bezirksliga 1983 das beherrschende Thema in der Presse und auch, aufgrund der Auswirkungen in den unteren Ligen, bei vielen Vereinen in der Oberpfalz. Grund war ein Regelverstoß des Schiedsrichters beim 2:1-Sieg des SV gegen Sinzing. Der Schiri hatte nach bereits erfolgter Zeitstrafe im Anschluss einen Fehler bei den vergebenen Gelben bzw. Roten Karten gemacht. Das Spiel hatte am 4. Juni 1983 stattgefunden.

  • Das Sportgerichtsurteil:

    Mit Urteil vom 22. Juni 1983 wurde durch das Bezirkssportgericht entschieden, dass das Spiel trotz der mittlerweile erfolgreich fortgesetzten Relegation (2:1 gegen Falkenstein) wiederholt werden müsse. Dagegen wehrte sich der SV auch mit Hilfe eines Rechtsanwalts vor dem Verbandssportgericht. Dieses entschied dann am 24. Juni endgültig, dass das Spiel gewertet wird und Schmidmühlen den Klassenerhalt sicher hatte. (asv)

Am 11. Februar 1977 fand eine gemeinsame Sitzung des Marktgemeinderats und der SV-Vorstandschaft statt. Dort wurde von Alfred Eichenseer der Plan für das Freizeitzentrum vorgestellt. Im selben Jahr wurde der Trainingsplatz aufgegeben. Ab sofort wurde auf dem Hauptplatz auch trainiert. Höhepunkt des Jahres 1979 war das 50-jährige Vereinsjubiläum, das unter der Schirmherrschaft von Landrat Dr. Hans Wagner mit einer Sportwoche vom 19. bis 27. Mai gefeiert wurde. Wegen der angespannten Finanzlage bestand das Festzelt aus mehreren Militärzelten der US-Army, was von der Bevölkerung nur zögernd angenommen wurde. Das für die Zukunft des Vereins herausragende Ereignis des Jahres war jedoch die Grundsteinlegung für das neue Sportheim am 24. August 1979. Am 27. November wurde dann der Richtbuschen gesetzt.

Sportgrößen aus aller Welt

Nach zwölfjähriger Tätigkeit in der Vorstandschaft, davon acht Jahre als Vorsitzender, trat Schulrektor Michael Ringer von seinem Amt zurück. Nachfolger wurde Horst Heinke. Am 13. Juni 1982 wurde das Sportheim offiziell eingeweiht. Erster Wirt war Josef „Lore“ Wein zusammen mit seiner Frau Elisabeth. Am 16. August 1982 spielte man gegen eine Prominentenmannschaft, die sich „Puma-Schleudersitz“ nannte und gespickt war mit Olympiasiegern und Sportgrößen aus der ganzen Welt (unter anderem John Akii- Bua, Klaus Wolfermann, Lothar Emmerich).

Am 26. Juni 1983 wurde der von Peter Kricke initiierte erste Volkslauf mit Start und Ziel beim Sportheim durchgeführt. Im Rahmen einer Sportwoche vom 20. – 28. Juli 1985 wurden die beiden neuen Rasenspielfelder eingeweiht und zur Benutzung freigegeben. Der alte Platz wurde schließlich aufaufgegeben und im Jahr 1986 zurückgebaut.

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